Der berauschende Bar-Boom

Allein im Vorjahr eröffneten in Wien fast ein Dutzend neuer Bars – von typischen American Bars bis zu Lounge- und Hotel-Bars.

Manche bieten neben Drinks und Cocktails auch eine Küche, Bar-Food wird das in der Szene genannt.
Der Vorteil dabei: man kann auch noch spät in der Nacht eine Kleinigkeit essen. Nach einem Ball etwa oder nach dem Theater oder der Oper. Hier eine kleine Auswahl.
Zu den spektakulärsten Neueröffnungen auf diesem Gebiet zählt die Bar Campari im Goldenen Quartier in der Wiener Innenstadt. Betreiber Peter Friese, Chef des Schwarzen Kameels gleich gegenüber, hat damit einen Glücksgriff gemacht. Die Bar ist seit der Eröffnung im vergangenen Jahr täglich voll. Gestaltet wurde sie von dem Stararchitekten Matteo Thun.
Und so kann man in der Bar Campari frühstücken, so lange man will, am Nachmittag einen Aperitivo (etwa den klassischen Negroni) schlürfen oder am Abend bis 23 Uhr italienisch essen. Für eine Bar ist die Speisekarte überraschend üppig. Zur Auswahl stehen Snacks wie Prosciutto oder Focaccia, diverse Antipasti wie gegrillte Riesengarnelen oder Fritto misto bis hin zu ernsthaften Gerichten wie Tagliatelle mit Steinpilzen, Spaghetti Vongole sowie gebratenem Steinbutt und Wolfsbarsch.
Ähnlich verhält es sich mit der Tagesbar Pastamara im Ringstraßenhotel Ritz Carlton. In der im Vorjahr umgebauten Lobby des Hotels werden ebenfalls bis 23 Uhr modern interpretierte, sizilianische Spezialitäten serviert, die der italienische Zwei-Sterne-Koch Ciccio Sultano dafür entwickelt hat.
Sowohl architektonisch wie auch vom Konzept her ist auch das Pastamara eine Mischung aus Bar und Esslokal geworden, die Trennlinie ist fließend.  Wohl auch deshalb rollt täglich von 17 bis 19 Uhr ein eigens konzipierter Negroni-Wagen durchs Lokal. Dabei wird aber nicht nur dem legendären Negroni gehuldigt, sondern es werden auch andere Cocktails gemixt. Dazu werden kleine Häppchen serviert, erfreulicherweise auf Kosten des Hauses. Etwa eine Miniportion Fritto Misto, ein roher Mazzara Shrimp, ein gegrillter Oktopus oder eine hinreißend gute Mortadella.
Ebenfalls eine Mischung aus Bar und Esslokal ist das Moby Dick im Siebten Bezirk in der Neustiftgasse. Der in Wien nicht unbekannte Barkeeper Sammy Walfisch hat das Lokal im Sommer des Vorjahres eröffnet, das Konzept ist in mehrfacher Hinsicht nicht uninteressant. Bei der Verarbeitung sämtlicher Produkte wird darauf geachtet, dass selbst der letzte Rest einer Zitronenschale noch verwertet wird.
Die Barkarte beinhaltet viele Sig­nature-Cocktails, ein eigenes Tonic, selbstgemachte Liköre, Essenzen, Bitters, Infusionen, Ginger Beer und Sirupe spielen beim Mixen der Drinks eine wichtige Rolle. Für das Bar-Food ist Max Hauf verantwortlich, er hat immerhin einige Zeit bei Starkoch Kons­tantin Fillipou gearbeitet und sorgt hier für Gerichte, die zu den Drinks passen.
Auch das Seven North im neuen Max Brown Hotel befindet sich im Siebten Bezirk. Auch hier sind die Grenzen zwischen Bar und Esslokal fließend. Das Lokal ist riesig, aus den Lautsprechern tönt laute Musik, in der Mitte befindet sich die Bar, ganz vorne eine weitläufige Sichtküche, in der die Köche artistische Einlagen wie im Cirque du Soleil hinlegen.
Das Konzept stammt vom Israeli Eyal Shani, einem Protagonisten der neuen israelischen Küche, eine Gastronomie, die auf althergebrachte Konventionen weitgehend verzichtet. Es geht vielmehr um das Gesamterlebnis, die Gerichte werden nur selten auf Tellern serviert, oft sind es Holzblöcke, krumme Tablets oder einfach nur Papier.

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