Mehr als nur im Garten grillen

Der Sommertrend: Wer genug Platz hat, verlegt die ganze Küche nach draußen.

Der Megatrend Outdoor-Küche ist mehr als nur ein verbauter Grill, ­sondern eine optisch ansprechende Küchenlösung aus Beton, Edelholz oder Edelstahl unter freiem Himmel (Foto: heartandhomes.com)

Wird ein Steak auf 800 Grad erhitzt, beginnt die „Maillard“-Reaktion. Auf der Außenhaut reagieren Aminosäuren mit den Zu­ckermolekülen und erzeugen eine schöne braune, geschmacksintensive, nicht verbrannte Oberfläche, vielleicht noch etwas karamellisiert – der Traum vieler Grillgäste. 699 Euro kostet dafür das Einstiegsmodell Beefer One, Nachbauten aus Edelstahl starten ab 90 Euro in der Gasvariante, elektrisch beheizte Pendants ab rund 200 Euro könnten auch Indoor betrieben werden, was aber bei einer nicht unerheblichen Rauchentwicklung nur bei offenem Fenster empfehlenswert ist. Feinspitze garen das Steak vorher Sous Vide im Wasserbad vor, für Medium Rare z. B. mit 54–56 Grad. Dann in weniger als einer Minute pro Seite im Oberhitzegriller fertig gegrillt, gelingt das perfekte Steak.

Nachbauten wie der getestete Intergrill 800 Standard um 129 Euro besitzen acht Einschubfächer, im obersten unter dem Keramikbrenner herrschen um die 800 Grad Hitze, die dann nach unten auf rund 150 Grad abnehmen. Damit können mit einer Grillschale auch Gemüse, Hendl oder Grillkäse zubereitet werden.   
Weil ein „normaler“ Grill, gas- oder kohlegetrieben, kaum mehr als 350 Grad Hitze schafft, rüsten Grillhersteller wie der kanadische Produzent Napoleon ihre Griller mit Hochtemperaturzonen auf. Die „Sizzle Zone“ heizt mittels Infrarotbrenner auf die erwähnten 800 Grad und hilft, die perfekte Kruste zu schaffen.

Pellets statt Kohle

Weber-Stephen wiederum lässt seit heuer seine Weber SmokeFire mit Holzpellets befeuern, um am Allroundgrill einen weiten Temperaturbereich von 95 bis 315 Grad zu erzielen. Damit ist von Anbraten über Räuchern bis hin zu Backen alles möglich. Das neue Schne­cken- und Trichtersystem und der Schrägantriebsmotor der SmokeFire-Serie beschleunigen die Vorheizzeit auf das Niveau der Gasgriller, die aber bei der Exaktheit der Temperaturregelung und der schnellen Aufheizzeit die Nase vorne haben.
Weber Connect, die digitale Anbindung, ist beim SmokeFire (das kleinere Modell EX4 mit 61x70 cm Grillfläche ab 1.199 Euro) integ­riert, und als Smart-Grilling Hub zur Nachrüstung (129 Euro) erhältlich. Die Weiterentwicklung der iGrill-Technologie ist jetzt per Alexa steuerbar: Alexa, wann ist mein Steak fertig? Bis zu vier (Kern-)Temperaturfühler können angeschlossen werden, um Gästen unterschiedliche Gargrade anbieten zu können. Das Smartphone informiert, wann das Grillgut gewendet oder serviert werden kann, die gewünschte Garstufe kann ausgewählt und per Count-Down-Timer kann man informiert werden: „Kinder, in fünf Minuten sind die Würstel fertig.“ Wer es braucht, bitte sehr.

Nachbarfreundlicher Lotusgrill

Wer Urlaub auf Balkonien plant oder im Schrebergarten keinen Streit mit dem Nachbarn will, sollte zum fast rauch- und geruchlosen Lotusgrill greifen. Das Original (ab rund 130 Euro, in vielen trendigen Farben erhältlich) hat viele Nachahmer gefunden. Durch den batteriebetriebenen Motor und den abgedeckten Feuerraum wird einerseits die Außenhaut nur handwarm, somit kann der Grill bei wenig Platz am Esstisch stehen, ohne dass sich neugierige Kinderhände verbrennen. Andererseits kann kein Fett auf die Kohle tropfen und damit störenden Rauch und Geruch erzeugen. Mit rund fünf Minuten Aufheizzeit geht’s auch relativ schnell, wer mehrere Münder zu versorgen hat, sollte zu einem zweiten (Ersatz-) Kohlebehälter greifen, damit schnell weitergegrillt werden kann.

Zubehör Grillmatten

Puristen mögen das unmöglich finden, aber Grillmatten finden immer mehr Anhänger. Spezielle, meist teflonbeschichtete Matten auf den Griller gelegt, verhindern das Hineinfallen in die Glut von kleinerem Grillgut wie Zucchinischeiben oder das Hineintropfen und Verbrennen von Saucen oder Käse. Gschmackige Bernerwürstel können neben Steaks und Grillgemüse aufgelegt werden ohne zu verbrennen, und, ganz wichtig, die markanten Grillmarken des darunterliegenden Grillrosts bleiben erhalten.

Outdoor-Küchen

Ein Trend, der durch den Lockdown der letzten Wochen verstärkt wurde, ist die Outdoor-Küche. Sie ist mehr als nur ein Grill, hat auch eine Spüle, Arbeitsfläche und mobile Kochplatten. Eben eine fast vollwertige Küche im eigenen Garten, die Frost und Schnee viele Winter lang überstehen muss.  

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