Was hilft gegen Schnarchen?

Schnarchen ist nicht nur störend, sondern kann ein Zeichen für gravierendere Erkrankungen sein.

Ob mit einfachen Mitteln wie Lage-T-Shirts oder operativen – werden Sie aktiv und gehen Sie gegen das Schnarchen vor! Ihre Lebensqualität wird es Ihnen danken!(Foto: wernerimages – Thinkstock.com)

Schnarchen, unerklärliche Müdigkeit und Erschöpfung können die ersten Zeichen einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) sein. Also Atempausen während des Schlafes, die von den betroffenen kaum selbst bemerkt werden, obwohl ihre armen Partner oft schon große Sorge vor einem völligen Atemstillstand haben. Sie führen zu verminderter Sauerstoffsättigung und fehlender Erholung.
Häufig tritt, lange bevor die OSA bemerkt wird, vermehrtes Schnarchen auf. Ursache ist die Erschlaffung der Muskulatur des Rachenraums sowie der Zunge, wodurch diese in den Rachen fällt und die Atemwege verengt oder sogar verschließt. Durch die Aussetzer fällt die Sauerstoffkonzentration im Blut ab, Stresshormone werden freigesetzt. Eine Weckreaktion, die die Atemwege wieder öffnet, verhindert das Ersticken.

Der Test im Schlaflabor

Die Diagnose kann in einem Schlaflabor verifiziert werden. Besteht eine Trias aus „Schnarchen, Apnoen, Tagesmüdigkeit“, sollte eine Abklärung in einer spezialisierten Apnoe-Ambulanz erfolgen. Häufige Begleiterkrankungen sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Bluthochdruck, ein Schlaganfall in der Anamnese, Vorhofflimmern – und Übergewicht (Abnehmen kann eine deutliche Verbesserung bringen).
Die Therapie der Wahl bei OSA ist eine nächtliche Maskenbeatmung mit CPAP („continous positive airway pressure“, Spontanatmung wird mit dauerhaft aufrechterhaltenem Überdruck kombiniert). Studien zeigen, dass die CPAP-Therapie einen Anstieg der Herzkammerleistung sowie eine Reduktion der sympathischen Nervenaktivität und der Lebensqualität der betroffenen Patienten (und deren Partner) bewirkt.

Die Schlafpositionstrainer

Betroffene suchen meist Alternativen. Bei rückenlagebetonter Schlafapnoe mittleren Schweregrades wird die Seiten­lage für den Schlaf empfohlen. Um diese sicherzustellen, werden Hilfsmittel wie Lage-T-Shirts (z. B. auf dem Rücken eine große, dicke Tasche aufgenäht) oder NightBalance-Schlafpositionstrainer angeboten (vibriert, wenn sich der Patient auf den Rücken dreht, Aufzeichnung und Auswertung der Schlafposition sind möglich).
Leider macht chronischer Schlafentzug hungrig. Nach wenigen Tagen Schlafentzug kommt es zu einer ­hormonellen Störung in Form ­einer vermehrten Insulinresis­tenz. Im limbischen System des Gehirns kommt es zu einer ­Aktivitätsänderung der Beloh­nungszent­ren. Als Reaktion werden vermehrt Belohnungen (Chips, Schokolade etc.) gewählt. Hunger und Nahrungsaufnahme ändern sich gewaltig.

Was Operationen bringen

Operativ bietet sich die UPPP (Uvulopalatopharyngoplastik) an, bei der die überschüssige Schleimhaut der hinteren Gaumenbögen und Uvula entfernt werden. So sollte eine Erweiterung des Atemweges und Straffung des Gewebes zur Verminderung von Vibration und folglich Schnarchen erreicht werden. Auch eine operative Sanierung der Nase und Nasennebenhöhlen bei behinderter Nasenatmung kann Erleichterung bringen. Schrittmacher für die schlaffe Muskulatur des Rachenraumes und Mundbodens sind in Erprobung (Uni Mannheim).
Neben den medizinischen Hilfen findet man im Internet auch jede Menge anderer Hilfsmittel. Überwiegend werden Spangen angeboten. Sie sollen den Luftkanal im Bereich des Gaumensegels offenhalten. Dadurch soll ein widerstandsarmes Einströmen der Luft beim Atmen im Schlaf ermöglicht werden. Auch die lästigen Vibrationen am Gaumensegel, vulgo Schnarchen, werden dadurch verhindert. Ob einfache Aufbiss-Schienen ähnlich positiv sind, ist fraglich. Als einfachstes Hilfsmittel werden Pflaster „breath right“ verwendet. Untersuchungen sind mir zu diesen keine bekannt. Alternativen zur CPAP-Therapie sind sie sicher nicht.

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