Einmal rund um die Welt

Once in a lifetime: Einmal im Leben auf Weltreise gehen, ist der Traum vieler Globe­trotter. Wie funktioniert das, wie viel Zeit benötigt man? Vom Low-Budget-Trip bis zur Erdumrundung im Privatjet: GEWINN gibt einen Überblick.

Der englische Entdecker und Seefahrer James Cook benötigte für seine Weltumseglung fast drei Jahre. Jules Vernes Romanheld Phileas Fogg schaffte es im Ballon schon in 80 Tagen um die Welt. Und heute? „Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten für Weltreisen“, erklärt Walter Krahl, Geschäftsführer von Ruefa. „Mit Kreuzfahrt­schiff oder mit Flugzeug. Eine Erdumrundung per Schiff dauert mindestens 115 Tage (also dreieinhalb bis vier Monate), per Flug geht es natürlich viel schneller.“
Kreuzfahrt-Weltreisen machen bei Ruefa mittlerweile rund 50 bis 60 Prozent des Globetrotterkuchens aus. Sie haben viele Vorteile: Andauerndes Kofferpacken und Hotelwechseln entfällt; der Passagier genießt die vertraute Umgebung und Verpflegung, höchste hygienische Maßstäbe und ein Arzt sowie medizinische Einrichtungen sind an Bord – alles nicht unwesentlich in fremden Weltgegenden. Krahl: „Das ist die typische ‚Once in a lifetime‘-Reise für frisch gebackene Pensionisten.“

Ab 13.000 Euro über die Ozeane

Die meisten Schiffsweltreisen ab Europa starten im Spätherbst oder Winter und sind ab 13.000 Euro in der Innenkabine zu haben. „Das Preis-Leis­tungs-Verhältnis ist mit einem Tagespreis von 110 Euro unglaublich – inklusive Vollpension, Bordunterhaltung, Spas, allen Leistungen des Schiffes und etwa bei MSC auch mit Tischgetränken und 15 Ausflügen“, schwärmt Krahl.
Die günstigsten Schiffserdumrundungen gibt es auf den soliden 4*-Schiffen MSC Poesia (max. 2.250 Passagiere), Costa Deliziosa (2.820 Passagiere) und MS Astor (TransOcean, 578 Passagiere) – siehe Angebotstabelle. Aber auch Luxus pur ist möglich: Auf der edlen MS Europa 5*Superior von Hapag-Lloyd (sie trägt seit vielen Jahren die Auszeichnung „bestes Schiff der Welt“) ist die Weltreise ab 133.000 Euro zu haben und dauert 274 Tage. Die 204 Außensuiten (es gibt keine Innenkabinen) sind 27 bis 85 m2 groß und verfügen mehrheitlich über Balkon und die Kulinarik ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Achtung: Schon jetzt sind für die MS- Europa-Weltreise 2020/2021 nur noch sehr wenige Plätze verfügbar! Generell gilt: Möglichst frühzeitig buchen, Frühbucherrabatte schonen das Reisebudget enorm (bei Aida etwa 6.000 Euro).
Folgende Reedereien bieten Weltreisen an – in der Regel einmal pro Jahr: Ab Europa (Triest, Genua, Livorno, Nizza, Hamburg) werden Seefahrer bei Aida, Costa, Cunard, Hapag-Lloyd, MSC, Phoenix und TransOcean fündig. Die Schiffe von Cunard, Holland America Line, Oceania, Plantours, Princess Cruises, Regent Seven Seas, Seabourn oder Silversea starten meist in den USA (Miami, Fort Lauderdale, Los Angeles, . . .), selten in Dubai. Das Routing ist meist ähnlich, d. h. das Schiff macht den Unterschied!

Die Round-the-World Flugwissenschaft

Für Flüge rund um den Globus gibt es schier unüberschaubare Möglichkeiten. Beginnen wir bei den Round-the- World-(RTW-)Tickets, wie sie die großen Flugallianzen Star Alliance (mit Austrian, Lufthansa, Thai, Turkish, Singapore Airlines, . . .), One World (British Airways, Iberia, American Airlines, Cathay Pacific, Qantas, . . .) und SkyTeam (Air France, KLM, Aeroflot, Delta, . . .) anbieten. Sie gelten bis zu zwölf Monate, sind bei der Stre­cken- und Terminwahl recht flexibel und auf maximal 15 Segmente begrenzt (wobei als Segment sowohl ein Flug als auch ein Landweg dazwischen zählt) und in allen Klassen erhältlich. Grundlegend basiert der Ticketpreis auf den geplanten Meilen (Landwege werden ebenfalls dazu gezählt) und Anzahl der Stopps. Taxen und Flughafengebühren kommen je Flug extra dazu, sie variieren je nach Airport. Der flexible Star-Alliance-RTW-Tarif ermöglicht Reisen zu 1.300 Zielen mit 27 Fluggesellschaften. Es gibt ihn ab 26.000 Meilen mit max. fünf Stopps (Eco ab 2.150 Euro, Business ab 6.077 Euro) bis zu 39.000 Meilen mit bis zu 15 Stopps (Eco ab 3.820 Euro, Business ab 9.014 Euro – mehr auf www.roundtheworld.staralliance.com oder www.aroundtheworldticket.de). Für Studenten hält STATravel speziell preiswer-te Round-the-World-Tickets bereit (www.statravel.at).
Air New Zealand offeriert günstige RTW- bzw. Discovery-Fare (mit vier bis fünf Stopps); Emirates gemeinsam mit Air Tahiti Nui-Welt-Tickets, allerdings nur ab Paris bzw. Nizza und mit fix vorgegebenen Destinationen. Weitere Möglichkeiten sind Multistoppflüge (mit mehreren zeitlich begrenzten Stop-overs), Gabel- bzw. doppelte Gabelflüge (single bzw. double Open Jaw Fares), Airpässe für einzelne Kontinente oder Sektorflugtarife (für „Abstecher“ zwischendurch).
Der Flug um den Globus ist also eine Wissenschaft und bedarf der fachmännischen Beratung im Reisebüro. Bernd Endlweber, Produktionsleiter der Ruefa-Flugpreisbörse dazu: „Round-the-World-Pakete waren in der Vergangenheit sehr beliebt, werden heute aber seltener gewählt, denn bei der immensen Angebotsfülle gibt’s ­mitunter günstigere Alternativen. Es kann sogar günstiger sein, die gewünschten Strecken einzeln zu kau-
fen und Low- Cost-Carrier mit einzubauen. Allerdings zulasten der Flexibilität.“

Die Gruppenpauschalreise um die Welt

Gab es früher ein kleines Angebot fertig paketierter Gruppenweltreisen diverser Veranstalter (z. B. bei Meier’s Weltreisen), sind heute vorwiegend „Tailormade“-Weltreisen gefragt: Hier stellt der Veranstalter bzw. ein Reisebüro je nach Kundenwunsch ganz individuelle Packages zusammen. „Das kommt nicht wesentlich teurer“, erklärt  Jörg Redl von Raiffeisen-Reisen. „Eine güns­tige Fluglösung und etwa sechs Stationen mit je rund drei Nächten Aufenthalt in guten 4*-Hotels – also insgesamt 19 bis 20 Tagen Reisedauer – können wir ab etwa 8.000 oder 9.000 Euro pro Person zusammenstellen. Einfachere Unterkünfte kosten deutlich weniger.“ Experten für maßgeschneiderte Weltreisen findet man bei den „Großen“ Raiffeisen-Reisen, Kuoni und Ruefa sowie bei den Spezialisten HL Travel in Wien (mehr dazu später) und Gas­tager Weltreisen in München.
Gastager ist im deutschsprachigen Raum Marktführer für Kleingruppen-Weltreisen (maximal zwölf Personen). Seit 65 Jahren werden jährlich acht bis zehn unterschiedliche Weltreisepakete geschnürt, u. a. für Familien während der Sommerferien. Österreich macht einen Kundenanteil von etwa 25 Prozent aus.
Eine Weltreiserarität für Gruppen bietet Reiseprofi Walter Tretenhahn von Eastlink Travel in Wien: Seine „Nordost-Passage“ umrundet die Welt quasi am Scheitel, verbindet die Schönheiten der Polarregionen und geht sich gemütlich in 18 Tagen aus (siehe Tabelle und www.nordostpassage.at).

Mit dem Privatjet rund um die Welt

Die exklusivste, komfortabelste und schnellste Art der Weltreise erfolgt per Privatjet. Einzigartig in Europa ist hier das Angebot von HL Travel (www.hltravel.at). Das Familienunternehmen von Richard und (Tochter) Melanie Frühwirt organisiert Weltreisen in VIP-Luxusjets. Die edlen Fluggeräte mit „Wohnzimmerbestuhlung“ (Flatbed-Sitze) stammen oft von privaten Eigentümern. Melanie Frühwirt: „Es ist unglaublich, was es da alles gibt!“ Einmal pro Jahr wird eine Gruppen-Privatjet-Weltreise für maximal 20 bis 25 Personen paketiert, jeweils mit neuem Routing zu versteckten Zielen. Mit an Bord ist eine eigene Flugzeug-Crew, ein Koch, ein Arzt, ein Kofferträger, ein Lektor und ein Frühwirt-Familienmitglied zur persönlichen Betreuung. Genächtigt wird in Tophotels am Boden.
HL Travel offeriert weiters individuelle VIP-Jet-Trips – pro Jahr zehn bis 15 Luxusweltreisen. „Wir finden für jede Gruppengröße passende Flugzeuge“, so Melanie Frühwirt. „Neulich haben wir eine Promihochzeitsreise für zwei im Privatjet gemacht.“ Kostenpunkt: 80.000 Euro pro Person. „Vier bis acht Personen kommen deutlich günstiger“, erklärt Melanie.
Die deutsche Kreuzfahrtreederei Hapag-Lloyd verfügt auch über einen eigenen Privatjet: Die Albert Ballin Boeing 757-200 mit 40 Flatbed-Sitzen. Mit ihr geht es einmal jährlich auf außergewöhnlichen Routen rund um die Erde. Das Über-drüber-Luxussegment Privatjetweltreisen wird auch von der Firstclass-Hotelkette Four Seasons im eigenen Flugzeug sowie vom US-Unternehmen TSC-Worldtravel bedient – Letztere englischsprachig.
Egal wie man um die Welt reist, eines ist immer wichtig: bitte rechtzeitig an Impfbestimmungen, notwendige Visa und Einreisebestimmungen denken! Und die ächzende Umwelt dankt herzlich für eine CO2-Kompensation. Z. B. mit dem Emissionsrechner von atmosfair (www.atmosfair.de): Hier kann jeder den notwendigen Klimaschutzbeitrag für seine Reise berechnen. Die Gelder kommen dem Projekt „Neue Energie für Nepal“ beim Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben zugute.

>> Zum Download: Unvergessliche Pauschalangebote für Weltreisen

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