Hochzeit im Paradies

Ja, ich will! – am Meer, am Traumstrand oder auf einem Schiff heiraten oder bei stimmungsvollen Zeremonien das Eheversprechen erneuern. GEWINN gibt einen Überblick.

„Das türkisblaue Meer, der weiße Traumstrand, eine eigene Insel nur für uns und mehr dienstbare Geister als Hochzeitsgäste – es war überwältigend!“ Barbara und Andreas Deimbacher aus Wien gaben sich im März 2016 auf der winzigen Privatinsel Île Des Deux Cocos vor Mauritius das Ja-Wort. Beide erzählen begeistert: „Es war schöner als erwartet! Da wartete eine kleine romantische Villa auf uns. Nach der Feier schickten wir alle Gäste und das Personal ins Hotel zurück, um die Hochzeitsnacht allein unter Sternen zu verbringen. Nur ein Security-Boot war für Notfälle in der Nähe. Am ers­ten Ehemorgen wurde ein fulminantes Frühstück am Strand aufgebaut, davor waren wir schwimmen und eine Hausdame ließ den Jacuzzi ein. Ach, es war so schön!“
Die beiden schwärmen noch heute von der Zeremonie unter einem blumengeschmückten Bogen bei Sonnenuntergang, von der festlich geschmückten Hochzeitstafel am Strand mit frischesten Meeresfrüchten und Spanferkel vom Grill, von den beiden Friseusen, vom DJ, vom Fotografen, von der Cocktailbar, vom perfekten, aber dezenten Service. „Vor der Reise haben wir unserem Reisebüro – einer Ruefa-Filiale – sehr detaillierte Wünsche mitgeteilt, ich habe sogar Bilder aus dem Internet als Vorlage rausgesucht. Die abgeschiedene Insel war uns besonders wichtig, wir wollten keinesfalls am allgemeinen Hotelstrand, bestaunt von den anderen Gästen, heiraten! Tatsächlich wurde alles genau nach unseren Wünschen so organisiert und erfüllt!“
Die Formalitäten mussten in der 50 Kilometer entfernten Inselhauptstadt Port Louis erledigt werden (welche Dokumente nötig sind, wissen die Standesämter in der Heimat), eine (deutschsprachige) Wedding-Plannerin begleitete die beiden. „Beim Text für das Ehegelöbnis gab es allerdings eine Überraschung“, erinnert sich Andreas. „Wir mussten sofort unsere Entscheidung für die Gütertrennung bekanntgeben. Darauf waren wir nicht vorbereitet, denn in Österreich ist das automatisch geregelt.“
Warum haben sich die beiden für eine Strandhochzeit entschieden? Barbara: „Wir wollten etwas ganz Anderes, nur im engsten Kreis.“ Gründe für Mauritius waren neben der Rechtsgültigkeit der standesamtlichen Eheschließung in Österreich die geringe Zeitdifferenz und die Austrian-Direktflüge (hier flog das Hochzeitskleid völlig unkompliziert im Handgepäck mit). Für die Trauung wählten die Deimbachers eine klassische Zeremonie, „so wie bei uns zu Hause. Na ja, sie ist dann ein bissl amerikanischer ausgefallen“, lacht Barbara.
„Gerade auf Mauritius gibt es viele Möglichkeiten und unterschiedlichste Zeremonien sowie Locations stehen zur Wahl – auch außerhalb der Traumstrände, Privatinseln und Hotelanlagen“, weiß Birgit Kaiser, Hochzeitsexpertin von Ruefa. Da kann sich das Paar nach buddhistischem Ritus im indischen Tempel (sie auf Wunsch in einen Sari gewandet) das Ja-Wort geben; oder in einem alten Kolonialhaus, wo eine kreolische „Mama“ die Braut nach altem Brauch vorbereitet; unter Wasser bei einem Tauchgang; in einer der historischen Kapellen oder an Bord eines strahlend weißen Katamarans.

Trauen Sie sich: Die beliebtesten Destinationen

 „Klassiker schlechthin für die Verehelichung am Strand sind Mauritius und die Seychellen: Hier sind die Formalitäten einfach, es werden sehr viele Trauungen ausgetragen – und es gibt entsprechend viel Erfahrung“, ergänzt Claudia Rieger von Kuoni. Ihr Rat: „Egal wo, achten Sie darauf, dass das gewählte Hotel maximal ein Hochzeitsfest pro Tag abwi­ckelt! Einige Häuser garantieren das.“
Beliebte „Ja!“-Destina­tion ist auch die Karibik: auf den unterschiedlichen Inseln sind die Anforderungen ähnlich und relativ unkompliziert. Hier sind einige Hotelketten auf Hochzeiten eingestellt. Besonders beliebt und kompetent sind die Sandals, Couples und Elegant Hotels: bei den beiden ersten gibt es auch deutschsprachige Wedding-Planner vor Ort.
Südseeträume werden – gepaart mit edlem Savoir-vivre – in Französisch-Polynesien (Tahiti) wahr, Inselnamen wie Bora Bora oder Moorea sind der Inbegriff von Trauminseln. Aber auch das einzigartige Luxusresort „The Brando“ – einst das private Refugium von Schauspieler Marlon Brando – auf einem eigenen Atoll namens Tetiaroa mit einem Dutzend kleiner Privatinseln, ist mindestens genauso verlockend wie das „Ja-Wort“. Am buchstäblich anderen Ende der Welt können Verliebte auch in traditionsreichen Kult-stätten mit exotisch-bunten ­polynesischen Ritualen und üppiger Blütenpracht in das gemeinsame Eheleben starten.
Nicht rechtsgültig hingegen ist die Verehelichung auf den Malediven. „Besonders beliebt sind bei uns stilvolle Liebeszeremonien für Eheerneuerungen oder Ehejubiläen – in Kombination mit einem Strandurlaub zu zweit oder mit den Kindern“, berichtet Brendan Corcoran, Direktor des The Westin Maldives Miriandhoo. Von Europas Stranddestinationen ist Griechenland Nummer-eins-Ziel für das Ja-Wort – obwohl: „Unserer Erfahrung nach sind entweder Trauungen in Österreich oder aber wirklich in der exotischen Ferne gewünscht“, meint Birgit Kaiser. Hellas jedenfalls lockt mit Kreta, dem luxuriösen Nachhaltigkeitsresort Costa Navarino am Peloponnes oder mit Hochzeiten à la „Mamma Mia“ (Kinofilm mit Meryl Streep nach dem gleichnamigen ABBA-Song) auf Kos. Auch an Bord vieler Kreuzfahrtschiffe ist eine Trauung möglich – mitunter durch den Kapitän oder bei AIDA in insgesamt 33 Häfen in Europa und weltweit.

Aufwendige Organisation

Die Organisation der Strandhochzeit ist komplex und gelingt nur gemeinsam mit kompetenten Reisebüros. „In der Ferne übernehmen wir in Zusammenarbeit mit lokalen Agenturen die kompletten Aufgaben der Wedding-Planner. Die Palette reicht von intimen Zeremonien bis hin zu Feiern mit rund 40 Personen“, erklärt Birgit Kaiser. Viel Erfahrung (und eigene Kataloge für das Ja-Wort) haben neben Ruefa (www.ruefa.at/flitterwochen) Mader-Kuoni (www.hochzeitsreisewelten.at), Mondial (https://reisebuero.mondial.at/hochzeitsreisen) und Gruber-Reisen. Auch große Veranstalter wie TUI, Dertour oder FTI halten passende Angebote parat.
Die Reiseprofis wissen, dass in Hawaii Alkoholverbot am Strand gilt; die Formalitäten in Thailand kompliziert und zwingend in Bangkok zu erledigen oder wo gleichgeschlechtliche Eheschließungen möglich sind. Das Reisebüro weiß auch über die nötigen Behördenwege und erforderlichen Dokumente in der Heimat sowie vor Ort Bescheid. „Die Formalitäten sind von Land zu Land unterschiedlich, es kommt auch darauf an, ob man davor schon einmal verheiratet war und geschieden oder verwitwet ist“, so Claudia Rieger von Kuoni. In Österreich sind die Standesämter zuständig.

Kostenrahmen

Gestaltungsmöglichkeiten für den Tag der Tage gibt es nahezu unendlich viele – so lange das Budget mitspielt. Barbara und Andreas Deimbacher griffen tief in die Tasche: Die Traumhochzeit selber kostete 8.000 Euro, der komplette Aufenthalt samt Verpflegung im Hotel LUX Le Morne 5* (sechs Personen eine Woche, vier zwei Wochen) weitere 38.000 Euro. Aber – so tröstet Sonja Chris­tian von Mondial: „Eine Strandheirat muss die Kos­ten des Festes in der Heimat nicht übersteigen. Einige Hotels offerieren Honeymoon-Ermäßigungen bis 40 Prozent, großzügige Rabatte für das Brautpaar sowie für Gruppen ab zehn Personen. Für die einfache Trauung allein gibt es kostengünstige Basis-Pakete.“ Hochzeitsarrangements gibt es verschiedenste, nahezu ohne Limit. Grundlegend sind zumeist die Organisation, der Brautstrauß, die Gebühren fürs Standesamt, die Transfers dorthin, die Zeremonie, ein Fotograf und eine Hochzeitstorte enthalten. Zusätzliche Upgrades gibt es in allen Variationen, z. B. Hochzeitsvideos, spezielles Gala-Dinner, Friseur, Make-up, Massagen, Rituale usw.

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