Traumziele für Weitwanderer und Pilger

Tagelanges Gehen und Wandern oder spirituelles Pilgern finden immer mehr Fans – und es macht den Kopf wunderbar frei. GEWINN präsentiert die besten Natur­ziele für nimmermüde Weitwanderer.

Wer alle Naturschönheiten dieser Erde auf einer kleinen Insel vereint erleben möchte, der muss nach La Réunion (www.insel-la-reunion.com): Das kleine Vulkan-Eiland nahe Mauritius im Indischen Ozean ist ein exotisches, üppig grünes, überaus vielfältiges Stück Afrika – und als französisches Überseedepartement dennoch Teil der EU. Bergfreunde finden nicht nur eine bizarr-tropische Gebirgslandschaft, 900 Kilometer bestens gepflegte Wanderwege, einen aktiven Vulkan, französisches Savoir Vivre, europäische Standards und kreolische Lebensfreude harmonisch vereint, sondern auch einen gänzlich vom Autoverkehr verschonten Talkessel mit neun gemütlichen Dörfchen: die Cirque de Mafate.
Dieser wildeste der insgesamt drei Einbruchskrater liegt zu exponiert, um von einer Straße oder Seilbahn erschlossen zu werden – und ist ein überaus charmantes Ziel für Wanderer. Der stolze Piton des Neiges („Schneeberg“, 3.071 Meter) macht La Réunion zum „Dach des Indischen Ozeans“ und einer vertikalen Welt: Alle paar Höhenmeter verändern sich Klima (200 Mikroklimata!) und Vegetation völlig. Da gibt es vulkanische Mondlandschaften, alpine Matten, schwindelerregende Steilabbrüche, rauschende Wasserfälle, nebelverhangene Regenwälder, Riesenfarne, Krypotmerien (japanische Zeder), Zuckerrohr- und Vanilleplantagen und eine verschwenderische Blütenpracht.
Drei Weitwanderwege durchziehen die Insel: Der GR R1 umrundet den Piton des Neiges und führt durch die drei Talkessel Salazie, Mafate und Cilaos (60 Kilometer). Der 130 Kilometer lange GR R2 führt Nord–Süd und nimmt den Piton des Neiges sowie den Vulkan Piton de la Fournaise (2.631 Meter) mit. Der GR R3 erschließt den autofreien Cirque de Mafate (38 Kilometer). Übernachtet wird in authentischen Gîtes (Gästehäusern) mit hervorragender Küche oder in zünftigen Berghütten (Refuges). Anfang Mai bis Ende Juli (Südwinter) ist ideale Wanderzeit mit kaum Niederschlägen und angenehmen Temperaturen.

Geheimtipps in Europa

Nicht nur 9.000 Kilometer fern der Heimat, auch in Europa findet der Weitwanderfreund unbekannte, noch nicht überlaufene Ziele:
➡    Rota Vicentina, Portugal
450 Kilometer im Südwesten Portugals (Teil des E9 – www.era-ewv-ferp.com) entlang der wilden, sehr ursprünglichen Küstenlandschaften des Naturparks Costa Vicentina. Zwei Varianten: „His­torischer Weg“ (ein „Leading Quality Trail – Best of Europe“) und „Fischerpfad“. Ganzjährig begehbar, gut ­markiert; einfach bis mittelschwer. http://de.rotavicentina.com.
➡     Mare et Monti, Korsika
Der berühmt-berüchtigte Weitwanderweg GR20 durch das Gebirge Korsikas ist sehr anspruchsvoll und spartanisch ausgestattet. Genauso lohnend, aber viel komfortabler sind die Westküsten-Weitwanderwege „Mare et Monti“ Nord (Calenzana–Cargèse, 105 km) und Süd (Porticcio–Burgo, 45 km); mittelschwer. www.korsika-entdecken.de
➡    Kungsleden, Schweden
Der „Königsweg“ in Lappland führt über 440 Kilometer und 1.100 Höhenmeter von Abisko (nahe Kiruna) nach Hemavan. Hochmoore, Seen, Birkenwälder, Tundra und Nationalparks säumen den Weg. Gut markiert, dezente Steigungen, bereits seit 1920 mit Hütten ausgestattet. Einfach bis mittelschwer, fallweise müssen Bäche durchwatet werden. www.swedishlapland.com/de.
➡    Sudeten-Hauptwanderweg, ­Polen (Niederschlesien)
Das Mittelgebirge der Sudeten (bis 1.603 m hoch) erstreckt sich zwischen Polen und Ostdeutschland entlang der Grenze zur Tschechischen Republik. 1947 wurde mit der Anlage des 350 Kilometer langen Fernwanderweges von S΄wieradów-Zdrój bis Paczków ­begonnen und er führt durch eine der traditionsreichsten Gegenden Europas,
u. a. durch den Nationalpark Heu­scheuergebirge mit imposanten Sandsteinformationen. Einfach bis mittelschwer, sehr einfache Unterkünfte.
www.poland.travel

„Must does“ für g’standene Bergfexe

Der große Europa-Klassiker rund um den höchsten Berg der Alpen ist die
➡    Tour du Mont Blanc – Frankreich, Italien und Schweiz
Der höchste Berg der Alpen und grandiose Panoramen ziehen die Bergfreunde scharenweise an. Anspruchsvoll, stellenweise ausgesetzt und mit Drahtseilen abgesichert, Übernachtung in Hütten und in den Bergdörfern (gehobene Kulinarik). 170 Kilometer, 10.000 Höhenmeter.
www.autourdumontblanc.com/de
➡    John Muir Trail, Kalifornien/USA
340 Kilometer durch die Wildnis der Sierra Nevada und durch fünf spektakuläre Nationalparks (u. a. Yosemite). Wasserfälle, Steinwüsten, Basaltformationen und Seen säumen den Weg; höchs­te Erhebung: Mount Whitney (4.421 m). Mittel bis anspruchsvoll, wenig Unterkünfte (Zeltselbstversorgung); Permit erforderlich. Reisezeit: Juni bis Oktober. www.johnmuirtrail.org
➡    Inka-Trail, Peru
Klassiker zur sagenumwobenen Inka-Stadt Machu Picchu: Die uralten (Handels-)Pfade führen teils steil und ausgesetzt in 4.000 Meter Seehöhe durch verschiedenste Vegetationsstufen. 42 Kilometer, schwierig, keine Unterkünfte, Jänner und Februar gesperrt. www.inkatrail.com.pe, www.peru.travel/de.
➡    Annapurna-Circuit, Nepal
Der Himalaya-Klassiker trägt wegen seiner guten Infrastruktur (Gästehäuser) den Spitznamen „Apfelkuchen-Trail“. Anspruchsvoll von 800 bis auf 5.416 Meter Seehöhe (Donnerpass); von subtropischen Regionen, durch Apfelgärten und die Kornkammer Nepals bis ins karge Hochgebirge. 170 Kilometer, Reisezeit: März bis Juni, September und Oktober, Genehmigung erforderlich. www.welcomenepal.com.

Natur und Kultur auf Pilgerwegen


➡    Jakobsweg, Nordspanien
Jakobs-Zubringerwege ziehen sich durch ganz Europa, am Fuße der Pyrenäen einen sie sich zum Hauptzweig des berühmtesten aller Pilgerwege: den Camino (Real) Francés mit Ziel Santiago de Compostela. Ein Jakobspilger muss einen Pilgerpass lösen und zumindest die letzten 100 Kilometer marschiert sein (oder 200 Kilometer per Fahrrad oder Pferd). 800 Kilometer, mittel- bis anspruchsvoll, Reisezeit: April bis Ende Oktober, Achtung Sommerhitze. www.caminodesantiago.gal/de
➡    Frankenweg, England – Frankreich – Schweiz – Italien
Die historische Route Via Francigena führt von Canterbury in England über Lausanne bis Rom. Die Pilger folgen den Spuren von Sigerich, Erzbischof von Canterbury, der anno 990 zum Papst pilgerte. 1.900 Kilometer; einfach bis ­anspruchsvoll, www.via-francigena.com, www.eurovia.tv
➡    Kailash-Kora (Umrundung),­ Tibet
Der heilige Berg Kailash wird aus Respekt nicht bestiegen, eine Umrundung der 6.638 Meter hohen Schneepyramide ist der wichtigste Pilgerweg für Anhänger des Buddhismus, Hinduismus und Jainismus. Die anspruchsvollen 53 Kilometer (4.650 bis 5.630 Meter Höhe) sind in drei bis vier Tagen zu schaffen, buddhistische Pilger brauchen wegen andauernder Niederwerfungen rund zwei Wochen. Zur Erleuchtung gelangen sie nach 108 Umrundungen. www.die-pilgerwege.com

Neue Ziele für Weitwanderer

➡    Via Dinarica, Westbalkan
Wo früher Krieg herrschte, wird nun gewandert: Die Via Dinarica verbindet Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Albanien in drei Varianten: die blaue Route folgt der Küste; die grüne führt durch das Landesinnere; die weiße Route „Königsweg“ folgt dem (Rück-) Grat der Dinarischen Alpen (1.260 Kilometer, höchster Berg: Jezerca in ­Albanien, 2.694 Meter). Ein völkerverbindendes Projekt für nachhaltigen Tourismus. www.via-dinarica.org, www.viadinarica.com
➡    Dolomites UNESCO Geotrail
Der seit Sommer 2018 neue Dolomites UNESCO Geotrail (Geoparc Bletterbach–Sexten) zeigt die versteinerte Meereslandschaft des UNESCO Weltnaturerbes Dolomiten und seine Entstehungsgeschichte. 176 perfekt gewartete Kilometer; mittel bis schwer. www.suedtirol.info.

>> Kontaktadressen Reiseveranstalter

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