Verspäteter Geburtstags-Weinquiz im „Dachboden-Beisl“

Wenn man als privater Weinliebhaber und später auch als beruflicher „Weinmensch“ über die Jahre einige Tausend Flaschen Wein ansammelt, dann kommt schon einiges zusammen.

Nicht immer greift man bei Verkostungen ganz tief in den Keller, glaubt man doch, dass sich vielleicht später die eine oder andere Gelegenheit ergibt, bei der man etwas Besonderes öffnen will. „Runde“ Geburtstage sind ein guter Anlass, um der Sammelleidenschaft eine Bühne zu bieten – mit berühmten Gewächsen und solchen, zu denen man eine persönliche Beziehung hat. Zwar sollte diese Degustation schon im März stattfinden, musste aber aus gesundheitlichen Gründen verschoben werden. Nachgeholt wurde das genussvolle Zusammensein in stimmiger und doch disziplinierter Runde Ende August, natürlich wie immer in verdeckter Verkostung und in Verbindung mit kniffligen Quizfragen.

 

- Zu Beginn brillierte ein großartiges Schaumweinpaar: Der Grand Vintage Collection Brut 1993 von Moët & Chandon 1993 war zwar schon etwas zart in der Kohlensäure, doch perfekt in Aromatik und Autolyse, der kleine Rest in der Flasche bereitete sogar noch eine Woche später große Freude (96).

Der Rare Brut 2002 von Piper-Heidsieck konnte sowohl optisch als auch geschmacklich mithalten, wobei die zeitlose Eleganz und die hefig-nussige Art bei allen hohes Lob hervorriefen (96).

- Die nachfolgenden drei Rieslingpaare durfte man wahrlich als groß bezeichnen: Zweimal Unendlich aus der Wachau, zweimal G-Max aus Rheinhessen und zwei Elsässer Monumente waren ein perfekter Auftakt – Unendlich 2015 hatte bei allen die Weinnase vorne.

- Beim Grünen Veltliner Spiegel 1986, einem legendären Wein aus dem Mantlerhof, war der Kork nicht optimal, doch wenn dieser Wein „singt“, gehört er zu den größten Veltlinern, die Österreich je hervorgebracht hat – verdient wurde er in London dereinst als weltbester Weißwein gefeiert. Als spannender Gegensatz präsentierte sich Proidls jugendlicher Only 16, der den hohen Alkoholgehalt derzeit perfekt wegstecken kann.

 

- Auch die beiden südsteirischen Sauvignons sind zum Besten zu zählen, was Österreich auf diesem Sektor hervorgebracht hat. Vielleicht blickten wir mit etwas Wehmut zurück in eine Zeit, wo der Alkohol etwas höher, die Sortentypizität intensiver und die Maischestandzeit in beiden Betrieben etwas kürzer gehalten waren.

 

- Zum Vorspeisenbüfett erfreuten zwei relativ junge Rieslinge, eine „Lyra“ aus dem Hause Bründlmayer und der „einfache“ Schieferterrassen-Riesling von Heymann-Löwenstein.

- Beim ersten Rotwein-Flight waren drei von fünf angegebenen Weinen richtig zuzuordnen. Clos de Vougeot war kein Problem, während man sich beim grandiosen M1, der stetig zulegte, und beim Biserno schon leichter (ver)irren konnte.

- Der zweite Flight war deutlich schwieriger, vor allem Léoville La Cases zeigte sich alles andere als gebietstypisch und schien seinem großen Namen leider nicht gerecht zu werden, dafür waren Pöckls Mystique und die Ornellaia-Jubiläumsedition in grandioser Form.

- Hinter dem Dreier-Flight aus der Neuen Welt stand als „geistiger Vater“ Robert Mondavi. Verblüffend schön war Opus One, der jederzeit mit einem großen Bordeaux zu verwechseln war, während Seña sich nur zaghaft von seinem intensiv-dropsigen Johannisbeerton trennen wollte. Großartig und vielleicht noch viel zu jung Mondavis To Kalon Vineyard, der wahrlich zu den besten Cabernets der Welt gezählt werden darf.

-  Ein Duo der Extraklasse bildeten die beiden großen Moutons. Keiner der Verkoster konnte den Jahrgang 1986 zuordnen, fast alle schätzten auf 1990, so jugendlich strahlend, betont gebiets- und betriebstypisch stand dieses Monument da. Der 2000er hat die Zukunft gepachtet, wer davon eine Flasche im Keller hat, darf sich glücklich schätzen und noch geduldig etwas warten.

- Zum Schluss gab es dreimal Merlot, wobei Masseto mit Charakter und Tiefgang, Reife und Präzision faszinieren konnte und damit die wahrlich guten Kontrahenten Solus und Redigaffi in den Schatten stellte.

- Etwas weniger Glück hatten wir mit den Altweinen. Der 1963er Müller Thurgau Ausbruch aus dem Hause Kollwentz fiel dem Korkteufel zum Opfer, die Ersatzflasche – eine Oggauer Trockenbeerenauslese – war anfangs sehr schön, leider mit Luft zunehmend muffig (Kork schon unansehnlich). Dafür strahlte die Ruster Trockenbeerenauslese aus dem Hause Morandell.

Beim 1953er Sauternes ließen die perfekte Füllhöhe sowie die Größe des Korks mit Korkbrand eher auf ein „Re-Corking“ schließen, der Wein selbt war in zeitloser Verfassung – ob original oder aufgefrischt, sei dahingestellt. Auf jeden Fall fand er einen genialen Gegenpart im um 62 Jahre jüngeren Yquem, denn von diesem 2015er, einem der besten der letzten Zeit, ist Großes zu erwarten.

-  Last but not least erwartete die Verkoster noch ein „zähflüssiges Elixier“ in Form einer Tokaji Aszú Essenzia. Hier scheint in der Flasche noch eine weitere Gärung stattgefunden haben, denn der Korken war ein klein wenig herausgedrückt, doch die Versiegelung hielt alles dicht. Die meisten hielten diesen Nektar für einen Cream Sherry PX, allerdings hätte dieser weitaus mehr Alkohol aufweisen müssen. Den Abschluss der „süßen Session“ bildete der legendäre Loibenberg, der bei der ersten „Riesling-Olympiade“ 1999 den Siegertitel vor Robert Weil erringen konnte sowie auch vom „Wine Enthusiast“ zum besten Weißwein der Welt gekürt wurde.

-  Danach war ein niveauvoller Gaumenspülen angesagt, wofür sich ein Krug Grande Cuvée Brut perfekt eignete – mit zeitloser Eleganz, wunderschöner Autolyse und cremiger Frische. Ein würdiger Abschluss, auch um auf den Weinquiz-Sieger, Dr. Gerald Klement anzustoßen!

Riesling 2012 Unendlich

14% Alk/Naturkork

Weingut F. X. Pichler, Oberloiben (www.fx-pichler.at)

Noch immer zeitlos-jugendliches, fast reduktives Farbbild; im Bukett Staubzucker und Zuckerwatte, Honigmelone, Biskuit und ein Briocheton, der ein wenig an Sauternes heranreicht, wunderschöne, wohlige Aromatik mit Weingartenpfirsich und Co; am Gaumen fulminanter Einstieg, zeitlose Art, jahrgangsgemäß etwas milder, weich und mollig, wohliger Tiefgang, feurige Momente tauchen auf, ein Kraftpaket mit ästhetischen, fast cremigen Texturen.

Frisch geöffnet: 91-?

Degustation: Feine Staubzuckernoten.

93

 

Riesling 2015 Unendlich

14,5% Alk/Naturkork

Weingut F. X. Pichler, Oberloiben (www.fx-pichler.at)

Leuchtendes Gelb mit Goldschimmer; in der Nase feine, reife Pfirsichfrucht, Pfirsich Melba, nobler, bis in die Exotik hineinreichender Fruchtgehalt; am Gaumen süßsaure Pikanz mit Pfiff, Spannung und Esprit, perfekt konstituiert, bestens abgestimmt in Säure und Fruchtsüße, Steinobstatmosphäre mit gut integrierten exotischen Kapitälchen, großer Stoff, spielt in der Champions League der Sorte.

Frisch geöffnet: 96

Degustation: Feine Pfirsichnoten, Pfirsich Melba, großartig, sensationell.

96

 

Riesling 2011 G-Max

13,5% Alk/Naturkork

Weingut Klaus Peter Keller, Flörsheim-Dalsheim (www.keller-wein.de)

„Der G-Max wächst auf einem begnadeten Stückchen Erde und wer meine persönlichen Weinvorlieben kennt,  weiß wie wichtig mir Eleganz und Trinkfreude sind. G steht für Georg Keller (meinen Ur-Ur-Ur-Großvater), Max für unseren jüngsten Sohn Maximilian.“

Leuchtendes Gelb mit jugendlichen Reflexen; in der Nase wunderschöne, reife Pfirsichfrucht, weitere Steinobstattribute runden das Sortenaroma ab, von mineralischer Würze ergänzt; am Gaumen saftig und kokett, ab der Mitte zeigt sich die beginnende Patina („Stimmbruch“), davor jede Menge Frucht, angeregt durch charakteristische Fruchtsäure, saftiger Nachhall.

Frisch geöffnet: 91

Degustation: Cremig und elegant.

92

 

Riesling 2015 G-Max

13% Alk/Naturkork

Weingut Klaus Peter Keller, Flörsheim-Dalsheim (www.keller-wein.de)

Jugendlich strahlendes Gelb mit einem Hauch Grün; in der Nase perfekte Steinobstnoten, vereint mit zarter Kräuterpräsenz und mineralischen Aspekten; am Gaumen betont trocken, saftiger Einstieg, packend von der Säure, knackig und strukturiert, wirkt mittelgewichtig, legt im Verlauf an Körper stetig zu, langer Nachhall mit Würze, zarter Herbe und fruchtigen Anteilen.

Frisch geöffnet: 92

Degustation: Wunderschöne, gelbe, reife Frucht, will nicht so richtig aufmachen, zeigt aber Eleganz und gewisse burschikose Noblesse.

92-?

 

Riesling 2015 Grand Cru Brand

13,5% Alk/6,8 Rz/5,1 Sre/Naturkork

Domaine Zind-Humbrecht, Turckheim (www.zindhumbrecht.fr)

Weininfo: steiler Südhang, Biotit-Granit, 65 Jahre alte Reben aus den Teilen Steinglitz und Schneckelsbourg, 37 hl/ha Ertrag, gefüllt im Februar 2017.

Gelber Glanz mit Goldschimmer; im Bukett zunächst etwas verhalten, reife, gelbe Früchte können sich mit etwas Luft freimachen, dann auch Marillenkuchen mit Staubzuckerschicht, insgesamt noch zu kühl und verhalten; am Gaumen saftig und elegant zugleich, kann wohlige Rieslingatmosphäre verbreiten, zeigt Kraft auf wohldosierte Art, angenehm reife Säure mit viel Struktur, gute Länge.

Frisch geöffnet: 91-?

Degustation: Legt mit Luft zu, kann Eleganz perfekt vermitteln.

93-94

 

Riesling 2011 Grand Cru Schoenenbourg Sélection Vieilles Vignes

12,5% Alk/Rz Stufe 3/Naturkork

Domaine Dopff au Moulin, Riquewihr (www.dopff-au-moulin.fr)

Lage: Südlage (La Belle Côte) auf 280 bis 380 Meter Höhe, Gesamtfläche 53,4 Hektar, davon 7,8 Hektar im Besitz der Domaine, Kalk-Kiesel-Mergel-Boden.

Gelb und Gold glänzt im Glas; im Bukett wunderschöne, feine Rieslingnote, die bereits eine wohltuende Patina entwickelt hat, Weingartenpfirsich und Pfirsich Melba, Marillenkuchen mit Staubzucker, dazu auch dunkle, gelbe Fruchtaromen, Honigmelone und zarte Exotik; am Gaumen deutliche Süße, geschmeidig-reife Säure, wohlige Textur, harmonischer Tiefgang, stimmig und balanciert, langer, tiefer Nachhall.

Frisch geöffnet: 93

Degustation: Schöne Struktur, zarte Restsüße, elegantes Spiel.

92

 

Grüner Veltliner Auslese 1986 Spiegel

15,3 Alk/ca. 15 Rz/Naturkork

Weingut Mantler, Brunn im Felde (www.mantlerhof.com)

Lage: mitten am Hang des Gedersdorfer Weinberges, mächtige Terrassen, Löss-Rohboden, betriebseigene Auswahl an alten Edelreisern.

Tiefes, leuchtendes Gold; im Bukett wuchtige, feurige Ankündigung, Trockenfrucht und etwas Mokkanoten, Patina mit doch ein klein wenig maskierten Inhalten; am Gaumen kraftvoll und tiefgreifend, wenn die Flasche „singt“.

Frisch geöffnet: 94

Degustation: Mit Luft leider Kork.

 

Grüner Veltliner 2015 Only 16

16% Alk/lieblich/Schraubverschluss/25 Euro, Weingut Proidl, Senftenberg (www.proidl.com)

Leuchtendes Gelb mit Goldschimmer; in der Nase frische Honigaromen, heller Blütenhonig, auch exotische Anklänge, Honigmelone, Mango und Papaya, reif in jedem Fall, fruchtig und jugendlich; am Gaumen wohlig in der Süße, kraftvoll im Alkohol, jugendlicher Elan, „feuriger Sumoringer“, kraftvoller Körper mit ästhetischem Feeling.

Frisch geöffnet: 93-?

Degustation: Mit Luft toller, jugendlich strahlender Held.

95-?

 

Sauvignon Blanc 2011 Hochgrassnitzberg Reserve

14% Alk/halbtrocken/Schraubverschluss

Weingut Erich und Walter Polz, Grassnitzberg (www.polz.co.at)

Lage: beste Ried des Weingutes, am Beginn der Südsteirischen Weinstraße, Muschelkalk (von einem alten Riff), Oberhang (20 Grad Südwest).

Zeitloser, gelber Glanz mit Goldschimmer; wohlige Sortenaromatik, wilder Salbei, Tomatenblätter, „Kräuter vom sonnigen Südhang“, reife Vegetabilität, Schote und Cassis inkludiert; am Gaumen voll, mit eleganter Kraft und Noblesse, Sortentypizität in etwas (positiver) „altmodischer Anmutung“, zarte Kräuterherbe, wohlige Extraktsüße und Restsüße ergeben ein spannendes Gesamtkunstwerk in Sachen Sauvignon.

Frisch geöffnet: 93

Degustation: Wunderschöne Sortentypizität.

94

 

Sauvignon Blanc 2011 Zieregg Vinothek Reserve

14% Alk/halbtrocken, 11 Rz/7,3 Sre/Glasverschluss Weingut Tement, Berghausen (www.tement.at)

Lage: wertvollste Lage direkt um das Weingut, 85 % Sauvignon Blanc und 15 % Morillon, steile und warme Berghochlage mit SSW-Ausrichtung und schützendem Gegenhang in Slowenien, Muschelkalk und zum Teil Kalkmergel (Opok), Terroir erfordert ganz speziellen, langsamen Ausbau mit langem Hefekontakt. Wunderschönes Sortenbukett mit perfekter Aromenvielfalt, die sich von wilden Kräutern über Tomatenblätter ins Vegetabil-Florale und Fruchtige bewegt, intensive Würze inkludiert; am Gaumen ein Kraftpaket mit ästhetischem Effekt, perfekte Positionierung von Säure, eleganter Fruchtsüße, jeder Menge Extrakt, Restsüße kaum zu spüren, nobel und tiefgründig, voller Körper, vielschichtige Aromatik, stets im sortentypischen Spektrum manifestiert, tolle Konzeption der Extraklasse.

Frisch geöffnet: 95-96

Degustation: Perfekt, best of Sauvignon.

96

 

Riesling 2016 Heiligenstein Lyra Erste Lage ÖTW Kamptal DAC Reserve

13% Alk/trocken/8 Sre/Naturkork

Weingut Bründlmayer, Langenlois (www.bruendlmayer.at) „Zum Weingut gehören im Zentrum des Zöbinger Heiligensteins 69 der 200 Terrassen. Es ist die geologisch älteste und sicher auch berühmteste Lage im Weingut, in Österreich die einzige Sandsteinlage für große Rieslinge. Als Trockensediment ist der Heiligenstein ein sehr brüchiges Gestein. Die bis an die Oberfläche tretenden Festgesteine bestehen aus feldspatreichen, rotbraunen Sandsteinen und groben Konglomeraten, die vor etwa 250 bis 280 Millionen Jahren in Seen, Tümpeln und periodisch aktiven Flussläufen unter Wüstenklima abgelagert wurden. In dem Gesteinspaket lassen sich Reste versteinerter Pflanzen und Gerölle vulkanischer Quarzporphyre finden. Rund ein Drittel der Anlagen steht in der sogenannten „Lyra-Erziehung“, einer von Willi Bründlmayer auf die Bedürfnisse der Gegend angepasste Drahtrahmenerziehung, die die Rebsprösslinge über dem Stamm so teilt, dass sie sich wie sonnenanbetende Arme zum Himmel strecken. Dadurch wird die belichtete und belüftete Blattoberfläche im Verhältnis zum Stock quasi verdoppelt. In der heißesten Zeit, beschattet das Laubdach die durch Sonnenbrand gefährdeten Trauben. Außerdem trocknen die gut belüfteten Blätter schneller ab, sodass die Gefahr des gefürchteten Mehltaus vermindert wird. “ (Quelle: www.bruendlmayer.at)

Weininfo: Lese 25./26. Oktober, Gärung im Edelstahltank bei 15 bis 20 °C, Ausbau auf der Feinhefe im Stahltank, Füllung Anfang August 2017.

Elegantes Strohgelb mit Glanz; in der Nase wird sofort feine Rieslingatmosphäre verbreitet, mit elegantem Steinobstfruchtspiel, geht in Richtung Weingartenpfirsich und gelbe Melone, auch etwas Exotik spielt mit; am Gaumen von trockener Eleganz und Finesse geprägt, knackig, kantig und saftig, fast noch burschikos, wohliger Animationseffekt, ästhetisch und noch ein bisschen fragil, trotzdem schon mit viel Kraft ausgestattet.

91+

 

Riesling von Schieferterrassen 2016

13,5% Alk/Schraubverschluss

Weingut Heymann-Löwenstein, Winningen, Mosel (www.heymann-loewenstein.com)   Elegantes, fast jugendliches Strohgelb mit grün-goldenen Reflexen; klassischer Betriebston, mit reifer, dunkelgelber Frucht und würzigen Effekten, auch ein wenig Botrytis, Honig und Honigmelone; am Gaumen passt alles: frische Säure und zarte Süße, Alkohol und Esprit, feiner Aromabogen mit Steinobst und weiteren gelben Früchten, süßsaures, saftiges Trinkvergnügen, das Spannung und Pikanz vermittelt und wohlig-warmen Nachhall inkludiert, und das alles sozusagen als „Einsteiger“-Riesling.

93

 

Clos de Vougeot 2004 Grand Cru

13,5% Alk/Naturkork

Domaine de la Vougeraie, Premeaux Prissey (www.domainedelavougeraie.com)

Weininfo: 100 % Pinot Noir, sehr steiniger Kalkboden, 10 000 Reben pro Hektar, Ertrag 26 hl/ha, Lese am 5. Oktober, Trauben entrappt, ohne Hefe oder Enzym, kalte Mazeration vor der Gärung (15 °C), 19 Stunden Maischestandzeit, Remonate, 16 Monate Ausbau in Barriques (70 % neu), Abfüllung 16. und 17. Februar 2006.

Kann sich von Beginn an perfekt präsentieren; klassische Farbe, Karminrot und Granat mit eleganter Morbidität; im Bukett leiten Maronisud, gekochte Beeren, Kräuternoten und Holzeinsatz optimal ineinander, großer Stoff kündigt sich an; wirkt am Gaumen eher relativ schlank, der Alkohol kommt nicht zum Tragen, röstig-würzig, erdig und ein bisschen blättrig, Sattelleder und Selchspeck, elegante, animalische Sinnlichkeit, von der Herkunft schwer zuzuordnen.

Frisch geöffnet: 92

Degustation: Herber Charme, sortentypisch und direkt, mit Luft immer mehr Sattelleder.

91

 

M1 2012

80 % Merlot – 10 % Blaufränkisch – 10 % Zweigelt

15,1% Alk/1,3 Rz/5,2 Sre/Naturkork

Weingut Gerhard Markowitsch, Göttlesbrunn (www.markowitsch.at)

Weininfo: Lage Aubühl, wärmste im Arbesthaler Hügelland, südwestlich geneigt, auf 210 bis 250 Meter Höhe, warme, kalksandige, leicht lehmige Böden, 4,5 Hektar Blaufränkisch und Merlot, seit 2000 reifste Chargen als M1 abgefüllt, nur in Ausnahmejahren produziert, mehrfache händische Selektion Anfang bis Mitte Oktober, spontane Maischegärung bei 30 bis 32 °C in Holzgärständern, 24 bis 30 Tage Mazerationszeit, Ausbau 24 Monate in Barriques aus französischer Eiche und 500-l-Fässern.

Tiefe Farbe, schwarz Kern, Purpur-Rubin im Randbereich; in der Nase Rotweinlikör-Assoziationen, schwarze Fruchtanteile mit Tiefgang, Rumtopf, ein Hauch von Beerenkoch, perfekt inszeniert; am Gaumen fulminante Fruchtsüße, wohlige Textur, weich und geschmeidig zu Beginn, langsam intensivieren sich die Tannine, die noch von einem dicken, süßen Mantel umhüllt sind, verstrahlt Wärme, Fülle und Extraktsüße, feuriger Nachhall, zeigt sicher erst später, was er kann.

Frisch geöffnet: 92-?

Degustation: Tolles Feeling, voll und wohlig, feurig und fulminant, Tannine mit weichem Druck.

95

 

Biserno 2010 Toscana IGT

Cabernet Franc – Merlot – Cabernet Sauvignon – Petit Verdot

14,5% Alk/trocken/4,9 Sre/Naturkork

Tenuta di Biserno, Bibbona, Maremma (www.biserno.it)

Weininfo: Handlese in 15-kg-Kisten von der zweiten Septemberwoche bis Anfang Oktober, Ausbau 16 Monate in neuen französischen Barriques (60 % neu), weitere 12 Monate auf der Flasche.

Tiefdunkle Farbe, dünner, zart gekochter Rand mit Granateffekt; „süßes“ Empfinden von Beginn an, Schokolade, Pralinen mit Fruchtfülle, Rumtopf und Punsch, etwas Mokka-Kirsch-Aromen, angenehmer Würzehintergrund; kann am Gaumen sofort mit kräftigem Tanningehalt sowie wohliger Frucht- und Extraktsüße aufwarten, gut proportioniert, kraftvoll und stets elegant, mit Noblesse und beeindruckendem Tiefgang ausgestattet.

Frisch geöffnet: 94-?

Degustation: Großartige Konsistenz, viel Feuer, fulminantes Furioso mit Fruchtfülle und Tiefgang.

96

 

Mystique 2011

15 Alk/Naturkork

Weingut Pöckl, Mönchhof (www.poeckl.at)

„Den Mystique gibt es nur in außergewöhnlich guten Jahren und in sehr kleinen Mengen. Es handelt sich eigentlich um einen ‚Forschungswein‘, bei dem wir die Möglichkeiten im Weingarten und bei der Vinifizierung ausloten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen natürlich auch in die Produktion unseres ganzen Sortiments ein.“

Schwarz bis zum hauchdünnen, purpur-violetten Randbereich; im Bukett konzentriert in Frucht und Würze, Punsch, Glühwein und Rumtopf, gekochte Beeren, Nougatschokolade, alles im jugendlich-fruchtigen Sinn, kein bisschen morbid; am Gaumen wohliger Tannineinsatz, kann sich sofort in Szene setzen, lässt keine Sekunde Zeit zum Überlegen, fordert mit ästhetischem Druck, lang, tief und inhaltsschwer, eine grandiose Sache.

Frisch geöffnet: 95-?

Degustation: Wunderschöne Mokkanoten, Extraktsüße und Feuer, Struktur mit Tiefgang.

95

 

Grand Vin de Léoville du Marquis de Las Cases 2008 Deuxième Grand Cru Classé

78 % Cabernet Sauvignon – 10 % Merlot – 12 % Cabernet Franc

13,5% Alk/3,4 Sre/Naturkork

Château Léoville Las Cases/Les Domaines Delon, Saint-Julien (www.domaines-delon.com)

Weininfo: Lese 6. bis 18. Oktober

Gut gedeckte, tiefe Farbe, schönes Rubin, zart gekochter Rand; in der Nase noch gar nicht richtig Bordeaux-mäßig entwickelt, erdig-würzig, Grafit und Ziegelsplitt, schotiger Hintergrund, kann sich frisch geöffnet noch nicht in Szene setzen; wirkt am Gaumen eher schlank und direkt sofort beim Einstieg, Alkohol nicht zu spüren, von erdiger Würze geprägt, braucht noch Luft.

Frisch geöffnet: 90

Degustation: Buttercreme und Tanninpower, cremig Art, etwas fehlende Gebietstypizität.

89-?

 

Ornellaia 2010 Bolgheri DOC Superiore        

53 % Cabernet Sauvignon – 39 % Merlot – 4 % Cabernet Franc – 4 % Petit Verdot

14,5% Alk/Naturkork

Tenuta dell' Ornellaia, Bolgheri (www.ornellaia.com)

Weininfo: Trauben von Hand in 15-kg-Kisten geerntet, vor und nach dem Entrappen auf dem doppelten Auswahltisch selektiert, leichtes Anpressen, jede Rebsorte und jede Weinbergsparzelle separat vinifiziert, eine Woche alkoholische Gärung in Stahltanks bei 26 bis 30 °C, Maischestandzeit von insgesamt 10 bis 15 Tagen, BSA hauptsächlich in Eichenbarriques (70 % neue, 30 % Erstbelegung), ca. 18 Monate Ausbau in Barriques, nach 12 Monaten zu einer Cuvée vermählt und für weitere 6 Monate in Barriques verbracht, Freigabe für den Markt nach 12 Monaten Flaschenreife.

Anmerkung: Mit der Weinlese 2010 feiert Ornellaia sein 25-jähriges Jubiläum. Das Jubiläumslogo in Gold und Elfenbeinfarbe schmückt alle Formate des Ornellaia 2010.

Tiefe Farbe, fast schwarzer Kern, zart gereifter Randbereich; im Bukett feine, schokoladige Würze mit zart ledrigem Beiton, konzentrierte Frucht im Hintergrund, verspricht reife Frucht und würziges, fast mineralisches Terroir; am Gaumen sehr direkt, überhaupt nicht marmeladig, wunderbar strukturiert, protzt sofort mit mächtigem Tannineinsatz, der jedoch nie den ästhetischen Rahmen sprengt, kann stets harmonischen Druck erzeugen, kraftvoll und elegant, nobler Charakter, sinnliches Finish.

Frisch geöffnet: 94-?

Degustation: Großartiges Feuerwerk an Fulminanz, faszinierendes, langes Finish, toller Stoff.

96+

 

Opus One 1998

91 % Cabernet Sauvignon – 7 % Cabernet Franc – 1 % Merlot – 1 % Malbec und Petit Verdot

13,5% Alk/Naturkork

Opus One Winery, Oakville (www.opusonewinery.com)

Weininfo: 36 Tage Maischestandzeit, 16 Monate Ausbau in neuen französischen Barriques

Gereiftes Bordeauxrot, Karmin- und Granateffekte, gekochter, wässriger Rand; vermittelt in der Nase totales Bordeaux-Feeling, mit schotig-fruchtiger Cabernet-Präsenz, Zigarrenkiste, Tabakblätter und sogar etwas Minze; am Gaumen die vinifizierte Eleganz in Perfektion, feine Extraktsüße, reife, weiche Säure (nur daran erkennt man, dass es kein Bordeaux ist), tiefe Frucht, wohlige Schote, harmonische Cabernet-Effekte, graziler Tiefgang, großer Stoff aus der Neuen Welt.

Frisch geöffnet: 96

Degustation: Wunderschöne Bordeauxinhalte, auch Tage später noch perfekt zu trinken, ein „Bordelaiser Kalifornier“.

96-97

 

Seña 2012

52 % Cabernet Sauvignon – 23 % Carmenere – 12 % Merlot – 7 % Malbec – 6 % Petit Verdot

14% Alk/Naturkork

Viña Seña, Aconcagua Valley (www.sena.cl

Gut gedeckte Farbe, zart gereifter Rand; klassische, chilenische Textur, kitschige Fruchtzuckerl-Effekte (Johannisbeerdrops); am Gaumen harmonisch mit angenehmem Säurerückgrat, zeigt dadurch gewisse Pikanz, immens fruchtbetont, Cassis in Perfektion, reife, rote Peperonata, jede Menge Frucht- und Extraktsüße, tolle Sache, braucht Luft.

Frisch geöffnet: 91

Degustation: Das Dropsige geht nicht ganz weg, Gebietstypizität vorhanden, Eleganz tritt hinzu.

92-93

 

Cabernet Sauvignon 2013 Reserve To Kalon Vineyard

88 % Cabernet Sauvignon – 8 % Cabernet Franc – 4 % Petite Verdot

15% Alk/0,6 Rz/6,9 Sre/Naturkork

Robert Mondavi Winery, Oakville (www.robertmondaviwinery.com)

Weininfo: Lese vom 11. September bis 5. Oktober, von Hand in drei Phasen der strengen Sortierung geerntet, zuerst an den Rebstöcken, dann an einzelnen Trauben und zuletzt nach dem Abbeeren, direkt in traditionelle Eichenfässer aus französischer Eiche gebracht, um dort kalt zu werden und zu gären, insgesamt 34 Tage Wein-Haut-Kontakt, Jungwein abgelassen und für die malolaktische Gärung sanft in 100 % neue Barriques aus französischer Eiche gepresst, wiederholte Verkostung über 21 Monate, Zusammenstellung der Cuvée, Abfüllung im August 2015.

Schwarz, dünner, jugendlicher Rand; im Bukett fast ein bisschen kitschig, süße Nougatnoten und Fruchtextrakte, intensives Beerenkoch, reife, rote Schote, mit einem Hauch rosa Pfeffer unterlegt; am Gaumen noch viel zu jugendlich, wohlig und tief, durch all die Frucht und Extraktsüße dringt relativ zügig der Tannineffekt, kann dadurch die Struktur intensivieren, lässt auf perfekte Weise eine gewisse Spannung aufkommen, langer, feuriger Nachhall, großer Stoff mit viel Wärme.

Frisch geöffnet: 95-?

Degustation: Ein Cabernet mit viel Charakter, Tiefgang und Tanninfulminanz, jugendliche Euphorie, großartige Entwicklungsfähigkeit.

95-?

 

Château Mouton Rothschild 1986

80 % Cabernet Sauvignon – 10 % Merlot – 8 % Cabernet Franc – 2 % Petit Verdot

12,5%/Naturkork

Château Mouton Rothschild, Pauillac (www.chateau-mouton-rothschild.com)

Weininfo: Lese 2. bis 15. Oktober

Wunderschönes, dunkles, am Rand auch gereiftes Rubin mit Granateffekten; in der Nase stahlig-erdig-würzig und archaisch, überzeugt mit Herkunftstypizität, Zigarrenkiste und Tabakblättern, würzige Graphitnoten, Pauillac pur; am Gaumen hochelegant, ästhetisch in der Struktur, kann mit reifen, fast etwas weichen Tanninen Harmonie und Tiefgang zugleich vermitteln, Mokkanoten (Pocket Coffee) mit wohligem Nachhall, legt von Beginn an zu und wird im Verlauf immer dichter.

Frisch geöffnet: 92-?

Degustation: Kann sich erst mit Luft richtig entfalten, zeitlos und hochelegant, gebiets- und betriebstypisch.

95

 

Château Mouton Rothschild 2000

86 % Cabernet Sauvignon – 14 % Merlot

12,5% Alk/Naturkork

Château Mouton Rothschild, Pauillac (www.chateau-mouton-rothschild.com)

Weininfo: Lese 22. September bis 6. Oktober

Tiefdunkle Farbe, zarte Granateinschläge in dunklem Rubin; in der Nase Mouton pur, wunderschöne Mokka-Röst-Aromen, Sattelleder, intensiv und expressiv; startet auch am Gaumen sofort von null auf hundert, offeriert das gesamte Pauillac-Portfolio eines Grand Cru Classé mit imponierender Betriebstypizität, voller Eleganz und stets filigran in der Art, zugleich mit immensem Tiefgang ausgestattet, hier scheint die „Quadratur des Bordeaux-Kreises“ gelungen.

Frisch geöffnet: 95-?

Degustation: Gebietstypizität und Betriebstypizität pur, Mokka-Röst-Aromen, gibt alles, was Pauillac zu geben imstande ist.

96-?

 

Masseto 2001 Toscana IGT

Merlot

15 Alk/Naturkork

Masseto, Bolgheri (www.masseto.com)

Weininfo: Trauben jeder einzelnen Parzelle von Hand in 15-kg-Kisten geerntet, in der Kellerei auf dem Sortierband erneut selektiert, danach entrappt und leicht angepresst, alkoholische Gärung in hölzernen Gärbottichen zu 65 hl und 125 hl, Gärtemperaturen zwischen 27 und 30 °C, nach 21 bis 33 Tagen Maischestandzeit in neuen französischen Barriques ausgebaut, malolaktische Gärung, insgesamt 24 Monate im klimatisierten Barriquekeller, jede Parzelle separat ausgebaut, endgültige Assemblage nach 12 Monaten, anschließend wieder in Barriques gefüllt und weitere 12 Monate gelagerte, nach einer Flaschenreife von 12 Monaten für den Verkauf freigegeben.

Gut gedecktes, dichtes Granat mit leisem Rubinschimmer, karminroter Rand; im Bukett wunderschöne Merlotempfindungen mit einem Hauch Bordeaux, süß-röstig, schotig-würzig, vielschichtig und tiefgründig, grandios; am Gaumen Extraktsüße, Fülle und Tiefgang, etwas Konfit, doch sofort auch genügend Tannin und Feuer, um diesen Aspekt auszugleichen und Struktur hineinzubringen, fast noch saftig, erdig-würzig, aber auch fruchtig, kann Merlot schöner sein?

Frisch geöffnet: 97+

Degustation: Rien na vas plus, was die Sorte betrifft, ein Bündel an Kraft, Noblesse, Eleganz, Tiefgang und Charakter.

97+

 

Solus 2009

Merlot

14,5% Alk/Naturkork

Kellerei Attila Gere, Villány (www.gere.hu)

Tiefe Farbe, zart gereifter Rand, etwas Granat eingeschlossen; in der Nase Mokkanoten (Pocket Coffee), Kirschkonfit und reife, schotige Würze, ein Hauch Leder, perfekt inszeniert; am Gaumen feurig und doch elegant, fruchtig und doch auch mit Würze versehen, reife Tannine, die die süße Hülle nicht gleich durchdringen können, Extrakt und Tiefgang in fulminanter Form, langer, fruchtsüßer Nachhall, feuriges Finish.

Frisch geöffnet: 93-94

Degustation: Wunderschöne Würze, mit Mokka und Tannin ausgestattet, röstig und süß-toastig, zugleich dunkel-fruchtig.

95

 

Redigaffi 2011 Toscana IGT

Merlot

14% Alk/Naturkork

Tua Rita, Suvereto (www.tuarita.it)

Tiefe Farbe, dunkler Kern, zart gekochte Granateffekte im Randbereich; in der Nase warme Töne, mit erdigen, würzigen und fruchtigen Elementen zugleich ausgestattet, wirkt wohlig-gekocht, gedörrte Zwetschken und eingekochte Kirschen, mit angenehmem Tanninhaushalt ausgestattet, der die Fruchtsüße ausbalanciert, weist auch einen gewissen Gehalt an Restsäure auf, der mit dem Tannin eine spannende Balance schafft, feuriger Nachhall, toller Stoff, noch viel zu jung.

Frisch geöffnet: 93-?

Degustation: Elegante, reife, warme Sortentypizität mit viel Charakter.

95

 

Neuburger Trockenbeerenauslese 1963

0,7 l/gute Flaschenfüllung, feuchter Kork

Weingut Ratz/Morandell, Rust

Tiefes Gold mit Bronze und rotgoldenem Schimmer; Patina und Botrytis in feinster Art, vielschichtig und feinziseliert, dunkler Waldhonig, Röstaromen, Pumpernickel, gedörrte Zwetschken und Feigen, ein wohliges Geruchserlebnis; am Gaumen noch mehr Fulminanz, eine Aromenbandbreite, die nur ein großartiger, reifer, voller Wein bringen kann, mit Kraft und Eleganz, Noblesse und Tiefgang, stimmig und balanciert in Säure, Süße und Alkohol, intensive Bestätigung aller angekündigten Aromen, großer Stoff mit viel Charakter, Gesamtkunstwerk der Extraklasse.

96

 

Trockenbeerenauslese 1967

0,7 l/low shoulder, nicht mehr attraktiver Kork

Weingut Mechthilde Wimmer, Oggau

Tiefes Rotgold mit Bronze und Ocker; im Bukett wohlig-reife Botrytisnoten mit feinem Rumzwetschkenextrakt, etwas Brot und Brotrinde, Pumpernickel, Feigen und weitere Dörrobstelemente, verfeinert durch Lebkuchengewürze, geadelt durch Waldhonigduft – großartige Aromenvielfalt; am Gaumen perfekt inszeniert und balanciert, Säure und Süße mit wohltuend mäßigem Alkohol, angenehme Wärme, kann sich auf diese Art zeitlos positionieren, vermittelt Kraft und Eleganz mit tiefgründiger Frucht und Aromenvielfalt, ein Elixier der Sonderklasse.

97

Mit Luft leider etwas maskiert-muffig.

 

Château Doisy-Daëne 1953 Haut Barsac-Sauternes

Kork mit Korkbrand, ziemlich nass, perfekte Füllhöhe

Sauvignon Blanc – Sémillon

Denis Dubourdieu Domaines (www.denisdubourdieu.fr)

Tiefes, leuchtendes Gold; in der Nase feine Gebietstypizität, Biskuit, Zwieback, Brioche und würzig-staubige Elemente, Staubzucker inkludiert, aber auch Fruchtinhalte dringen noch durch, Orangenzesten; am Gaumen unglaublich präsent für das Alter, großartige, zeitlose Erscheinung, Alkohol und wohltuende Kraft ergänzen die Restsüße, kann über die Herkunft erzählen, mit viel Schmelz, Tiefgang und Charakter ausgestattet, vereint abermals alle typischen Merkmale in effektvollem Finish.

95+

 

Château d´Yquem 2015   1er Cru Superior

Sauvignon Blanc – Sémillon

14% Alk/Naturkork

Château d´Yquem, Sauternes (www.yquem.fr)

Heller, jugendlicher, goldgelber Glanz; in der Nase jugendliche Fruchtattribute, helles Dörrobst, Melone und Pfirsich, etwas exotische Anklänge, vielschichtig, mit Luft immer intensiver in der Gebietstypizität, mit feinem Duft nach Brioche und Vanillezucker; am Gaumen jugendliche Perfektion, kann Süßwein aus dieser Region schöner sein, besser sein, mehr imponieren?, wohltuende Kraft, Alkohol spürbar, doch wunderschön integriert, Frucht mit Fruchtsüße und der Kraft der Elemente in inniger Verbindung, eine harmonische Ehe aller jugendlichen Elemente, die einen großen Süßwein ausmachen.

97-?

 

Aszú Essencia 1983

Naturkork mit Wachs

The Royal Tokaji Wine Company (www.royal-tokaji.com)

Tiefdunkel, dickflüssige Konsistenz; intensives Geruchsbild, Rumtopf und Rumzwetschken pur, Marillenmus und Hollerkoch, „Kräutersauce mit Waldhonig“, aber auch florale Töne kommen auf, vielschichtig und imponierend, alles auf kompromisslose Weise konzentriert; am Gaumen fast mit dem Löffel zu genießen, immenser Süße-Säure-Druck stellt eine extrem üppige Konsistenz unter Beweis (wohl um die 20 g/l Säure und über 500 g/l Restzucker), die Aromafülle steigert sich nochmals, vor allem im Abgang, Rumzwetschken, Feigen, Dörrobst und Pumpernickel retronasal nochmals in monumentaler Art zu erleben, süßer Nektar der Sonderklasse.

93

 

Riesling Trockenbeerenauslese 1997 Loibenberg

7% Alk/Naturkork

WG Dinstlgut Loiben

Dunkel und zähflüssig, Rotgold, Bronze und Bernstein; in der Nase Marillenmarmelade und dunkler Waldhonig, in feinste Botrytis eingegossen; am Gaumen kommt erst die wahre Vollendung, mit süßsaurer, fruchtexpressiver Pikanz, mit Perfektion, alles, was ein Riesling im hohen Prädikatsbereich geben kann, auch hier etwas eingekochte Marillen mit Staubzucker, Honig und Honigmelone, wohliger Tiefgang, Wachauer Süßwein der Extraklasse.

96

kutscherskostnotizen.at

 

 

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