Der Reiz von Reiseaktien

Die Aktien von Touristikkonzerne performen prächtig. Auch die Kreuzfahrtbranche freut sich starker Passagierzuwächse. Und Online-Reiseportalen wird eine rosige Zukunft vorausgesagt.

Foto: TUI AG

Während in Westeuropa und Japan die zunehmende Zahl an rüstigen Rentner für die Tourismusbranche ein spannender Markt ist, wächst in den Schwellenländern, allen voran China und Indien, eine reiselustige Mittelschicht. Die Welttourismusorganisation UNWTO schätzt, dass zwischen 2010 und 2030 die weltweite Reisetätigkeit, gemessen an der Zahl der Ankünfte, jährlich um 3,3 Prozent wächst. Dies jedoch mit großen zyklischen Schwankungen, abhängig von Konjunktur und Ölpreis. So steigt die private Urlaubsbereitschaft mit geringerer Arbeitslosigkeit und niedrigen Ölpreisen. Sinken die Treibstoffkosten, werden Flüge und Fernreisen günstiger.

Derzeit sprechen niedrige Ölpreise für Tourismusaktien und in Europa kommt noch der Faktor der konjunkturellen Erholung hinzu. Folgende Werte sind einen Blick wert:

TUI TRAVEL PLC – Der Klassiker

TUI ist der weltweit führende Touristikkonzern mit zahlreichen Hotels, wachsendem Kreuzfahrtgeschäft, moderner Flugzeugflotte und direktem Zugang zu mehr als 20 Millionen Kunden. In den Hauptmärkten lagen per Ende März 2015 die Buchungen um zwei Prozent über dem Vorjahr, nicht zuletzt durch die vielen Online-Buchungen,die um elf Prozent zulegten. Hotels und Resorts entwickeln sich erfreulich, bei „Kreuzfahrten“ wurde ein neues Schiff (Mein Schiff 4) zum Erfolg. Das Management ist optimistisch, heuer ein Ergebnisplus von zehn bis 15 Prozent verbuchen zu können. Für die nächsten drei Jahre wird ein jährliches Wachstum von über zehn Prozent beim bereinigten operativen Ergebnis angepeilt, die Aktie hat noch Kurspotenzial. FAZIT: TUI ist ein Basisinvestment im Touristikdepot.

Kreuzfahrt – Der Chinese ist Kunde

Die Kreuzfahrtbranche läuft auf Hochtouren. Der internationale Kreuzfahrtverband, Cruise Lines International Association (CLIA), rechnet 2015 mit einer Rekordzahl von 23 Millionen Kreuzfahrtpassagieren. Vor allem Spezialkreuzfahrten auf Luxusjachten, eleganten Ozeanriesen und Flusskreuzfahrten erfreuen sich zweistelliger Passagierzuwächse. Zu den soliden Riesen dieser Branche gehören Carnival Corporation, Norwegian Cruise Line Holdings Ltd. und Royal Carribean Cruises. Letztere buchen gerne und häufig die Chinesen.

Carnival hat das Costa-Concordia- Unglück gut verdaut. Nun will die zu Carnival gehörende Costa Group bis 2024 die Passagierkapazität auf 120.000 Betten verdoppeln. Eine wichtige Rolle sollte dabei der asiatische Markt spielen, denn schon in wenigen Jahren soll China der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt hinter den USA sein! Im Vorjahr stiegen der Cashflow um 21 Prozent und Gewinn je Aktie um 14,4 Prozent. Die Ertragskraft des Unternehmens haben Analysten stark unterschätzt: In den vergangenen vier Quartalen gab es positive Gewinnüberraschungen von bis zu 400 Prozent über den Prognosen! 

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