„Es ist zu spät um zu verkaufen!“

Frank Fischer, Chef von Shareholder Value Management und einer der bekanntesten deutschen Fondsmanager, erklärt im Gespräch mit GEWINN, warum man weiterhin in Aktien investieren sollte.

Frank Fischer, Shareholder Value Management (Foto: Shareholder Value Management AG)

GEWINN: Die Ausbreitung des CoronaVirus hält die Welt und insbesondere die Börsen in Atem. Wie sollen Anleger in dieser schwierigen Situation reagieren? Alles verkaufen, um zu retten, was noch zu retten ist?

Fischer: Nein, es ist zu spät, um jetzt noch zu verkaufen. Wenn man salopp gesagt über das Sitzfleisch verfügt, sollte man diese Situation einfach aussitzen und die bereits erworbenen Aktien jedenfalls behalten, bis sich die Kurse wieder erholt haben. Außer man braucht das Geld dringend oder steht diese Entwicklung mental nicht durch. Jene Anleger, die jetzt aus freien Stücken verkaufen, werden das vielleicht bereuen, weil sie nicht mehr in den Markt zurückkommen.

GEWINN: Aber es zeigt sich doch, dass die weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Krise die Weltwirtschaft regelrecht „abwürgen“...oder?

Fischer: Ja, die kurzfristige fundamentale Folge der notwendigen umfangreichen weltweiten Quarantänen ist eine globale Rezession. Wir erwarten für das erste und zweite Quartal ein deutlich rückläufiges Wirtschaftswachstum. Viele Unternehmen verzeichnen Umsatzeinbrüche bei gleichbleibenden Verpflichtungen, wie Lohn- und Steuerzahlungen. Aber ich bin sicher, dass das Leben nach dem Virus weiter geht. Bei allem menschlichen Leid und bei all der Trauer um die Opfer, die die Krise gefordert hat und noch fordern wird: Die Volkswirtschaften in ihrer jeweiligen Gesamtheit werden diese Krise überstehen. Typischerweise kommt dann auch eine Erholung, die sehr stark ist, weil viel aufzuholen ist und geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zusätzlich befeuern. Der Umfang der monetären Unterstützung durch die Notenbanken und das Ausmaß der fiskalischen Unterstützung übertrifft dieses Mal alle bisherigen Maßnahmen in früheren Krisen bei Weitem! Was jetzt weltweit sofort umgesetzt werden muss, sind die Maßnahmen, die in China, Korea und Singapur so gut gegriffen haben.

GEWINN: Ihrer Meinung nach sollte man daher eher darüber nachdenken, Aktien zu kaufen, als zu verkaufen?

Fischer: Ja, so eine Chance, qualitative Unternehmen zu solchen Kursen zu erwerben, gibt es in einer Dekade meis tens nur einmal. Wenn die genannten Maßnahmen umgesetzt werden, gilt es die phantastischen Firmen quasi im Sonderangebot einzusammeln. Die meisten Menschen haben zu wenig Aktien und viel zu viel Festgeld und negativ verzinsliche Anleihen. Für Anleger, die jetzt ihre Ängste überwinden, wird sich das Engagement in unternehmerischen Beteiligungen auf viele  Jahre auszahlen und sehr gute Renditen liefern. Denn wenn man Aktien sehr lange behält, hat man eine sehr geringe Verlusterwartung. „Lange“ bedeutet aber auch wirklich lange, ich spreche hier von mindestens fünf Jahren.

GEWINN: Sind die Unternehmen an der Börse durch den Kursrutsch wieder günstiger bewertet?

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