Jahresendrally: Wer im Rennen ist

Zum Jahreswechsel bis hinein in den April ist rein statistisch mit Aktien am meisten zu gewinnen. Die Chancen dafür stehen trotz Verunsicherung durch Terror und Zinserhöhungen in den USA gut.

Illustration: Markus Murlasits

Die Aufholjagd hat schon begonnen: Der US-Leitindex S&P-500-Index hat seit seinem letzten Zwischentief am 25. August bereits 11,7 Prozent aufgeholt, der deutsche DAX seit seinem Tief im September wieder 17,6 Prozent (bis 23. 11. 2015). Eine gute Nachricht für die Anleger, denn mittlerweile liegen die beiden wichtigen Leitindizes, genauso wie der NASDAQ 100 und der EuroStoxx 50, im laufenden Jahr im Plus und es gibt eine Reihe von Gewinneraktien, die erfahrungsgemäß einen Extra-Kursschub zur Jahreswende bekommen könnten.

Auf jeden Fall hat sich zum richtigen Zeitpunkt der Zug in Fahrt gesetzt und es ist noch nicht zu spät, mit den passenden Aktien auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Das zeigen auch die langjährigen Statistiken, gemäß denen vor allem der Dezember ein erfreulicher Börsenmonat ist. Blickt man im S&P 500 zurück bis 1950, so war der Dezember mit einem durchschnittlichen Plus von 1,59 Prozent der beste Monat. In 49 Fällen war die Wertentwicklung positiv und in nur 16 negativ. Doch das ist noch nicht alles. Die positive Entwicklung setzte sich bis zum April weiter fort. In den Monaten Oktober bis April lag das Plus im Schnitt bei 7,1 Prozent, während in der Zeit von Mai bis September faktisch keine Kursgewinne zustande kamen.

Ein ähnliches Schema ist auch im deutschen Leitindex DAX zu beobachten, wo insbesondere im März die Gewinne sprudeln. Wer Anfang Dezember einsteigt, kann unter Umständen gleich positiv überrascht werden, denn vor allem die letzten Tage im Jahr können größere Kurssprünge bringen. Doch wie lässt sich dieses Phänomen erklären?

Der Motor der Jahresendrally

Die treibende Kraft der Jahresendrally ist das jahreszyklische Verhalten institutioneller Anleger. Auch wenn die Rechnungsperioden in den Rechenschaftsberichten der Fonds vom Kalenderjahr abweichen können, ist es üblich, dass in diversen Fondsdatenbanken die Performance-Zahlen und Portfolio-Zusammensetzungen per 31. 12. angeführt werden. Dieser Portfolio-Überblick mit den Top-ten-Positionen der diversen Factsheets hat eine gewisse Außenwirkung. Das verlockt so manche Fondsmanager zum „Window-Dressing“ (englisch für „Fenster dekorieren“). Populäre Aktien, die im laufenden Jahr beziehungsweise die vergangenen sechs bis zwölf Monate gut gelaufen sind, werden verstärkt ins Portfolio gelegt, während die „Loser- Titel“ abgestoßen werden. Das erklärt auch die Trendbeschleunigung starker Aktien zur Jahreswende.

Die weiteren Turbos zum Jahreswechsel: Zum einen die Antizipation der Anleger, dass sich die gute „Aktiensaison“, die im Schnitt bis Ende April anhält, fortsetzt. Weiters die Urlaubsvorfreude zur Weihnachtszeit und das Reinvestment von Weihnachtsgeldern und Jahresendbonus-Zahlungen. Weitere psychologische Effekte sind der mentale Abschluss des alten Jahres und ein – häufig rosarot gefärbter – Blick in die Zukunft, vor allem ins kommende Jahr. 

 

Den gesamten Artikel lesen Sie im Heft GEWINN 12/2015

US-Rally-Kandidaten

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