„Österreicher decken sich mit Gold ein“

Österreichische Privatanleger nutzen die günstigen Goldpreise, um sich mit Münzen und Barren einzudecken, berichtet Münze-Österreich-General Gerhard Starsich von einem Superverkaufsjahr 2015.

TOP-GEWINN: Gold notiert zu günstigen 1.150 US-Dollar.

Starsich: Da Gold in Dollar gehandelt wird, der momentan stark ist, schaut es für den Europäer natürlich nicht ganz so schön aus. Trotz allem liegen schon die Produktionskosten von Gold in etwa auf diesem Niveau. Daher bin ich bullish für Gold. Ich rechne, dass es mittelfristig wieder mehr glänzt.

TOP-GEWINN: Glauben das auch die heimischen Anleger?

Starsich: Wir haben zumindest starke Verkaufsmonate gesehen: 161.000 Stück Gold-Philharmoniker im Juni, 152.000 Stück im Juli und selbst im sonst sehr ruhigen August waren es noch 126.000 Stück. Die Münze Österreich hat im gesamten letzten Jahr 910.000 Feinunzen Goldmünzen verkauft (eine Feinunze = 31,1 Gramm), bis Ende August waren es heuer aber schon 826.000.

Starsich: Hier sind es 1,3 bis 1,4 Millionen Unzen, wobei wertmäßig Gold natürlich mit einem Jahresumsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro stärker zu Buche schlägt als Silber mit 180 Millionen Euro. In Österreich sind die Silberkäufe wegen der anfallenden Mehrwertsteuer nicht so bedeutend. Gold ist hingegen europaweit von der Mehrwertsteuer befreit. Besonders hart traf uns 2014, dass unser Hauptabnehmerland Deutschland den Steuersatz auf Silbermünzen von sieben auf 19 Prozent anhob. Allerdings können wir die Einbrüche in Deutschland mit unseren starken Umsatzzuwächsen in den USA gut kompensieren. 

TOP-GEWINN: In silver we trust? Haben die Amerikaner den Glauben in ihre Währung verloren.

Starsich: Nein. Wir haben dort nur deutlich an Marktanteilen gewonnen, weil wir uns als verlässlicher Handelspartner mit stabilen Preisen etablieren konnten. 

TOP-GEWINN: Ist die Münze Österreich in den USA so ein großer Player? 

Starsich: Na ja, während wir in Europa 43 Prozent Marktanteil haben, in Japan sogar 58 Prozent, liegen wir in den USA erst auf dem sechsten Platz. Und Nordamerika macht nun einmal 65 Prozent des Goldmünzenmarkts aus. Aber wir holen dort gerade auf. 

TOP-GEWINN: Und wie schlägt sich die Münze Österreich in China?

Starsich: Derzeit dürfen wir zwar nach Hongkong und Singapur liefern, von dort aus darf man aber noch keine Goldmünzen nach Mainland China bringen. Wir rechneten eigentlich heuer noch mit einem Fall der Importbeschränkungen. Das wäre ein ganz starker Impuls für unsere Branche.

TOP-GEWINN: Soweit zu den Anlagemünzen. Finden auch Sammlermünzen reißenden ­Absatz?

Starsich: Sie sind längst nicht mehr nur für das Prestige wichtig, sondern tragen schon 30 Millionen Euro zum Jahresumsatz bei, mit sensationellen Zuwächsen!

TOP-GEWINN: Was sind hier so die aktuellen Highlights? 

Starsich: Anfang nächsten Jahres kommt eine dreifärbige Niob-Silbermünze „Die Zeit“ heraus, mit altrosa Hintergrund und blauem Motiv. Ich finde, das ist die schönste Münze in meiner 7,5-jährigen Amtszeit. Noch im Oktober kommt „Der Auerhahn“ aus der 100-Euro-Wildtiere-Serie heraus. Weitere Highlights 2016 werden aus der Klimt-Serie „Der Kuss“sowie eine wunderschöne Münze zum 60. Jubiläum des Opernballs aus Silber mit einem bunten Blumenstrauß als Farb­tupfer sein. Auch zum 200. Bestehen der ­Oesterreichischen Nationalbank wird es eine Münze geben. In der Mozart-Serie folgt auf das „Wunderkind“ die Münze „Das Genie“ – es wird uns, wie Sie sehen, nicht langweilig.

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