So behalten Sie bei Börsen-Turbulenzen die Oberhand

Der 24. August hat Anleger weltweit wieder wachgerüttelt. Nach dem Absturz der chinesischen Börse kannten die wichtigs­ten Weltbörsen nur noch eine Richtung: nach unten. TOP-GEWINN zeigt, wie sich Anleger bei den ­aktuellen Turbulenzen an den Kapitalmärkten ­verhalten sollen. Ein Börsencrash war das jedenfalls noch nicht . . .

(Fotos: Francesco – Thinkstock.com, italianestro - Thinkstock.com, Bildbearbeitung: GEWINN)

Der starke Kurseinbruch in China – vorübergehend bis zu 40 Prozent seit Juni – kam nicht von ungefähr. Es ist nicht nur die überzogene Börseneuphorie der chinesischen Privatanleger daran schuld. Vielmehr gibt es auch fundamentale Gründe: die deutliche konjunkturelle Abschwächung der neuen Weltmacht.
Nachdem ein Aktivitätsindikator von Chinas verarbeitender Industrie auf ein 77-Monats-Tief fiel, erlitt der Shanghai-Composite-Index am 24. August („Schwarzer Montag“) mit minus 8,49 Prozent den größten Tagesverlust seit dem 27. Februar 2007. Die Zentralregierung steuerte sofort entgegen: Nach einer Leitzinssenkung und Senkung der Mindestreserve durch die chinesische Zent­ralbank gewann der chinesische Leitindex vom 26. bis 28. August wieder 10,4 Prozent.

Cool bleiben

Zum Teil ist der Konjunkturabschwung auch gewollt. Chinas Wirtschaft stellt sich momentan um, von einem auslandsinvestitions- und exportgetriebenen Wachstum zu einer Volkswirtschaft, die von einem Inlandskonsum getragen wird.

Diese Umstellung kann durchaus zu einer Wachstumsverlangsamung um bis zu über einen Prozentpunkt von zuletzt sieben auf 5,5 bis sechs Prozent führen.

Insofern muss man den aktuellen (Konjunktur-)Einbruch in China relativieren. Er belastet das globale Wirtschaftswachstum um rund 0,2 Prozentpunkte – also statt 3,3 vielleicht nur 3,1 Prozent Wirtschaftswachstum. Chinas Devisenreserven liegen bei 3,65 Billionen US-Dollar und bei einem Leitzins von noch immer 4,60 Prozent hat die Notenbank noch genügend Spielraum. Auf fundamentale Tatsachen verweist auch Helmut Nuspl, stellvertretender Leiter Private Banking & Asset Management bei der Oberbank: „Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im Vergleich zum letzten Aufschwung 2007 heute etwa doppelt so hoch wie damals – die Börse jedoch ist um die Hälfte niedriger.“

Börsenturbulenzen – was tun?

Sollte man sich Aktienzukäufe also auch als Privatanleger nach den Kurskorrekturen jetzt trauen? Dazu meint Friedrich Mostböck, Head of Group Research der Erste Group: „Wenn sie drinnen sind sowie für Neueinstiege heißt die Devise abwarten. Teilweise haben sich die Märkte im Abwärtstrend etwas gefangen. Es gilt der Grundsatz: ,Never catch a falling knife.‘ Wenn an der China-Sache etwas dran ist, sollte man eher europäische und US-amerikanische Märkte bevorzugen, aber auch Zentral- und Osteuropa, da die Region fast gar nicht betroffen ist. Sektoren, die nach China, sprich: Asien stark exportieren, sollte man vermeiden.“

Auf die richtigen Aktien setzen

Zu diesen Aktien und Sektoren, die stärker von China abhängig sind, zählen Rohstoffe (Vale, Rio Tinto, BHP Billiton . . .), Uhren und Luxusartikel (Swatch, Richemont, LVMH, . . .), Halbleiter (AMS, Infineon, Intel, . . .) oder auch die Automobilindustrie (Volkswagen, BMW, . . .). Das heißt aber nicht, dass man diese Werte generell abschreiben sollte. Langfristig bleibt die China-Präsenz der Unternehmen ein Umsatztreiber und in gewissen Bereichen wie Konsumgüter gibt es nach wie vor teils beachtliche Zuwächse.

Doch wer jetzt mehr Stabilität sucht, sollte andere Werte wählen: Auf Zentraleuropa fokussiert und solide erscheint Mayr-Melnhof Karton, die 85 Prozent ihres Umsatzes in Europa erwirtschaftet. TOP-GEWINN-TIPP: Eine ausführliche Analyse zu Mayr-Melnhof folgt im nächsten GEWINN. 


Die gesamte Titelgeschichte lesen Sie in der September-Ausgabe des TOP-GEWINN.

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