Traden wie die Profis

Für jeden Topf den passenden Deckel – die richtige Plattform für jeden Trader. TOP-GEWINN hat sich die Leistungen angeschaut.

(Foto: Chris Hondros/Getty Images – Thinkstock.com)

Die Kosten für ein Broker-Konto sind ein Kapitel – die Qualität und Bedienungsfreundlichkeit sind ein anderes. Bevor man ein Depot bei einem Broker eröffnet, sollte man sich grundsätzlich fragen: Wo liegen meine Handelsschwerpunkte und welche Finanzprodukte kommen für mich überhaupt in Frage? Mit welchem Kapitaleinsatz und Risiko möchte ich arbeiten?

Wer zum Beispiel ein paar tausend Euro „Spielgeld“ möglichst schnell vermehren möchte, kann mit CFDs und an der Forex mit Hebeln bis 100 und mehr traden. Läuft der Markt in die falsche Richtung, ist das eingesetzte Geld aber ebenso schnell verbrannt. 

Erfahrene Anleger mit einem Wertpapiervermögen von mindestens 70.000 Euro können auch an Futures (Aktienindizes, Bondmarkt, Rohstoffe, Währungen) denken. 

Wer nicht die Zeit hat, noch allzu risikofreudig ist, aber sporadisch immer wieder Trading-Chancen nutzen möchte, sollte eine Kombination aus Fonds, ETFs, Aktien, Anleihen und Hebelzertifikaten wählen. Gelegentlich kommen CFDs oder Spot-Forex  mit einem Hebel von höchstens zehn in Frage. 

Um die passende Plattform zu finden, sollte man die  Gratis-Demoversionen unbedingt vorher testen!

Für den typischen Anleger 

Wer kein intensives Day-Trading betreibt, kann sich klassischen Allround-Anbietern, meist mit Bankhintergrund, zuwenden. So kommt man in den Genuss des automatischen KESt-Abzugs durch das zuständige Kre­ditinstitut, beispielsweise bei bankdirekt.at (RLB OÖ), easybank, flatex und der Hello bank!

Hingegen sind CMC Markets, FxPro, IG Markets und die OnVista Bank eher eine Wahl für aktive Daytrader und Profis, die primär mit höheren Hebeln arbeiten. Echte Sparfüchse, die in Kauf nehmen, den KESt-Abzug selbst durchführen zu müssen, können sich auch  DEGIRO ansehen.

Nützliche Orderarten

Was aktuell mehr denn je zählt, ist gutes Risikomanagement. Dafür bieten die Broker jede Menge automatisierte Verlustbegrenzungen – je mehr davon, umso besser: 

Trailing Stop: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“, das ist Sinn und Zweck dieser Funktion: Sie entspricht einer ge­wöhnlichen Stop-Order mit dem Unter­-schied, dass zur Sicherung der Gewinne der Stop nachgezogen wird. Der Abstand zwischen dem Kurs und dem zu definierenden Stop bleibt dabei kons­tant und kann in Prozent des Kurses oder in absoluten Zahlen (z. B. Euro-Beträgen) eingegeben werden, wobei auf die geltenden Mindestabstände zu achten ist. 

Folgeorder: Bereits bei Aufgabe der Kauforder wird für den Fall der Ausführung eine Stop-Loss- oder Limit-Verkaufsorder erteilt. 

OCO-Order (One Cancels The Other): Besteht im Prinzip aus zwei zeitgleichen Orders, von denen bei Ausführung der einen die jeweils andere gelöscht wird – ist nützlich, wenn man sowohl Gewinne mitnehmen als auch Verluste begrenzen will. Beispiel: Aktie notiert bei 120 Euro und steht zum Verkauf, wenn a) ein Anstieg auf 140 Euro erfolgt oder b) Stop-Loss bei 114 Euro liegt.

Force-Open-Order: Hier geht man davon aus, dass eine ungünstige Kursentwicklung nur von sehr kurzer Dauer sein dürfte und sie sich danach wieder in die gewünschte Richtung dreht. Dabei wird eine Schwelle defi-niert, ab welcher etwa zur bestehenden Long-­Position gleichzeitig short gegangen wird. Dann ist man gegen weitere Verluste abgesichert, denn der Gewinn aus der gegenläufigen Short-Position kompensiert den Verlust aus der Long-Position. Die Short-Position wird wieder glattgestellt, wenn es nach oben geht. 

Werkzeuge für Daytrader

Wer Daytrading betreibt, muss Markt und Depot in Realtime verfolgen können, weshalb Depot- und Positions-Gewinn-/Verlustanzeige in Realtime und Realtime-Charts erforderlich sind. Einen weiteren Vorteil bietet der Blick ins Orderbuch. In Level 1 werden dabei nur die besten Geld- und Briefkurse mit dem zugehörigen Stückvolumen angezeigt. In Level 2 wird zusätzlich zu den Level-1-Daten noch die Markttiefe dargestellt, das heißt die nächstbesten zehn Geld- und Briefkurse im Orderbuch. Auch Stückvolumen werden  angezeigt. Über das sogenannte „Orderbuch-Reading“ kann ein erfahrener Trader schnell abschätzen, wo Unterstützung und Widerstand zu finden sind und welche Richtung die Kurse wohl einschlagen werden. Achten sollte man auf die Schnelligkeit der Orderausführung, ein direkter Marktzugang ist dabei von Vorteil. 

Einlagensicherung ist ein Thema

Wichtig ist auch, welcher Einlagensicherung der Broker oder das Kreditinstitut angehört. Vor allem in Deutschland gibt es freiwillige Sicherungssysteme, die weit über den gesetzlichen Anlagenschutz von 100.000 Euro je Sparer hinausgehen. So können private Banken freiwillig im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken  mitwirken. Dessen Schutz beginnt dort, wo die Sicherung der EdB (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH) aufhört. Der Fonds übernimmt im Falle der Insolvenz eines mitwirkenden Instituts bis zur jeweiligen Sicherungsgrenze jenen Teil der Einlagen, der 100.000 Euro übersteigt. 

In Österreich sind grundsätzlich sämtliche Guthaben auf allen Konten oder Sparbüchern, inzwischen sogar Guthaben in Fremdwährung, bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut gesichert. 

CFD-Broker  legen das Geld ihrer Kunden oft auf externen Kundenkonten an, die vollkommen von den Geldern des Brokers selbst getrennt sind („segregierte Konten“ ). Unterliegt der Broker etwa der britischen Gesetzgebung, dann sind die Kundeneinlagen in der Regel bis zu einer Höhe von 50.000 Pfund als erste Sicherungsmaßnahme und bis zu 85.000 Pfund als Maßnahme zum Schutz vor dem Ausfall einer Drittpartei geschützt. 

Eine weitere Sicherheit für Wertpapierdepots ist die Anlegerentschädigung. Sie beträgt in Österreich pro Anleger und Bank 20.000 Euro (Selbstbehalt zehn Prozent bei  Firmen). Wertpapiere wie Fonds, Aktien, ETFs etc. sind Sondervermögen und gehen im Insolvenzfall nicht in die Masse ein. Die Eigentümer der Papiere können vom insolventen depotführenden Institut die Herausgaben ihrer Wertpapiere verlangen. Sollte  die Bank diesem Aussonderungsanspruch nicht nachkommen, dann besteht Entschädigungsanspruch aus der Anlegerentschädigung.

Steuerliche Aspekte

Einen automatischen KESt-Abzug von 25 Prozent (ab 2016 27,5 Prozent! ) durch das Kreditinstitut (§ 27a Abs. 3 Z 3 EStG) gibt es nur in Österreich, und zwar auch nur bei Aktien, Anleihen und verbrieften Derivaten, also standardisierten handelbaren Produkten wie Zertifikaten und Optionsscheinen.

Kein automatischer KESt-Abzug erfolgt bei nicht verbrieften Derivaten wie z. B. Optionen, Forex, CFDs  und bei Depots und Verrechnungskonten im Ausland. Die Folge sind hohe administrative Aufwendungen speziell für Vieltrader, denn sowohl Kursgewinne als auch Zins- und Dividendenerträge müssen im Zuge der Einkommensteuererklärung mittels der einzelnen Belege dokumentiert werden, und da schaut die Finanz genau!

Bei Fonds (inklusive ETFs) sollten nur Meldefonds in Frage kommen, die einen steuerlichen Vertreter in Österreich haben. 

 

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