Uhren, Wein und Edelsteine: Edle Investments

Besser ein schönes Hobby mit Rendite als ein Sparbuch ohne Zinsen. Das denken sich immer mehr Menschen, die ihr Geld in edle Sachanlagen wie etwa Sammlermünzen, ­Uhren, Edelsteine, Kunst, Weine, Autoklassiker oder Briefmarken investieren. Und damit daraus nicht am Ende ein verlustreiches Hobby wird, muss man neben sehr guten Marktkentnissen vor allem eines mitbringen: Geduld.

Bei Luxusuhren wie einer Rolex (Bild) tickt in der Regel die Wertsteigerung mit. Vor allem, wenn man auf deren klassische Modelle in ­limitierten Auflagen setzt (Foto: Rolex)

Zwischen Weihnachten und Neujahr haben viele Menschen Zeit und Gelegenheit, sich mit Dingen zu beschäftigen, für die sonst die Zeit fehlt. Wie zum Beispiel Hobbys oder das liebe Geld. Wobei Letzteres in den letzten Jahren angesichts der Nullzinsen auf dem Sparbuch nur bedingt Freude bereitet hat. Beim Blick auf die mickrigen Zinsabrechnungen am Jahresende werden sich viele insgeheim wünschen, das Geld doch lieber in ihr Hobby gesteckt zu haben, anstatt es auf dem Sparbuch versauern zu lassen. Und tatsächlich kann sich das bei manchen Hobbys am Ende des Tages sogar rentieren, wenn man mit Akribie und viel Geduld herangeht und in Sachen wie Sammlermünzen, Uhren, Edelsteine, Kunst oder Autoklassiker investiert. TOP-GEWINN hat daher zahlreiche Expertenmeinungen eingeholt, wie man mit Investitionen in schöne Dinge auch tatsächlich Geld verdienen kann. Gleich vorweg: Man braucht dazu nicht unbedingt Millionen, ein paar tausend Euro in einem Metier, in dem man sich auskennt, reichen schon.  

Sammlermünzen mit inneren Werten

Anleger- oder Sammlermünze ist hier die Frage. Ist einem vor allem der Metallwert wichtig, bietet sich der heimische Philharmoniker an, aktuell bei den Goldmünzen übrigens Marktführer „in Europa mit einem Marktanteil von 68 Prozent und mit 83 Prozent in Japan“, schildert Münze-Österreich-Vorstandsvorsitzender Gerhard Starsich. Alternativen sind der kanadische Maple Leaf und der südafrikanische Krugerrand. Alle drei sind in unterschiedlichen Größen und damit Preisklassen zu haben. Den Philharmoniker gibt es übrigens neben Gold und Silber seit 2016 auch in Platin.

Bei Sammlermünzen reizt dagegen das Besondere, die Rarität. Das Spektrum reicht von antiken Münzen über mittelalterliche bis zu heute geprägten. Es gibt Sammler, die sich auf bestimmte Länder, Herrscher wie Maria Theresia, Franz Josef oder Luis XIV. spezialisieren, auf Epochen oder bestimmte Währungen (z. B. Taler). Manche sammeln nur Gold oder nur Silber, andere sind Fans der neuen, bunten Silber-Niob-Münzen. „Dann gibt es noch die Motivesammler, am häufigs­ten sind Tiere, Schiffe, Eisenbahnen und Olympiaden nachgefragt“, schildert Theobald Kovacic, Gründer des Münzen-Zent­rums in Wien. 

Gibt es Trends?

 „Es besteht heute mehr Nachfrage nach modernen Münzen, und die Verpackung ist vielen Kunden wichtiger geworden“, schildert Kovacic. Selbst die „Schleife“, die Transportverpackung der Münze Österreich, würden viele wünschen, „solche Münzen sind dann gut zehn oder 20 Euro mehr wert als ohne weiße Schleife“, so Kovacic.

Wer rein aus Wertsteigerungsgründen Münzen sammelt, sollte besser bei den eingangs geschilderten Anlagemünzen bleiben. Denn wie überall steigt und fällt der Preis mit der Nachfrage, weshalb das Münzen-Zentrum mit Empfehlungen vorsichtig ist. Derzeit jedenfalls würde von heimischen Sammlern „die gesamte Kaiserzeit, so früh wie möglich bis 1918, verstärkt nachgefragt“, und damit seien auch die Preise spürbar gestiegen. „Beispielsweise 100 Kronen Franz Josef von einem guten Jahrgang wie 1907, 1908. Oder Dukaten ab 1848, je nach Auflagenzahl des jeweiligen Prägejahres“, so Kovacic.

Bei den neuen Münzen ist die Auswahl so groß und bunt wie noch nie. Moderne Produktionsverfahren lassen nicht nur farbige Flächen auftragen, es werden Perlen, Diamanten oder auch mal ein Meteo­ritensplitter integriert oder es gibt Silberbarren, die nach Schokolade riechen, wie ein 20-Gramm-Silberbarren aus Neuseeland. Alles Schnickschnack oder gibt’s doch eine Chance auf Wertsteigerung?

Briefmarken: Mehr als ein Altherrenhobby

„Da muss man immer vorsichtig sein“, meint Kovacic aus Erfahrung. Dennoch haben auch frische Münzen Potenzial. Wer beispielsweise schnell genug ist, bei der im kommenden Juni erscheinenden 25-Euro-Silber-Niob-Münze der Münze Österreich aus der Serie „Faszination Technik“ zuzuschlagen, darf auf baldigen Wertzuwachs hoffen. So kostete die heuer im März ausgegebene Münze der Serie namens „Die Zeit“ 69,60 Euro, und ist längst ausverkauft. Aktuell gehandelt wird sie auf eBay zwischen 106 und 119 Euro.

Übrigens gibt es auch unter einstigen Umlaufmünzen versteckte Stars. Kovacic nennt beispielsweise Ein-Schilling-Münzen des Jahrgangs 1932, die heute um rund 80 Euro verkauft werden. Und die relativ seltenen Zwei-Groschen-Münzen  des Prägejahrgangs 1967 gehen mit 50 bis 70 Euro weg. Vielleicht ein Grund, wieder mal seine Schubladen zu durchforsten.

Zugegeben, die Briefmarkensammler waren früher im Schnitt jünger. „Das ist auch ganz logisch, die jungen Leute heute haben weniger Bezug zu Briefmarken als vor 40, 50 Jahren“, ist sich Gernot Abfalter, Briefmarkenexperte des Dorotheums, bewusst. Briefmarken sind dennoch spannende Zeitdokumente, oftmals kleine Kunstwerke und aktuell immer seltener in Verwendung – was eindeutig für ihre Zukunft als Sammelobjekt spricht. Der vom britischen Investmenthaus Stanley Gibbons herausgegebene „GB250- Rare-Stamp-Index“ kommt demnach auch auf einen jährlichen Wertzuwachs von stolzen 8,8 Prozent pro Jahr in den letzten zehn Jahren.

Für alle Briefmarken gilt das freilich nicht, im Index steckt ja auch das Wörtchen „rare“, also selten. Das Gegenteil von selten sind beispielsweise die heimischen Marken nach 1956, als die Auflagezahlen immer höher wurden. „Ab dann kann sich jeder einen Einstieg ins Briefmarkensammeln leisten“, sieht es Abfalter auch positiv. 

Sehr stark nachgefragt sind derzeit dagegen heimische Briefmarken zwischen ihrer Einführung im Jahr 1850 und 1956. Besonders die Österreichische Monarchie ziehe viele Sammler an, „und in diesem Bereich gibt es immer noch Wertzuwächse“, so Abfalter. 

Von K&K-Monarchie bis China

International die größten Wertzuwächse gab es nach Abfalters Einschätzung in den letzten Jahren bei Marken aus der Volksrepublik China: „Marken aus den 1950er- bis 1980er-Jahren haben einen geradezu astronomischen Sprung gemacht.“ 

Neben einzelnen Briefmarken sind übrigens auch ganze Poststücke wie ­Briefe oder Postkarten bei Sammlern höchst beliebt. Ein schlimmer Fehler wäre es daher, aus der vererbten Briefsammlung der Großtante lediglich die alten Marken auszuschneiden: „Das ganze Stück ist für Sammler immer interessanter, neben der Marke gibt es den Stempel, eventuell kommen Zensuren dazu“, so Abfalter. 

Sein Tipp: „Heimische Briefe oder Postkarten vor 1956 nie zerschneiden, immer erst vom Experten anschauen lassen!“

Uhren und Schmuck boomen

Schon rein örtlich ist Bucherer, einer der größten Uhren- und Schmuckanbieter in Europa, auch eine der ersten Adressen in Wien. Über 300 Quadratmeter und zwei Etagen zieht sich Bucherer – bei vielen Einheimischen noch immer „der Haban“ – vom Stephansplatz ums Eck in die Kärntner Straße. Aber nicht nur wegen dieser absoluten Frequenzlage klingelt bei Bucherer die Kassa. Seit der Finanzkrise sind die Umsätze kontinuierlich nach oben geklettert. 2015 war ein Rekordjahr und 2016 soll ähnlich gut werden, berichtet Hans-Peter Jucker, Geschäftsführer der Anton Haban GmbH, die seit 1987 Teil der Bucherer Gruppe ist. Zahlen verrät er zwar keine, warum das so ist, aber schon: „Viele unserer Kunden sagen uns, was soll ich mit dem Geld für null Zinsen auf der Bank. Da kaufe ich mir lieber die schöne Uhr oder den schönen Stein. Das hat in zehn oder 20 Jahren auch noch einen Wert.“ 

Luxusuhren ab 7.000 Euro

Wer mit echten Kaufabsichten zu Bucherer kommt, sollte zumindest zwei lila Euro-Scheine oder eine Kreditkarte dabei haben. Jucker: „Unsere Uhren beginnen bei 1.000 Euro. Wir haben aber auch zwei, drei Uhren um 500.000 Euro.“ Soll bei der Uhr die Wertsteigerung mitticken, ist man ab zirka 7.000 Euro dabei – die Einstiegshürde für Marken, die nicht nur jeder kennt, sondern auch mit Luxus identifiziert. 

Bei Bucherer sind das Namen wie Breitling, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Patek Philippe und Rolex. Zu empfehlen sind die „Klassiker“ dieser Marken, die nicht nur ihren Wert halten, sondern ihn auch steigern können. Vor allem wenn es sich um eine limitierte Auflage handelt wie ganz aktuell bei der Navitimer von Breitling. Die 1952 kreierte „Fliegeruhr“ ist ein Klassiker für den eher sportlichen Mann. Die aktuelle Auflage ist auf 1.000 Stück begrenzt, Preis: 9.050 Euro. Eher im Bereich Eleganz angesiedelt und bei Frauen beliebt ist die Reverso von Jaeger-LeCoultre. Die Entwicklung des drehbaren Gehäuses geht auf das Jahr 1931 zurück, im aktuellen Bucherer-Sortiment finden sich zwei Modelle: die einfache One Cordonnet für 7.650 Euro und die mit mehr „Komplikationen“ ausgestattete Tribute Calendar für 24.600 Euro. Last, but not least kauft man auch beim Cosmograph Daytona von Rolex in der Regel die Wertsteigerung gleich mit. Die neue Version mit einer schwarzen Keramik-Lünette kostet laut Liste 11.350 Euro, wird aber bereits für 15.000 Euro gehandelt. Jucker: „Dabei ist das nicht einmal eine limitierte Auflage. Allein wir als Bucherer haben 120 Vorbestellungen, erwarten für 2017 aber nur 30 Stück.“ 

Sammler-Börsen im Internet

Wer also nicht auch bei einem anderen Juwelier auf der Warteliste steht, muss auf die neue Daytona bis zu drei Jahre warten. Andere versuchen ihr Glück im Internet, wo sich zahlreiche Plattformen für Sammler und Online-Händler etabliert haben, die auch einen Überblick darüber geben, wie sich die Preise entwickeln. Beispiele sind etwa catawiki.de, chrono24.at, chronext.at, luxusuhr24.de oder montredo.com. 

Besser beraten und betreut ist man aber beim Händler seines Vertrauens. Der große Vorteil neben der Sicherheit beim Kauf: Kunden können die Modelle mit eigenen Augen prüfen. Jucker: „Der Kunde, der eine Sportuhr anschauen möchte, kann bei uns von TAG Heuer bis Breitling und Rolex nebeneinander vergleichen.“ Hat man sich entschieden, darf man die Uhr auch tragen. Jucker: „Ich bin prinzipiell immer für Tragen. Man kauft eine Uhr ja, um sich auch eine Freude zu machen. Sonst kann man die 8.000 Euro gleich auf der Bank lassen.“

Farbsteine und Diamanten

Auch Schmuck kann eine Geldanlage sein. Bucherer hat nicht nur eine eigene Kollektion, sondern fertigt auch individuelle Schmuckstücke. Spezialisiert hat sich das Schweizer Traditionshaus vor allem auf sogenannte Farbsteine. Jucker: „Wir sind sicher der Juwelier mit dem größten Sortiment an Rubinen, Saphiren und Smaragden.“ Auch Schmucksteine wie Aquamarine oder Tumarine stehen bei Bucherer hoch im Kurs. 

Und das ist durchaus wörtlich gemeint, denn Farbsteine bringen, weil in geringeren Mengen vorhanden, höhere Wertsteigerungen als Diamanten. Jucker: „Diese Steine sind ein Naturprodukt, das es irgendwann nicht mehr geben wird.“ Der Nachteil: der Markt ist kleiner und die Experten sind rarer. Anderes als bei Diamanten gibt es auch keine „Preisliste“. Rubine, Saphire und Smaragde werden zwar auch über die Börse in Antwerpen gehandelt, die Preisermittlung erfolgt aber im Wege einer Versteigerung.

Diamanten als Wertanlage

Diamanten hingegen gibt es in ausreichenden Mengen und sie sind leichter handelbar. Als das in der Branche anerkannte Preisbarometer gilt der Rapaport Diamond Report. Ein Blick in die „Rap List“ macht aber klar, dass auch Diamanten ein volatiles Anlageobjekt sein können. Und, es gibt nicht einen Kurs, denn jeder Stein ist individuell und hat daher auch seinen eigenen Wert. Ermittelt wird dieser anhand der „4 C“: Carat, Cut, Colour, Clarity (Gewicht, Schliff, Farbe, Reinheit). Die Bewertung ist jedoch mittlerweile derart standardisiert, dass ein von einem Gemmologen ausgestelltes Zertifikat auch international gilt. Will man einen „guten Diamanten“ kaufen, muss man mit rund 15.000 Euro pro Karat rechnen, unter Anlagegesichtspunkten rät Jucker aber zu Top-qualität: „Wollen Sie den besten Stein, was Reinheit und Schliff betrifft, müssen Sie mit 30.000 Euro pro Karat rechnen.“ 

Freude ist auch ein Wert

Nachteilig in Österreich ist die Mehrwertsteuer, die bei Diamanten anfällt, bei Gold jedoch nicht. Ab dann sind es neben der geopolitischen Lage vor allem Dollar und Gold, die die Preise und damit die Wertentwicklung beeinflussen. Ergo kauft man derzeit nicht gerade günstig. Und das führt wiederum zu dem Wert, der beim Investment in schmucke Stücke nie verloren geht: die Freude daran.

Zeitgenössische Kunst: Viel Phantasie, viel Risiko

„Während die Zentralbanken negative Zinsen anwenden, die die Ersparnisse ganzer Bevölkerungen ruinieren, zeichnet sich der Kunstmarkt durch eine blendende Gesundheit mit einem Wachstum von 1.370 Prozent an Jahreseinnahmen aus, die allein im Sektor der zeitgenössischen Kunst innerhalb von 16 Jahren erzielt wurden“, heißt es im brandneuen Jahresbericht 2016 von Artprice, dem Weltmarktführer für Kunstinformationen. Der durchschnittliche Wert eines Kunstwerks sei um 4,9 Prozent jährlich gestiegen, bei Kunstwerken über 20.000 US-Dollar noch stärker. 

Wie schnell es manchmal gehen kann, zeigt das Werk „Untitled (Jokes)“ von Richard Prince. 1993 und 2016 wurde das Gemälde versteigert, beim ersten Mal wurden 26.500 US-Dollar geboten, beim zweiten Mal 4,76 Millionen US-Dollar – fast der 180-fache (!) Wert, wie Artprice vorrechnet. Freilich ein Extrembeispiel, und es ist nicht gesagt, dass das Werk X eines jungen aufstrebenden Künstlers in ein paar Jahren tatsächlich mehr wert sein wird als heute.  

Kunstbarometer liefert Anhaltspunkte

Auf die Spur aussichtsreicher heimischer Nachwuchskünstler führt Sie jedenfalls das alljährliche GEWINN-Kunstbarometer. 

Tipp: Wer derzeit von Experten als aussichtsreicher Aufsteiger angesehen wird, und das meist noch zu erschwinglichen Preisen, lesen Sie bereits in der kommenden Jänner-Ausgabe des GEWINN. 

Dass diese Tipps bares Geld wert sein können, beweisen zwei Beispiele: 1997 wies das ­GEWINN-Kunstbarometer auf Newcomer Heimo Zobernig hin, der damals eher nur Insidern bekannt war. Heute ist er Nummer drei unter den arrivierten heimischen Künstlern (siehe GEWINN-Novemberausgabe, Seite 66). Die Wertsteigerung seiner Arbeiten schätzt sein Galerist Christian Meyer (Meyer Kainer) auf „etwa 360 Prozent in den letzten zehn Jahren“, wie GEWINN im Juli letzten Jahres berichtete. Ein anderes Beispiel ist Markus Schinwald, der 2002 erstmals im 

GEWINN-Ranking aufschien, im Jahr da-rauf wurde er als aussichtsreichster Geheimtipp erachtet. Heute liegt er unter den arrivierten heimischen Künstlern bereits auf Rang 11.

Wein: Im schlimmsten Fall austrinken

Kaum ein Markt ist so reich an Mythen wie der Handel mit Spitzenweinen. Sagenhafte Preissteigerungen und Millionenfunde in verstaubten Kellern machen im Internet die Runde. Aber ist Wein auch als seriöse Geldanlage geeignet? Zunächst einmal bestimmen auch hier Angebot und Nachfrage den Preis, laufende Rendite gibt es keine. Die tatsächliche Qualität der Weine spielt für den Markt eine untergeordnete Rolle, viel entscheidender ist die Seltenheit und das Urteil des Wein-Papstes Robert Parker Jr. Wenn er in seinem Newsletter „Wine Advocate“ einen Wein „adelt“, schlägt sich das unmittelbar im Preis nieder. Ähnliche Wirkung zeigen Höchstnoten im US-Weinmagazin „Wine Spectator“. Prinzipiell kann ein Spitzen-

wert nie ganz wertlos werden (schlimms­tenfalls kann man ihn ja trinken), aber heftigen Preisschwankungen und Verlusten unterliegen. Wein-Investitionen erfordern daher eine gute Kenntnis des Handels mit Spitzenweinen. 

Nur „Bluechip“-Weine 

Als Investition eignen sich nur so­genannte „Bluechip“-Weine von höchster Qualität, die in begrenzter Menge in einem der traditionellen Weinbaugebiete in Frankreich und wenigen ausgewählten Regionen außerhalb hergestellt werden. An erste Stelle kommen die Topweine der bekannten Weingüter aus Bordeaux in Frage. Der Wine-Stocks-Index, der die Preisentwicklung der bes-ten 50 Weine aus dieser Region abbildet, hat seit 1996 durchschnittlich 14,35 Prozent pro Jahr zugelegt.

Prinzipiell kann man diese Weine bei Auktionshäusern, speziellen Weinhändlern oder beim Weingut per Subskription erstehen: Da kauft man den Wein, bevor er abgefüllt und von den Weinpäpsten beurteilt wird. Man muss bei Händlern mit enormen Spannen zwischen Kauf- und Verkaufspreisen rechnen, weshalb so mancher Wein trotz Preisanstieg schnell zum Verlustgeschäft werden kann. Vor allem dann, wenn er nicht sachgerecht bei konstant acht bis 15 Grad Temperatur, dunkel, erschütterungsfrei und optimaler Luftfeuchtigkeit (60 bis 70 Prozent) gelagert wird. 

Rendite mit Auto-Klassikern

Die heimischen Haushalte geben im Durchschnitt mehr Geld für ihr Auto als für Lebensmittel aus. Ein Grund für diesen hohen Stellenwert stellt neben der Funktion als Fortbewegungsmittel vor allem das Auto als Statussymbol dar. Eine Geldanlage ist es in vielen Fällen nicht, denn die meisten Autos verlieren laufend an Wert. Nur ausgewählte Sammlerautos können ihren Wert halten oder sogar steigern. Welche Autos als begehrte „Oldtimer“ (ab 30 Jahren) oder „Youngtimer“ (ab 15 bis 20 Jahren) – international „Classic Cars“ genannt – durchgehen, hängt von vielen Faktoren wie etwa geringen Stückzahlen, prominenten Besitzern  und dem Erhaltungszustand ab. 

Auch für kleinere Brieftaschen

Die Höhe des Preises allein ist kein Indiz dafür, wie das Beispiel der ersten Serie des VW-Bus zeigt: Der VW T1 war im Jahr 2010 noch um rund 10.000 Euro in gutem Zustand zu kaufen. Heute werden diese „Bulli“ genannten Fahrzeuge um 50.000 Euro und mehr gehandelt. Einen starken Preisanstieg gab es in den letzten 15 Jahren auch bei Klassikern für kleinere Brieftaschen, wie der „Ente“ Cit­roën 2 CV (Baujahr 1969 bis 1976) oder dem Fiat 500 (1965 bis 1972). Eingefleischte Oldtimer-Investoren hingegen schwören auf Porsche, wie etwa den Klassiker Porsche 356, und auf gewisse Modelle von Jaguar wie den Jaguar E-Type 2 (ist noch leistbarer als die erste Generation des E-Type). Generell sollten sich die Fahrzeuge in einem absoluten Originalzustand befinden. Eigenwillige Umbauten machen das Auto für Sammler nahezu wertlos. 

Bevor man in den Handel mit Classic Cars einsteigt, sollte man sich über Fachliteratur ein Grundwissen aneignen, Oldtimer-Märkte und -Auktionen besuchen und über Online-Plattformen ein Gespür für seriöse Preise gewinnen. Gerade für Neueinsteiger empfiehlt es sich, einen ersten Klassiker bei renommierten Händlern oder Auktionshäusern zu kaufen.

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