Endlich wieder Steuern sparen mit Fonds!

Ab heuer können Selbständige endlich auch wieder in bestimmte Fonds investieren, um den Gewinnfreibetrag auszunützen. GEWINN stellt die 20 besten Fonds vor.

Nach drei mageren Jahren, in denen nur in (schlecht verzinste) Wohnbauanleihen investiert werden dufte, können Selbständige ab heuer wieder aus einer ­breiteren Wertpapier­auswahl schöpfen (Foto: GEWINN)

Drei Jahre lang war es nun Selbständigen verwehrt, zur Ausnutzung des Gewinnfreibetrags in andere Wertpapiere als in Wohnbauanleihen zu investieren. Doch die Regelung, die 2013 beschlossen und auf drei Jahre befristet worden war, ist Ende 2016 ausgelaufen, ohne aufs Neue verlängert zu werden.
Das Happy End: Ab dem heurigen Jahr darf wieder in die gesamte Wertpapierpalette, die der § 14 Abs. 7 Z 4 Einkommensteuergesetz (EStG) bietet, investiert werden. Damit kann man ab heuer wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: einerseits Steuern sparen und gleichzeitig sein Geld gewinnbringend anlegen. Das ist gerade für viele Dienstleister, die oft weniger in Maschinen oder Fuhrpark investieren müssen, eine willkommene Möglichkeit zur Senkung der hohen Steuerbelastung.

Was erlaubt ist

Ein Blick in die Fondsauswahl zeigt, dass es sich in den letzten Jahren durchaus gelohnt hätte, in Fonds zu investieren, die für den Gewinnfreibetrag geeignet sind: So hat etwa der Kepler Vorsorge Mixfonds in den letzten fünf Jahren im Schnitt 9,2 Prozent Ertrag pro Jahr geliefert. Auch sehr konservative Immobilien- und Anleihenfonds konnten in diesem Zeitraum zwischen zwei und vier Prozent jährlich erwirtschaften.
Doch in was darf man denn eigentlich vom Gesetz her investieren? Generell müssen sie den Voraussetzungen des § 14 des Einkommensteuergesetzes entsprechen. Dazu muss der Emittent der Wertpapiere aus der EU sein und die Restlaufzeit mindestens vier Jahre betragen, weil man das Wertpapier für die Ausnutzung des Gewinnfreibetrags ja zumindest vier Jahre halten muss.
Folgende Wertpapierarten sind dabei zugelassen:
1. Staatsanleihen und Anleihen anderer öffentlicher Körperschaften, Pfandbriefe, Bank- und Unternehmensanleihen, Gewinnschuldverschreibungen, Wandel- und Wohnbauanleihen,
2. Bundesschatzscheine,
3. Garantiezertifikate mit 100 Prozent Kapitalgarantie,
4. Investmentfonds: Sie haben in der Praxis die größte Relevanz, weil sie das Risiko auf viele Investments (Aktien, Anleihen, Immobilien) streuen und damit das beste Verhältnis von Risiko zu Ertrag bieten.

Die geeignetsten Fonds

Prinzipiell geeignet sind Geldmarktfonds, Anleihenfonds und Fonds, die Anleihen mit Aktien mischen (Mischfonds). Darüber hinaus kann man auch in offene Immobilienfonds (nicht Immo-Aktienfonds!) und Garantiefonds investieren.

In Kooperation mit dem führenden heimischen Fondsdatenhaus Mountain View erfolgte die GEWINN-Fondsauswahl in folgenden Schritten: Es gibt derzeit 106 Investmentfonds, die in Österreich zum Vertrieb zugelassen sind, die sich an Privatanleger richten und für den Gewinnfreibetrag geeignet sind. Von diesen Fonds haben wir in den jeweiligen Kategorien jene ausgewählt, die auf den Zeitraum der letzten zehn Jahre das beste Risiko-Ertrags-Verhältnis und darüber hinaus ein, drei, fünf und zehn Jahre überdurchschnittliche Renditen im Vergleich zu ähnlichen Fonds gebracht haben. Damit ist die Liste auf jene 20 Produkte zusammengeschrumpft, die auf relativ lange Sicht in diesem herausfordernden Umfeld die besten Ergebnisse erzielt haben. Schließlich gab es in diesen zehn Jahren eine der schlimms­ten Finanzkrisen.

Zwar sind die Ergebnisse der Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft, aber zumindest ein Kriterium für die Auswahl. Die Fonds in dieser Auswahl kann man entweder über die Hausbank oder über Online-Broker erwerben.

Eher konservativer wählen

Die Ergebnisse der ausgewählten Fonds zeigen dabei deutlich auf, dass mit steigenden Erträgen auch das Rückschlagpotenzial kräftig steigt. Der maximale Verlust, den diese Fonds innerhalb der letzten Jahre einstecken mussten, liegt zwischen null Prozent beim Immobilienfonds Real Invest Austria und minus 18 Prozent beim Allianz Invest klassisch, einem Mischfonds mit 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen.
„Bei einer Behaltedauer von vier Jahren wären aus unserer Sicht eher konservativere Produkte mit geringerem oder gar keinem Aktienanteil ratsam, wie etwa der Allianz Invest Konservativ mit 75 Prozent Anleihen oder der Anleihenfonds Allianz Invest defensiv“, meint Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest Kapitalanlagegesellschaft. Grundsätzlich sei man bei der Allianz gegenüber dem Aktienmarkt zwar aktuell noch positiv eingestellt, „aber wir sind schon in einem fortgeschrittenen Bullenmarkt. Angesichts der vom Gesetz vorgeschriebenen Mindestbehaltedauer muss man in dem Zeitraum schon mit stärkeren Aktienmarktkorrekturen rechnen. Alles andere wäre eine sehr große Überraschung, weil dieser Börsenaufschwung schon sehr lange dauert.“

Aber wenn jemand vorhat, das Geld längerfristig und nicht aus rein steuerlichen Gründen lediglich vier Jahre anzulegen, wäre aus Sicht von Ramberger auch ein Mischfonds mit höherem Aktienanteil möglich: „Aber man muss sich dann bewusst sein, dass derartige Fonds aufgrund der stärkeren Aktienkomponente auch stärker schwanken.“

Fondsauswahl im Detail

Ertragreichster Fonds in den letzten zehn Jahren war der bereits genannte Kepler Vorsorge Mixfonds. „Es handelt sich dabei um einen klassischen Mischfonds mit 60 Prozent Anleihen und 40 Prozent Aktien, den es bereits seit 22 Jahren gibt und der nicht erratisch zwischen den Anlageklassen wechselt , sondern das Geld mit ruhiger Hand verwaltet“, charakterisiert Andreas Lassner-Klein, Geschäftsführer der Kepler-Fonds KAG. Die guten Erträge des Fonds erklärt er sich unter anderem damit, dass sie bei den Anleihen sehr breit aufgestellt sind: „Wir investieren nicht nur in Staatsanleihen, sondern auch in Pfandbriefe und Anleihen aus kleineren Emissionen, die noch Aufschläge bringen.“

Dabei sind es gerade die in den letzten Jahren so ertragreichen Anleihen, die die Fondsmanager in nächster Zeit vor große Herausforderungen stellen könnten: „Sollten irgendwann die Zinsen auch im Euro wieder anfangen zu steigen, wird das zu Kursverlusten bei bereits laufenden Anleihen führen“, erklärt Markus Ploner, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest, die es auch mit zwei erfolgreichen Fonds in der Auswahl geschafft haben. In solchen Zeiten müsse man dann gezielt die Kapitalbindungsdauer der Anleihen managen, um eventuelle negative Auswirkungen von Zinsänderungen auf den Fonds zu minimieren. „Und das ist uns bei Spängler IQAM Invest bisher sehr gut gelungen. Die gerings­ten Schwankungen hat man entsprechend bei Geldmarktfonds, wie etwa dem Spängler IQAM ShortTerm EUR, die in ganz kurz laufende Anleihen investieren.“

Eine sehr risikoarme Alternative sind an dieser Stelle auch offene Immobilienfonds, die in reale Immobilien anlegen und bei sehr geringen Schwankungen dennoch relativ gute Erträge liefern.

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