Impact Investing: Ertragreiche Mischfonds mit Zusatznutzen

Gerade bei kleineren Vermögen und Ansparplänen eignen sich Mischfonds perfekt als Basisanlage. Auch hier lassen sich finanzielle Renditen mit sozialem und ökologischem Impact vereinbaren.

Bei dieser Art der Veranlagung sind viele Unternehmen dazu gezwungen, sich deutlich intensiver mit sozialen und ökologischen Fragen zu beschäftigen. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Mischfonds galten lange Zeit als Ladenhüter. Doch in den letzten Jahren konnten sie sehr stark von den Zuflüssen in Investmentfonds profitieren. Während Mischfonds zur Jahrtausendwende im deutschsprachigen Raum gerade einmal fünf Prozent des Gesamtvolumens aller Publikumsfonds ausmachten, liegt der Anteil aktuell bei 26 Prozent. Damit haben Fonds mit vermögensverwaltendem Charakter, gerade bei kleineren Privatvermögen und Ansparplänen, deutlich an Bedeutung zugelegt. Entsprechend gestiegen ist auch das Interesse an Mischfonds, die neben der finanziellen auch eine immaterielle Rendite anstreben. Einige dieser Fonds erbringen auch tatsächlich den Beweis, dass es möglich ist, beide Zielsetzungen gleichzeitig zu erfüllen.

Negativ- und Positivkriterien

Auch bei jenen Mischfonds, die einen zusätzlichen Nutzen stiften sollen, bildet meistens das Aussortieren von erwünschten und unerwünschten Investments anhand von Negativ- und Positivkriterien die Basis für den Anlageprozess. Jene Unternehmen und Staaten, die diese Kriterien am besten erfüllen, kommen dann ins sogenannte Anlageuniversum, aus dem das Fondsmanagement nach reinen Ertrags- und Risikogesichtspunkten auswählen darf. Das ist zwar kein Allheilmittel aber ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn angesichts der steigenden Bedeutung dieser Art der Veranlagung, sind viele Unternehmen dazu gezwungen, sich deutlich intensiver mit sozialen und ökologischen Fragen zu beschäftigen. Bei Staaten ist der Druck, den man derart ausüben kann, naturgemäß noch sehr gering. Aber selbst da fürchten sich viele Regierungen vor dem Reputationsrisiko, denn Negativschlagzeilen machen sich für keine demokratisch gewählte Regierung gut.

Externe Expertise

Mischfonds investieren sowohl in Aktien als auch in Anleihen aller Art. Angesichts der Vielzahl der möglichen Kandidaten taucht die Frage auf, wie man hier den Überblick behalten kann. Vor allem, wenn man ja nicht nur rein wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Kriterien beachtet. „Wenn man ständig Hunderte Unter- nehmen bewerten muss, dann ist man zwangsläufig auf die Hilfe externer Partner angewiesen. Wir arbeiten hier zum Beispiel mit zwei etablierten Research-Häusern zusammen, um immer auch zwei Sichtweisen zu bekommen. Wir ergänzen das dann aber auch noch durch eigene Recherchen und Informationen“, erklärt Wolfgang Pinner von der Raiffeisen KAG. Er ist als Leiter für verantwortungsvolle und nachhaltige Investments unter anderem auch zuständig für den Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds-Mix (ISIN: AT0000805379). Der Mischfonds investiert in Aktien und Anleihen aus Europa, Nordamerika und Asien und konnte in den letzten Jahren im Schnitt über 8,5 Prozent Ertrag pro Jahr erzielen.

Auch bei Pioneer Investments Austria werden bei der Verwaltung jener Mischfonds, die einen Zusatznutzen generieren sollen, Experten von außen zugezogen: „Wir schauen uns ja nicht nur die Unternehmen selbst in Bezug auf die sozialen und ökologischen Kriterien, sondern auch deren Zulieferer an. Und da braucht man dann externe Partner, um auch die kleineren, weniger bekannten Zulieferfirmen durchleuchten zu können. Das möchte ich nur als Beispiel dafür anführen, wie weit hier die Analyse bei uns geht“, beschreibt Jörg Moshuber, Fondsmanager des Pioneer Funds Austria – Ethik Fonds (ISIN: AT0000731575). Der Fonds investiert mehrheitlich in Anleihen und konnte dennoch in den letzten fünf Jahren im Schnitt 7,1 Prozent Ertrag erwirtschaften.

Direkter Dialog

Ähnlich wie bei Anleihen- oder Aktienfonds gehen die wirklich engagierten Anbieter einen Schritt über das Negativ- und Positivscreening hinaus und treten aktiv mit Unternehmen in Kontakt oder nutzen die mit Aktien verbundenen Stimmrechte aus. „Dieser Impact in Form von Unternehmensdialog und Stimmrechtsausübung ist uns wichtig. Da setzen wir die großen Bemühungen an. So kontaktieren wir etwa 200 Unternehmen pro Jahr. Wir machen das zum Teil allein, zum Teil über die UNPRI-Plattform, wo man gemeinsam mit anderen Engagement betreiben kann“, schildert Pinner. So konnte er mit seinem Team und externen Partner erreichen, dass etwa die heimische Verbund AG trotz anfänglicher Gegenwehr seit zwei Jahren im Geschäftsbericht veröffentlicht, wie hoch der Atomstromanteil im von ihr gehandelten Strommix ist. 

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