Woher unser Silber kommt

Die Länder Lateinamerikas fördern das meiste Silber und verfügen über die größten Reserven. Europas wichtigste Silberlagerstätten befinden sich in Polen.

Die Zeiten, in denen Österreich dank seinem Bergwerk im Tiroler Schwaz zu den bedeutendsten Silberproduzenten der Welt gehörte, sind schon seit Jahrhunderten vorbei. Heute spielt in Europa nur noch Polen eine global bedeutende Rolle für die Silberproduktion. Seit der Entde-ckung Amerikas haben aber die Länder Lateinamerikas ihre führende Rolle in der Förderung von Silber nicht mehr abgegeben. Mexiko und Peru hatten laut World Silver Institute 2019 einen Anteil von fast 40 Prozent an der globalen Silberminenproduktion. An dritter Stelle liegt mit 13,2 Prozent China, das auch größter Goldproduzent der Welt ist. Auf die Nummer vier, Australien, entfallen nur noch fünf Prozent.
2019 wurden weltweit 836,5 Millionen Unzen Silber gefördert, das entspricht einer Menge von 26.019 Tonnen. Vor allem aufgrund von Streiks und Blockaden in Südamerika kam es anders als erwartet nicht zu einem Anstieg der Fördermengen, sondern zu einem leichten Rückgang der Minenproduktion um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für heuer rechnet das World Silver Ins­titute allerdings Corona-bedingt mit einem stärkeren Rückgang. Das Virus hatte und hat auch Auswirkungen auf die Minen. So musste z. B. in den wichtigen Silberförderländern Peru und Argentinien zeitweise die Arbeit eingestellt werden.

Silber als Nebenprodukt

Wie viel Silber gefördert wird, hängt immer auch stark von den Fördermengen anderer Metalle ab. Weniger als 30 Prozent des Silbers wird in reinen Silberminen abgebaut. Über 70 Prozent des Edelmetalls wird hingegen als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle gefördert. Am wichtigsten sind dabei Blei-, Zink-, Kupfer- und Goldminen. Steigen die Preise für diese Metalle und kurbeln in der Folge die Investitionen in den Abbau an, erhöht sich auch die Silberfördermenge. Die Mengen abgebauten Silbers können daher auch bei niedrigeren Silberpreisen weiter auf einem hohen Niveau bleiben.

Unter der Erde und im Elektrogerät

Welche Länder verfügen über die größten noch nicht erschöpften Silberlagerstätten und werden in Zukunft den Weltmarkt versorgen? Das Ausmaß der derzeit bekannten abbaubaren Silberlagerstätten beträgt laut US Geological Survey vom Jänner 2020 560.000 Tonnen weltweit. 55 Prozent der Reserven entfallen dabei auf nur drei Länder: Peru, Polen und Australien. Danach folgen Russland, China und Mexiko mit deutlich kleineren Lagerstätten.
Neben dem Abbau in Minen ist das Recycling von Silber die zweite wichtige Quelle für das Edelmetall. Zwischen 15 und 25 Prozent deckt die Wiederverwertung von gebrauchtem Silber vom weltweiten Bedarf. Der größte Teil stammt dabei nicht von alten Schmuckstücken oder Silberbesteck, sondern aus dem Recycling von Industrieprodukten wie Elektrogeräten. Anders als bei Gold, das hauptsächlich für Schmuck verarbeitet oder zu Anlagezwe­cken (Münzen, Barren) gebraucht wird, fließt mehr als die Hälfte des Silberbedarfs in die Industrie. Dort wird es neben Elekt­ronikgeräten z. B. auch in der Produktion von Photovoltaikanlagen oder Katalysatoren eingesetzt. Wenn die Produkte an das Ende ihrer Laufzeit gelangt sind, kann das Silber über Recycling zurückgewonnen werden. Die Industrie lieferte in den letzten Jahren relativ konstant hohe Mengen an Recycling-Silber. Wesentlich stärker schwankt die Menge, die aus altem Schmuck oder Tafelsilber stammt. Bei hohen Silberpreisen steigt die Motivation der Menschen, ihre Schätze zu verkaufen. Laut World Silver Institute ist hier übrigens auch ein hoher Goldpreis hilfreich. Wenn altes Gold häufiger zum Händler gebracht wird, nimmt man oft altes Silber gleich mit.

>> Zum Download: Die größten Silberproduzenten der Welt

>> Zum Downbload: Wo die  größten Silberlagerstätten liegen

 

 

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.