Anleihenrenditen seit 25 Jahren auf Sinkflug

Anleihenrenditen österreichischer Emittenten lagen vor 24 Jahren bei knapp neun Prozent, heute rangieren sie bei 0,5 Prozent.

Früher einmal, da war alles besser!“ Dieser häufig zitierte Spruch trifft in Wahrheit selten zu. Aber wenn’s ums Geldanlegen geht, so steckt dahinter wohl ein Körnchen Wahrheit. Vor allem aus Sicht von risikoscheuen Anlegern, die Kursschwankungen meiden wie der Teufel das Weihwasser und daher auf  Sparbücher, Bausparverträge, klassische Lebensversicherungen oder konservative Anleihenportfolios setzen. 

Zur Zeit der ersten GEWINN-Messe im Jahr 1991 konnte man selbst mit Anleihen von österreichischen Emittenten im Durchschnitt eine Rendite von 8,7 Prozent per annum erzielen. Das muss man sich aus heutiger Sicht einmal auf der Zunge zergehen lassen. Gewiss, die Inflation war mit 3,3 Prozent damals auch deutlich höher als heute. Aber unterm Strich konnte man selbst mit einem sehr konservativen Portfolio  die Preissteigerungen ausgleichen und darüber hinaus mehr als fünf Prozent pro Jahr verdienen. 

Seither befinden sich die Anleihenrenditen und damit auch die Erträge aus Versicherungen und anderen Vorsorgeprodukten im Sinkflug. Seit 2011 verbrennt man als österreichischer Anleger real betrachtet – nach Abzug der Verbraucherpreissteigerungen – nicht nur mit Sparbüchern, sondern auch mit einem Rentenportfolio Geld. Denn die Anleihenrenditen sind noch schneller gesunken als die sehr niedrige Inflationsrate. Angesichts dieser Entwicklung sahen sich private und institutionelle Anleger in den letzten Jahren dazu gezwungen, auch in tendenziell riskantere Anlageklassen wie etwa Aktien zu investieren, um zumindest real nicht Geld zu verlieren. Die schlechte Nachricht aus Sicht der Sparer ist, dass dieser Zustand in der Euro-Zone noch länger anhalten wird, da die wirtschaftliche Entwicklung vorerst keine konjunkturdämpfende Zinserhöhung zulässt.

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.