Corona: Game-Changer an der Börse

Drei Trends haben die Börsenwelt seit dem Ausbruch der Pandemie dominiert: das gesteigerte Interesse an Aktien von Privaten, Bitcoin und der Ansturm auf nachhaltige Investments. Trends, die auch mit dem Ende der Pandemie nicht verschwinden werden.

(Foto: APA/Duilio Piaggesi/PA/picturedesk.com)

Als sich die Nachrichten vom Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 wie ein Lauffeuer rund um den Globus ausbreiteten, reagierten die Finanzmärkte mit einem so raschen und heftigen Einbruch der Kurse, wie ihn die Welt seit dem Börsencrash 1929 nicht mehr gesehen hatte. Als sich die Nachrichten vom Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 wie ein Lauffeuer rund um den Globus ausbreiteten, reagierten die Finanzmärkte mit einem so raschen und heftigen Einbruch der Kurse, wie ihn die Welt seit dem Börsencrash 1929 nicht mehr gesehen hatte. Umso überraschender war die weitere Entwicklung an den Börsen: Der Kurseinbruch stabilisierte sich sehr rasch und drehte innerhalb weniger Wochen in eine fulminante Aufholjagd, deren Geschwindigkeit selbst die routiniertesten Börsianer überraschte.

Gemessen am bekannten Weltaktienindex MSCI World waren die durchschnittlichen Kursverluste vom Frühjahr in Höhe von 30 Prozent bereits im August 2020 wieder zur Gänze aufgeholt.

Doch damit nicht genug: Seit damals klettern die Akienkurse noch weiter in lichte Höhen, in Erwartung eines wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Pandemie.

Im Unterschied zu bisherigen Cra shes an den Aktienmärkten sind es dieses Mal nicht bloß die professionellen bzw. institutionellen Anleger, die voll Zuversicht nach dem Kurseinbruch investiert haben. Auch Privat- bzw. Kleinanleger haben sich an dieser Aufholjagd beteiligt und ihr Erspartes in Aktien, Aktien fonds und ETFs investiert.

Private entdecken die Börse

Als Ursache für diese Änderung im Anlegerverhalten – bisher mieden Privatanleger nach einem Crash die Börse für längere Zeit – werden zum einem die anhaltend niedrigen Zinsen am Sparbuch genannt. Anleger investieren in Aktien, um so ihre Kaufkraft zu erhalten. Ein weiterer Faktor dürfte auch sein, dass viele während der Corona-Lockdowns sich erstmals die Zeit nehmen konnten, um sich mit Geldanlage und Aktienmärkten zu beschäftigen.

Das gesteigerte Interesse an der Börse treibt allerdings auch seltsame Blüten: So sorgt seit Jahresbeginn der Hype rundum die Aktien der Videospielkette Gamestop für Aufsehen. Dabei haben zahlreiche, meist jugendliche Anleger, die sich über Online-Plattformen wie Reddit austauschen, massenhaft Aktien des totgesagten Videospielhändlers gekauft, um den Kurs in die Höhe zu treiben. Hedge-Fonds, die auf einen Fall der Kurse gesetzt hatten, sahen sich mit massiven Verlusten konfrontiert. Unabhängig von derartigen kurzfristigen Moden, scheint aber ein dauerhaft größeres Interesse der Privatanleger am Thema Börse aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich, weil auch auf lange Sicht ein Kaufkrafterhalt des Ersparten ohne Aktien sehr schwierig bleibt.

Nachhaltige Investments und Bitcoin

Ein Trend, der durch Corona zwar nicht ausgelöst, aber wesentlich beschleunigt wurde, ist der steigende Anteil an Investments, die neben finanziellen auch ökologische, ethische und soziale Kriterien erfüllen müssen. Sogenannte ESG-Investments erlebten selbst in der Krise rekordhohe Zuflüsse.

Anleger achten offenbar immer stärker darauf, welche Unternehmen oder Staaten hinter den Wertpapieren in ihren Fonds stecken. Waffenproduzenten, Unternehmen im Bereich fossiler Energie oder Atomstrom sind demnach, gerade bei jungen Anlegern zunehmend „out“. Verstärkt investiert wird dagegen in Unternehmen, die aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. Europa gilt dabei als Vorreiter bei nachhaltigen Investments, deren Bedeutung aber auch weltweit stark zunimmt.

Ein anderes, bereits mehrfach totgesagtes Thema erlebte in der Corona-Krise auch eine Hochphase: Im Unterschied zu früher entdeckten vergangenes Jahr auch institutionelle Investoren Bitcoin als Form der Geldanlage und trieben mit Milliardeninvestments die Kurse auf neue Rekordstände. Alle Bitcoins zusammen erreichten dabei erstmals einen Marktwert von mehr als einer Billion US-Dollar. In den vergangenen Monaten hingegen kam es zu einer Korrektur bei den Bitcoin-Kursen, ausgelöst unter anderem durch die ungelöste Frage des hohen Energieverbrauchs des Systems, der vielen Anlegern ein Dorn im Auge ist.

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