Kredite ab 0,31 Prozent!

Der schon vielfach angesagte Anstieg bei den Kreditzinsen hat sich neuerlich verschoben. Und so gibt es auch in diesem Herbst noch absolute Topzinsen zu holen!

(Foto: Studio Chlorophylle Serge Nied - GettyImages.com)

Variable Kreditzinsen ab 0,31 Prozent, damit prescht derzeit die Erste Bank vor. Effektiv, das heißt inklusive aller Nebenkosten, ergibt das immer noch einen äußerst schlanken Zinssatz für sehr gute Bonitäten in Höhe von 0,7 Prozent.

Zum Vergleich: Im April dieses Jahres, als man vermutete, dass ein moderater Anstieg der Zinsen schon recht nah ist, lautete die Bestkondition im GEWINN-Vergleich auf 0,375 Prozent (0,9 Prozent effektiv), und zwar von der UniCredit Bank Austria. Exakt auf gleicher Höhe liegt ihr Angebot auch jetzt noch.

„Die Finanzierung von Bau- und Wohnvorhaben ist im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld weiterhin äußerst günstig und damit bleibt das Neugeschäft vorerst auf hohem Niveau. Sowohl mit variablen Konditionen, die aktuell die niedrigsten Kreditraten ermöglichen, aber auch durch den Abschluss von Fixzinsvereinbarungen“, beschreibt Mauro Maschio, Vorstand „Privatkundenbank“ der UniCredit Bank Austria, die aktuelle Stimmung.

Und gehen auch die Euro-Swap-Zinssätze, welche den Indikator für Fixzinsbindungen darstellen, seit Mitte August wieder etwas nach oben, befanden sie sich Ende September immer noch unter den Werten, die schon im heurigen Mai erreicht wurden. So lag der Euro-Swap-Zinssatz auf 20 Jahre zuletzt bei rund 0,4 Prozent.

Wie sieht der Ausblick für die kommenden sechs Monate aus? „Laut aktueller Prognosen gehen wir davon aus, dass sich die Zinsen im Euro-Raum, wenn überhaupt, bis Jahresende nur minimal verändern werden“, prognostiziert Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank. Von keinen wesentlichen Änderungen bei den Zinsen in nächster Zeit gehen auch Oberbank, Hypo Vorarlberg, VKB Bank sowie die Hypo Oberösterreich aus, wenngleich Letztere ergänzt, dass „bei den fixen Zinsen marginale Erhöhungen nicht ausgeschlossen“ seien. Bank-Austria-Vorstand Maschio ist auf ähnlicher Linie: „Leitzins- und Euribor-Prognose auf sechs Monate sind nach wie vor unverändert und so erwarten wir, dass die EZB auch in den kommenden Monaten für sehr günstige Finanzierungsbedingungen sorgt.“

Eine Spur vorsichtiger dagegen die Einschätzung der Erste Bank: „Unter Berücksichtigung der aktuell erhöhten Inflation in der Euro-Zone und der Ankündigung der EZB, die Umsetzung des PEPP künftig moderater zu gestalten, halten wir einen leichten Anstieg der Geld- und insbesondere Kapitalmarktsätze für möglich.“

Zehn Jahre fix ab 0,625 Prozent

Heißt also: Auch wenn wohl aller Voraussicht nach keine grobe Verteuerung ansteht, schadet es auch nicht, sich heute schon umzusehen. Denn noch günstiger wird es vermutlich nicht mehr werden.

Schon gar nicht, wenn man einen Blick auf die Fixzinsen wirft, jener Zinskategorie also, die wohl am ehesten in den nächsten Monaten von leichten Erhöhungen betroffen sein wird.

Bei den zehnjährigen Fixzinsbindungen ist man, siehe Tabelle unten, derzeit im Bestfall ab 0,625 Prozent pro Jahr dabei, und zwar bei der UniCredit Bank Austria, nur ganz knapp gefolgt von den 0,7 Prozent der Erste Bank; in beiden Fällen ergibt das bei sehr guten Bonitäten einen Effektivzinssatz von rund 1,1 Prozent.

Ab 0,86 Prozent für 15 Jahre fix

Hier ist die Erste Bank vorgeprescht, und bietet 15-jährige Fixzinsen sehr guten Bonitäten um unglaublich günstige 0,86 Prozent (effektiv 1,3 Prozent) jährlich an; nur knapp gefolgt von der UniCredit Bank Austria, die dafür – übrigens bereits seit dem Frühjahr – ebenfalls extrem günstige 0,875 Prozent (effektiv 1,4 Prozent) verlangt.

Bei den ausreichenden Bonitäten fallen dagegen sowohl bank99 als auch die ING positiv auf: Mit einem Effektivzinssatz (d.h. inklusive aller Nebenkosten) von 1,44 Prozent sind sie hier eindeutig die Bestbieter.

Noch ein Wort zu den beiden: Wie bereits in früheren GEWINN-Ausgaben berichtet, ist ja bis Ende des Jahres die Übernahme des Privatkundengeschäfts der ING durch die bank99 geplant. Offenbar früher als vermutet werden aber bereits die Kreditkonditionen vereinheitlicht.

Wichtig zu wissen, wie GEWINN erfragt hat: „Trotz der Übernahme durch die bank99 bietet die ING bis auf Weiteres einen eigenen Hypothekarkredit an. Dies erfolgt wie gewohnt entweder über unseren Direkt- oder den Broker-Vertrieb“, so die Stellungnahme der ING.

20 Jahre fix ab 0,96 Prozent!

Die wohl atemberaubendste Kondition sind aber die 0,96 Prozent p.a. (1,4 Prozent effektiv), welche die Erste Bank derzeit sehr guten Bonitäten für 20-jährige Fixzinsen offeriert. Mit immer noch sehr attraktiven 1,21 Prozent (1,7 Prozent effektiv) ist die Erste Bank übrigens auch bei weniger guten Bonitäten aktuelle Bestbieterin.

Zum Vergleich: Im April waren 1,125 Prozent (1,7 Prozent effektiv) das bestmögliche Angebot. Eine Kondition der UniCredit Bank Austria, die sie auch aktuell noch so bietet.

Womit wir noch nicht am Ende wären: Eine 25-jährige Fixzinsbindung ist standardmäßig bei der Bawag P.S.K. bzw. ihrer Marke easybank zu haben, sie wird sehr guten Bonitäten aktuell um 1,5 Prozent (2,0 Prozent effektiv) angeboten. Wichtig zu erwähnen, dass die Gesamtlaufzeit des Produkts etwas länger, nämlich 25,5 Jahre beträgt.

Hier zeigt sich allerdings eine leichte Erhöhung im Vergleich zum April, damals waren die 25-jährigen Fixzinsen bei Bawag P.S.K. ab 1,375 Prozent (1,9 Prozent effektiv) zu haben.

30 Jahre für 1,75 Prozent fix

Nach wie vor spannend ist auch das Angebot der Start:Bausparkasse für 30-jährige Fixzinsen zu einem Zinssatz von 1,75 Prozent fix (2,2 Prozent effektiv). Die Gesamtlaufzeit des Produkts beträgt dabei maximal 35 Jahre, die restlichen fünf Jahre sind dann variabel verzinst.

Womit wir auch schon bei den Bausparkassen wären. Auch hier hat man die Wahl zwischen „klassischen“ variabel verzinsten Bauspardarlehen und mittel- bis langfristigen Fixzinsbindungen. Bei den variabel verzinsten sticht das Flexibel-Baugelddarlehen der Wüstenrot heraus, wo 0,61 Prozent Nominalverzinsung geboten wird.

Zu den Besonderheiten der Bausparkassen zählt, dass klassische Bauspardarlehen mit variabler Verzinsung dennoch eine Zinsobergrenze von sechs Prozent eingebaut haben, für die ersten 20 Jahre nach Abschluss. Sollten die Zinsen also eines Tages wieder deutlich steigen, hätte man einen Sicherheitsstopp eingebaut.
Bei den kürzeren Fixzinsperioden heißt es aufpassen: Manche der Produkte haben eine Zinsobergrenze eingebaut, andere nicht.

20 Jahre für 1,39 Prozent fix

Einen näheren Blick wert sind auch die 20-jährigen Fixzinsbindungen, knapp am günstigsten kommt hier die S Bausparkasse mit ihrem Fixzinsdarlehen mit einem Durchrechnungszinssatz von 1,39 Prozent (effektiv 2,1 Prozent), knapp gefolgt von Raiffeisen Bausparkasse und Wüstenrot.

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