Marshallplan der Neuzeit

Der europäische Aufbauplan soll die Union zumindest finanziell wieder aus der Krise führen. Österreich winken 3,5 Milliarden Euro an Zuschüssen und langfristig womöglich eine Steigerung des BIP um 1,21 Prozentpunkte.

(Illustration: Arnulf Rödler)

„Wir werden uns jeden Euro zurückholen, der uns zusteht“, hat einst Finanzminis ter Gernot Blümel gesagt, als er Österreichs Pläne im Rahmen des EU-Wiederaufbaufonds eingereicht hat. Dieses Instrument auf EU-Ebene (Next Generation EU) hat das Ziel, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft abzufedern. 750 Milliarden Euro stehen zur Verfügung und im Frühling dieses Jahres reichten die Mitgliedstaaten ihre Projekte ein.

Von uns kam der „österreichische Aufbau- und Resilienzplan 2020–2026“ mit über 600 Seiten und er beruht auf vier Komponenten: Nachhaltiger Aufbau, Digitaler Aufbau, Wissensbasierter Aufbau, Gerechter Aufbau. Projekte mit 4,5 Milliarden Euro stehen drinnen, auch wenn man sich jetzt schon bewusst ist, dass die Zuschüsse nur 3,5 Milliarden Euro betragen werden. Der Fokus liegt auf Digitalisierung und Klimaschutz. Zwei Drittel der Maßnahmen sind neue Investitionen, welche in der bisherigen österreichischen Budgetplanung noch nicht berücksichtigt waren.

Das Wichtigste in aller Kürze: Die Projekte im Detail finden Sie in den Tabellen unten.

  • 891 Millionen Euro für den Breitbandausbau,
  • 849 Millionen Euro für umweltfreundliche Mobilität,
  • 605 Millionen Euro für Digitalisierung und Ökologisierung von Betrieben,
  • 350 Millionen Euro für die Kreislaufwirtschaft und
  • 462 Millionen Euro für Forschungsförderung.

Die Einreichung bei der EU musste auch eine Studie enthalten, wie sich die geplanten Maßnahmen auf die Wirtschaft auswirken. Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat dafür errechnet, dass sich bis zum Jahr 2040, also 20 Jahre nach Start des Vehikels, das BIP um 1,21 Prozentpunkte (nicht Prozent) erhöhen sollte. Unterm Strich eine Steigerung von 6,5 Milliarden Euro. Schon im Jahr 2025 sollen es um 0,41 Prozentpunkte mehr sein. In Sachen Arbeitsmarkt liegt die Steigerung der Beschäftigten bei rund 25.000, so das IHS.
Die größten Effekte erwartet man sich von den Investitionen in den Breitbandausbau sowie in grünen Wasserstoff.

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