Rekordjahr bei Betriebsansiedlungen

Österreich ist ein begehrtes Pflaster bei ausländischen Unternehmen. Noch nie war die Zahl der Ansiedlungen sowie der investierten Gelder und geschaffenen Arbeitsplätze so hoch wie 2018.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Rene Siegl (ABA) verkündeten ein Rekordergebnis bei ausländischen Betriebsansiedlungen (Foto: BMDW/Hartberger)

„Wir sind unser Geld wert“, bringt es ABA-Geschäftsführer Rene Siegl auf den Punkt und verweist auf „das beste Betriebsergebnis in 37 Jahren ABA“. Seine zum Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort ressortierende Betriebsansiedlungsagentur Austrian Business Agency hat 2018 ein weiteres Rekordjahr verzeichnet. 355 Unternehmen wurden von der ABA und den Regionalgesellschaften bei der Ansiedlung in Österreich betreut. „Dadurch wurden rund 3.000 zusä̈tzliche Arbeitsplätze geschaffen und knapp 735 Millionen Euro investiert“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck.

Die Ministerin will, dass die Ansiedlungs- zur Standortagentur ausgebaut wird. Auch das Reinholen von Fachkräften in Zusammenarbeit mit den Außenhandelsstellen sieht sie als künftige Aufgabe der ABA: „Wir könnten mehr machen, wenn wir den Unternehmen sicherstellen können, dass sie bei uns auch die Fachkräfte bekommen, die sie brauchen.“
Förderungen sind laut Siegl übrigens kein Hauptgrund, mit seinem Unternehmen nach Österreich zu kommen: „Rund 95 Prozent der Unternehmen nehmen keine Förderung in Anspruch.“

Die meisten Ansiedlungen in Wien

Wien steht im Wettbewerb mit München, Amsterdam, Berlin, London, Mailand, Singapur etc. 2018 konnte bereits zum siebten Mal ein Ansiedlungsrekord mit 221 angesiedelten Unternehmen erzielt werden. Das bedeutet 1.800 Arbeitsplätze und über 230 Millionen Euro Investitionen. Gerhard Hirczi, Geschäftsführer Wirtschaftsagentur Wien: „Gerade erst hat eine Studie zur ‚Global Competi­tiveness‘ ergeben, dass unsere Stadt eine der vier wettbewerbsfähigsten und Start-up-freundlichsten Städte weltweit ist. Konkret liegt Wien damit vor den ‚klassischen‘ Start-up-Städten Paris, London oder Berlin nur hinter Washington D.C., Kopenhagen und Stockholm auf dem vierten Platz.“  Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke ergänzt: „Besonders auffallend ist die anhaltend große Bedeutung unserer Stadt als Drehscheibe in Richtung Süd­osteuropa. Besondere Wachstumschancen für Wien sehen wir auch in Asien und Südostasien. Dort werden wir unsere wirtschaftlichen Aktivitäten weiter verstärken.“ Offenheit und das Bekenntnis zu einer gelebten Vielfalt sei laut Experten der Agentur für eine internationale Met­ropole eine Conditio sine qua non. Hier benötige Wien die klare Unterstützung von der Bundesregierung.

Internationale Betriebsansiedlungen in Wien erfolgen aus allen Branchen. Besonders stark vertreten waren 2018 Unternehmen aus der IT/Telekom/Software-Branche, gefolgt von Betrieben im Bereich Handel. Auch Life-Sciences-Unternehmen zieht es verstärkt nach Wien, diese finden hier ein starkes vorhandenes Netzwerk bzw. bestens ausgebildete Fachkräfte. Betriebe, die der Kreativwirtschaft zuzurechnen sind, sind traditionell ebenfalls stark vertreten, immer interessanter wird der Wirtschaftsstandort für internationalen Unternehmen aus der FinTech-Szene.

Und der Brexit? Spielt er eine Rolle?

Schließlich überdenken britische Unternehmen ihre Fokussierung auf London zugunsten einer Niederlassung in der EU auf dem alten Kontinent. Laut Wirtschaftsagentur ist Wien als Standort im Gespräch, Delegationsreisen vermitteln unmittelbar die Standortvorteile Wiens an internationale Unternehmen. Im April erfolgt zudem eine Delegationsreise mit Hanke und Hirczi nach Japan, da auch viele japanische Headquarter, die bisher in London ihren Sitz hatten, über eine Verlegung nachdenken sollen.

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