Die aufwendige Rückholung der Auslands-KESt

Wer ausländische Wertpapiere hält, muss sich oft Teile der Auslands-KESt zurückholen – ein büro­­kratisches Unterfangen.

Foto: Dariusz T. Oczkowicz, ars digital media services – GettyImages.com

Wer als österreichischer Anleger ausländische Wertpapiere hält, dessen Aktiendividenden oder auch Anleihenzinsen werden doppelt besteuert. Denn sowohl der Quellenstaat als auch die Republik Österreich wollen ein Stück vom Steuerkuchen.

Um Anleger vor dieser Doppelbesteuerung zu schützen, gibt es Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Österreich und zahlreichen Staaten. Die Republik Österreich und der Quellenstaat teilen sich dabei die Dividendensteuer wie folgt auf: Meist zehn oder 15 Prozent der Bruttodividende werden an Quellensteuer auf die österreichische KESt von 27,5 Prozent ange­rechnet. Das heimische Finanzamt behält also nur 12,5 oder 17,5 Prozent ein.

Allerdings behalten eine Reihe von Staaten mehr als die von Österreich angerechneten zehn bzw. 15 Prozent an Quellensteuer ein. In diesem Fall kann der darüber hinausgehende Quellensteuerbetrag mittels vom Wohnsitzfinanzamt bestätigten Antrag beim jeweiligen ausländischen Finanzamt zurückgeholt werden!

Bequem in den USA und UK

Bei Aktien aus den USA und Großbritannien erübrigt sich eine Rückholung. So wird bei US-Aktien der anwendbare DBA-Satz bei Ertragszahlung berücksichtigt. Es reduziert sich die Quellensteuer somit aufgrund der Ansässigkeit in Österreich auf 15 Prozent.
Anders in Frankreich: Dort  nimmt man Rückerstattungsanträge nur von institutionellen Einreichern entgegen, weshalb die Rückerstattung ausschließlich über die Depotbank erfolgt. Somit ist man auf deren Mithilfe angewiesen.

Ansonsten gilt generell: Bei üblichen Privatanlegerpositionen lohnt sich die Auslagerung der Rückholung der Auslands-KESt an Steuerberater nicht, denn neben Steuerberatungskosten fallen noch im Zuge der Abwicklung Gebühren an. Als Faustregel lohnt es sich erst bei rückholbaren Beträgen von 500 bis 700 Euro pro Einzelposition.

Und man sollte geduldig sein: Die Zeitspanne zwischen Einreichung und Überweisung auf das Konto betragen je nach Land zwischen sechs bis zwölf Monate, manchmal auch mehr.

Retour aus Deutschland

Pro Kalenderjahr muss in Deutschland ein eigener Antrag gestellt werden. Dazu sind die betreffenden neuen Formulare in dreifacher Ausfertigung auszufüllen. Diese sind mit den nötigen Nachweisen aus Österreich – Wertpapierabrechnungen, Erträgnisaufstellung – beim zuständigen österreichischen Wohnsitzfinanzamt bestätigen zu lassen. Zusätzlich werden Einzelbescheinigungen pro Wertpapierposition der deutschen auszahlenden Verwahrstelle benötigt, erhältlich bei der Depotbank. Achtung, jede Bescheinigung kostet etwa 40 Euro. (Wenngleich der eine oder andere GEWINN-Leser in den letzten Jahren berichtete, dass ihm der Antrag auch ohne solche Bescheinigung bewilligt wurde.)
Formulare finden sich auf www. bzst.de (unter dem Stichwort „Erstattungsverfahren 50d“ suchen, dann ­„Antrag auf Erstattung der deutschen Steuer auf Kapitalerträge“ wählen).

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