Die günstigsten Online-Konten

Jede bargeldlose Zahlung im Supermarkt 25 oder 29 Cent. Jede Buchungszeile neun Cent. Gerade jetzt, wo sich die meisten Österreicher ans bargeldlose Bezahlen gewöhnen, kann das falsche Kontomodell teuer kommen.

(Foto: Ridofranz - GettyImages.com)

So sehr die Österreicher nach wie vor ihr Bargeld schätzen – die Corona-Krise hat ihr Bezahlverhalten kräftig verändert: Zu 43 Prozent gaben die Befragten an, mehr denn je online eingekauft zu haben, so eine aktuelle Mas­tercard-Studie. Und auch wer vor Ort im Geschäft kauft, tut dies noch lieber als früher kontaktlos. „Hier schätzt die Bevölkerung das angehobene Limit für PIN-freies Bezahlen bis 50 Euro“, weiß Christian Rau, Geschäftsführer von Mastercard in Österreich.

Noch etwas wurde im Rahmen der Mastercard-Studie erfragt: 26 Prozent der Österreicher gaben an, sich im Zuge der Corona-Krise erstmals mit OnlineBanking auseinandergesetzt zu haben.

Diesen Befund können die von GEWINN befragten Banken bestätigen: „Großes Interesse und verstärkte Nutzung verzeichnen wir bei unserem eBanking und unserer Banking-App ,klar‘,“ berichtet etwa die Bawag P.S.K. „In etwa eine Verdoppelung im Vergleich zu einem Durchschnittsmonat“ verzeichnete die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich alleine im März bei den Aufträgen, die ihre Kunden über „Mein ELBA“ abgewickelt haben. Erhöhte Login-Werte bemerkt die Erste Bank bei „George“, auch sämtliche andere Banken berichten von verstärkter Nachfrage und Nutzung ihrer Onlineund Mobile-Banking-Apps. Neuabschlüsse von Online-Konten haben sich ebenfalls gesteigert: „Im April gab es dreimal so viele Online-Kontoabschlüsse als üblich“, berichtet etwa die BKS Bank.

Beim Bezahlen ist die Sache seit Mitte März zweischneidig: Einerseits beobachteten die Banken im April deutlich seltenere Bargeldbehebungen am Bankomaten (minus 30 Prozent bei der ING bzw. minus 60 Prozent bei der Hypo Oberösterreich), allerdings berichten sie auch, dass höhere Beträge als üblich abgehoben würden.

Im Geschäft ist der Anteil an bargeldlosen Zahlungen ebenfalls deutlich angestiegen. Dieser Trend, weg vom Bargeld mehr Richtung Kartenzahlung, wird wohl anhalten. Nicht zuletzt deshalb, weil in letzter Zeit auch viele kleine Geschäfte technisch nachgerüstet haben und nun bargeldloses Bezahlen anbieten.

Passt Ihr Kontomodell noch?

Neue Zahlgewohnheiten bedeuten aber auch, dass man sein Kontomodell näher unter die Lupe nehmen sollte. Denn nicht selten kommt es – gerade bei älteren Kontomodellen – vor, dass automatisch nur sehr wenige Buchungen pauschal in der Kontoführungsgebühr inkludiert sind. Kostet eine automatisierte Buchung, wie sie beispielsweise bei Kartenzahlung im Geschäft ausgelöst wird, 29 Cent (Beispiel: Klassik-Konto mobil der Oberbank), und man zahlt im Schnitt zweimal pro Wochentag bargeldlos, kommt man pro Quartal rasch auf 120 automatisierte Buchungen, die sich zusammen auf 34,80 Euro zusammenläppern. Zusätzlich zur Kontoführungsgebühr und noch anderen Posten.

Um näher herauszufinden, welches Kontomodell zu Ihnen passt, sollten Sie die kommende Quartalsabrechnung Ende Juni zur Hand nehmen – dort sehen Sie auf einen Blick, was Ihnen abgesehen von der Kontoführungsgebühr abgezogen wurde. Je nach Vertrag können unlimitiert viele automatisierte Buchungen inkludiert sein oder nur ganz wenige. Diese kommen neben automatisierten Gutschriften und Lastschriften sowie Überweisungen per Online-Banking eben auch stark durch bargeldlose Zahlungen in Geschäften zustande.

Es kann aber auch sein, dass zwar automatisierte Buchungen in höherer Anzahl inkludiert sind, allerdings die Zahlung mit Debitkarte – daher jedes Zücken der Maestro-Karte im Geschäft – mit beispielsweise 23 Cent zu Buche schlägt (Beispiel: Privatkonto Einzelverrechnung der RLB Oberösterreich). Genauso unterschiedlich bepreist (zwischen „all inclusive“, ein oder mehrmals pro Monat inkludiert, bis hin zu jedes Mal extra zahlen) sieht es bei Bargeldbehebungen vom Auto maten aus, wobei manche Banken auch noch zwischen eigenem SB-Bereich und anderen Geldausgabeautomaten unterscheiden.

Schließlich kann es auch noch vorkommen, dass Online- bzw. automatisierte Buchungen im Pauschalpreis zwar inkludiert sind, aber jede Buchungszeile am Kontoauszug neun Cent kostet (Beispiel Direkt Konto der Volksbank Wien). Wenn man richtig oft die Maestro-Karte zückt und sich auch sonst auf dem Konto einiges an Überweisungen und Abbuchungen tut, kann das in der Masse ebenfalls spürbar sein (z. B. machen 200 Buchungszeilen im Quartal 18 Euro aus).

Sollten Sie jedoch zu den „klassischen“ Bankkunden zählen und nach wie vor gerne am Schalter oder vielleicht auch nur am SB-Automaten in der Filiale Kontoauszüge ausdrucken oder Überweisungen erledigen, so heißt es auf diese Posten besonders zu achten. Auch hier verrechnen die Banken in ganz unterschiedlichem Ausmaß und je nach Kontoart.

Detaillierte Informationen und eine ausführliche Tabelle über die günstigsten Online-Gehaltskonten mit kostenlosem Internet-/Mobilebanking finden Sie in der aktuellen Juni-Ausgabe des GEWINN – jetzt neu in Ihrer Trafik!

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