So machen Sie Ihre erste Million

Wer trotz aktueller Börsen-korrektur heute damit beginnt, konsequent und mit Geduld und Mut zum Risiko monatlich in Aktien oder Immobilien zu investieren, kann in 20 oder 30 Jahren aus eigener Kraft den Sprung zum Euro-Millionär schaffen.

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Wer träumt ihn nicht, den Traum von der Million. Trotz aller Kapitalismuskritik ist ein siebenstelliges Euro-Nettovermögen für sehr viele Menschen hierzulande immer noch gleichbedeutend mit Glück, Attraktivität und Freiheit. Dabei kommt die Zahl nicht ganz von ungefähr, denn laut Vermögensstatistikern gilt man hierzulande ab einer Million Euro liquidem Gesamtvermögen als „reich“. Ohne selbst genutzte Immobilie wohlgemerkt! Denn ansonsten würden sogar viele Kleinbauern und Eigentümer größerer Wiener Altbauwohnungen zu den „Reichen“ zählen. Denn „reich“ ist man laut Statistikern dann, wenn man über ein liquides Nettovermögen verfügt, das es einem erlaubt, von den Erträgen ein durchschnittliches Einkommen zu erzielen – und man so die Freiheit erlangt, nicht unbedingt einer Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen.
Um ein durchschnittliches Nettoeinkommen von rund 2.000 Euro pro Monat (laut Statistik Austria exakt 1.974 Euro für unselbständige Erwerbstätige) bei einer Rendite von drei Prozent und einer konservativen Veranlagung nach Abzug der 27,5 Prozent Kapitalertragssteuer zu erzielen, braucht man ein Kapital von rund einer Million Euro. Diese symbolische Schwelle zum Reichtum, die laut einer Schätzung der Johannes Kepler Universität Linz rund 148.000 Österreicher überschreiten, hat somit einen ganz realen Hintergrund.

Woher nehmen, wenn nicht . . .

. . . stehlen? Apropos stehlen . . . ein Bankraub führt heutzutage kaum mehr zum Ziel. Erstens haben Banken im zunehmend bargeldlosen Zeitalter immer weniger Geld in der Filiale. Und zweitens werden laut aktueller Statistik des Bundeskriminalamts 60,5 Prozent der Banküberfälle aufgeklärt.

Nicht zuletzt seit dem jüngsten Rekord-Jackpot möchten viele mit Lottospielen ihrem Traum vom Reichtum näher kommen. Doch auch hier stehen die Chancen rein statistisch sehr schlecht: Nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,0000123 Prozent errät man mit einem Tipp die richtigen
sechs Zahlen aus 45. Dafür liegt die Wahrscheinlichkeit, keine einzige richtige Zahl anzukreuzen, bei 91,5 Prozent.

Doch das ist noch lange kein Grund, den Traum von finanzieller Freiheit und Unabhängigkeit zu verwerfen: Wer langfristig und sehr konsequent mit monatlichen Beträgen breit gestreut in Aktien oder mit etwas mehr Geduld in Anlageimmobilien investiert, hat eine sehr realistische Chance, in 20 bis 40 Jahren den Sprung zum Millionär zu schaffen (siehe Grafik): Wenn sich die Aktienmärkte in den nächsten Jahrzehnten ähnlich wie in den letzten 118 Jahren entwickeln, dann könnte man das Ziel unter besten Voraussetzungen mit 1.000 Euro pro Monat in rund 30 Jahren erreichen. Beim Szenario einer im historischen Vergleich schwachen Aktienmarktentwicklung muss man mehr Geduld aufbringen und mindes­tens 37 Jahre sparen.

Ohne Ihnen gleich den Spaß verderben zu wollen, muss an dieser Stelle jedoch angemerkt werden, dass die Million Euro aufgrund der Inflation dann nicht mehr dieselbe Kaufkraft wie heute haben wird. Aber als „Millionär“ wird man sich dann dennoch bezeichnen können.

Realistische Wege zur Million

Auf den folgenden Seiten beschreibt GEWINN verschiedene Möglichkeiten, sich eine Million Euro zusammenzusparen, die aus heutiger Sicht realis­tisch erscheinen. Und auch für jene, die die genannten monatlichen Sparsummen nicht aufbringen können, eignen sich die vorgestellten Strategien, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Denn auch eine viertel oder halbe Million Euro kann ein nettes Zusatzeinkommen bescheren.

Natürlich können in so langen Zeiträumen Entwicklungen passieren, die nicht vorhersehbar sind und die eine Erreichung der Million verhindern können. Aber in jedem Fall ist es besser, etwas liquides Vermögen aufzubauen und sich nicht ausschließlich auf sein Erwerbseinkommen zu verlassen.

Jedenfalls muss man, um so ein ambitioniertes Sparziel zu verfolgen, in Bezug auf die Geldanlage ordentlich aufs Gas drücken – zumindest viel ­stärker als früher: In der allerersten Ausgabe im Jahr 1982 präsentierte ­GEWINN noch einen Weg, wie man mit einem Kapitalsparbuch und österreichischen Anleihen zum „Schilling-Millionär“ werden konnte. Bei 8,5 Prozent Zinsen für Kapitalsparbücher mit vierjähriger Laufzeit und Renditen von 10,5 Prozent für Anleihen erstklassiger Bonität war das eine relativ leichte Übung – bei gleichzeitig sehr hoher Inflation wohlgemerkt!

Historisch Aktien unschlagbar

Derzeit und wohl auch in nächster Zukunft ist die Schaffung eines Vermögens mit Sparbuch und wenig riskanten Anleihen nicht möglich. Doch wie kann es heute und in näherer Zukunft noch gelingen?
Josef Zechner, Professor für Finance und Investments an der WU Wien und Mitglied der wissenschaftlichen Leitung von Spängler Iqam Invest, weiß eine Antwort: „Ein guter Ausgangspunkt sind jedenfalls die langen historischen Erfahrungswerte.“ Er verweist dabei auf die Forschungsergebnisse seiner Kollegen Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School: „Die haben für die Zeit von 1900 bis 2017 die Erträge verschiedenster Anlageklassen in 23 Ländern verglichen und haben dabei festgestellt, dass Aktien mit durchschnittlich 5,2 Prozent den höchs­ten realen Ertrag gebracht haben. Wenn die nächsten zwei, drei Jahrzehnte ähnlich aussehen, wie die letzten 118 Jahre, dann könnte man das Ziel, mit regelmäßigen Aktieninvestments in 20, 30 Jahren Millionär zu werden, tatsächlich erreichen.“

Gleichzeitig weist Prof. Zechner, darauf hin, dass viele Experten, darunter auch Dimson und seine Kollegen, es für wahrscheinlich halten, dass die Aktienmärkte in Zukunft einen geringeren Ertrag von real 3,5 Prozent liefern könnten. Entsprechend haben wir in unseren Modellrechnungen auch ein Negativ-Szenario mit einer schwächeren Aktienmarktentwicklung und 3,0 Prozent realem Jahresertrag berechnet.

Während Anleihen, Geldmarkt, Rohstoffe und Gold über diesen langen Zeitraum sehr bescheidende Renditen nach Abzug der Inflation gebracht haben, kamen Immobilieninvestments global betrachtet noch am nähesten an Aktienerträge heran. (Wie man alternativ mit Immobilien zur Million kommt, wird ab Seite 26 beschrieben.)

„Nie vom Gas steigen!“

„Wenn man jetzt die genannten realen Erträge als Richtschnur für die Zukunft hernimmt, muss man noch die erwartete Inflation aufschlagen“, ergänzt Josef Zechner.

Diesbezüglich können laut Reinhold Vögerl, Portfoliomanager der Wiener Vermögensverwaltung Privatconsult, sogenannte Inflationsderivate einen Hinweis darauf geben, in welcher Höhe der Markt die zukünftige Inflation einschätzt: „Der Euro Inflation Swap Zero Coupon ohne Tabak preist  etwa auf die kommenden zehn Jahre rund 1,6 Prozent ein.“ Generell bleiben die Inflationserwartungen der Märkte im historischen Vergleich moderat und in weiterer Zukunft wird eher von noch niedrigeren Preissteigerungen ausgegangen, weil der Online-Handel für  Preistransparenz und die zunehmende globale Vernetzung für Wettbewerb sorgen. In unseren Modellrechnungen gehen wir daher von 1,5 Prozent Inflation aus.

„Wenn man so einen langen Anlagehorizont und so ein ambitioniertes Sparziel hat, landet man bei einem 100-Prozent-Aktienportfolio und darf nie vom Gas steigen! Das bedeutet 100 Prozent Aktien vom Anfang bis zum Ende der geplanten Laufzeit“, meint Oliver Lintner, Vermögensverwalter, Sachverständiger und Co-Gründer von Finabro, einem heimischen „Robo Advisor“. Eine Beimischung von sicheren Anleihen würde zwar das Risiko-Ertrags-Verhältnis verbessern, aber das maximale Ertragspotenzial reduzieren. Damit spricht er sich für eine Buy-and-hold-Strategie aus, die sich auch von Privatanlegern einfach und kostengüns­tig umsetzen lässt. Professonielle Vermögensverwalter hätten dagegen Möglichkeiten, durch taktische Maßnahmen Schwankungen zu glätten.

Enorme Schwankungen möglich

Generell müssen Anleger, die sich mit einem 100-Prozent-Aktien-Portfolio auf den Weg zur ersten Million machen, sich auf eine sehr holprige Strecke einstellen: „Im Aktienmarkt gibt es schon immer wieder enorme Rückschläge. Zum Beispiel hat der deutsche Aktienmarkt im Lauf des Zweiten Weltkrieges 88 Prozent an Wert verloren. Aber, wenn man in den Nachkriegsjahren von 1949 bis 1959 in deutsche Aktien investiert war, konnte man 4.373 Prozent an Ertrag erwirtschaften und damit die Verluste innnerhalb von 14 Jahren ab Kriegsende wieder mehr als wettmachen“, gibt Josef Zechner ein Beispiel für mögliche Schwankungen an den Aktienmärkten.

Auch im US-Aktienmarkt, gemessen am S&P-500-Index, wäre man seit 1950 in jedem Fall, auch wenn man zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt in den Aktienmarkt gestartet wäre, spätestens nach 14 Jahren im Plus gewesen – aber nur, so lange man den eingeschlagenen Weg durchhält und die theoretischen Buchverluste nicht durch einen vorschnellen Verkauf zu realen Verlusten macht.

US-Selfmade-Milliardär Warren Buffett rät daher: „Investiere nur in Aktien, wenn du einen Kursverlust von 50 Prozent aushalten kannst, ohne in Panik zu verfallen. Wenn du zur Panik neigst, bleibe der Börse fern!“

Einstiegszeitpunkt? Immer!

Viele stellen sich angesichts der aktuell schlechten Stimmung an den Aktienmärkten die Frage, ob man jetzt überhaupt mit Investitionen in Aktien starten sollte? Ja! Denn wer bei Aktien­investments sein Geld nicht auf einen Schlag, sondern global gestreut in monatlichen Sparraten anlegt, kann ruhigen Gewissens jederzeit damit beginnen! Sparpläne befreien Anleger so von der schwierigen Entscheidung, wann sich ein Einstieg in den Aktienmarkt wirklich lohnt.

Davon ist auch der deutsche Finanzexperte und Bestsellerautor Gerd Kommer überzeugt: „Der Zeitpunkt von Kaufen und Verkaufen, das sogenannte Market-Timing, ist für den Langfristerfolg des Portfolios nur von untergeordneter  Bedeutung.“ Viel entscheidender aus seiner Sicht ist die Frage, in welche Anlagenklassen man investiert ist und wie hoch die Nebenkosten und die Steuerbelastungen sind. Diesbezüglich rät er  Privatanlegern dazu, beim langfristigen Vermögensaufbau auf Indexfonds beziehungsweise börsengehandelte Indexfonds (ETFs) zu setzen. Sie bilden eins zu eins einen Index beziehungsweise einen Markt, wie etwa den US-Aktienmarkt, ab.

Im Unterschied zu aktiv verwalteten Fonds entfällt damit zwar die Chance, den Markt zu schlagen, dafür ist man nicht vom Geschick des Managers abhängig und erspart sich die entsprechenden Gebühren für das Fondsmanagement: Während die laufenden Kos­ten von aktiv verwalteten Aktienfonds im Durchschnitt zwischen  1,5 und 2,0 Prozent liegen, kosten Indexfonds und ETFs mit 0,06 bis 0,68 Prozent p. a. nur einen Bruchteil davon.

Vermögensbremse: Steuern

Neben den laufenden Kosten der Veranlagung sind die Steuern ein weiterer Klotz am Bein auf dem Weg zur Million: Schließlich werden die durch hohe Schwankungen erkauften hohen Erträge bei Aktieninvestments hierzulande durch eine 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer erheblich geschmälert.

Oliver Lintner schlägt diesbezüglich in unserem konkreten Fall als steueroptimale Lösung vor, im Rahmen einer fondsgebundenen Lebensversicherung in ein ETF-Portfolio zu inves­tieren, statt einen Fondssparplan bei einer Bank einzurichten: „Ab einem Zeithorizont von zehn Jahren ist bei einem Sparplan eine Lebensversicherung die bessere Wahl. Man zahlt nur einmalig vier Prozent des eingezahlten Betrags als Versicherungssteuer und danach sind alle Gewinne steuerfrei. Deshalb bieten wir bei Finabro optional auch eine Versicherungslösung an.“

Welche entscheidende Rolle die Kapitalertragsteuern langfristig spielen, zeigt der Vergleich auf Seite 23: Hier erreicht man nach 30 Jahren mit der monatlichen Investition von 1.025 Euro in einen Aktien-ETF mit einem angenommenen jährlichen Marktertrag von 6,7 Prozent im Rahmen einer fondsgebundenen Lebensversicherung nach Abzug aller Kosten und Steuern ein Vermögen von einer Million Euro. Im Rahmen eines Sparplans bei einem Online-Broker summieren sich Einzahlungen und Gewinne mit demselben ETF und Marktertrag auf „nur“ 808.612 Euro – immerhin eine Differenz von mehr als 190.000 Euro!

Doch Achtung! Nur eine Handvoll Tarife für fondsgebundene Lebensversicherungen können in der Praxis die möglichen Trümpfe einer Versicherungslösung auch tatsächlich ausspielen: „Wichtig ist, darauf zu achten, dass es ein günstiger, ungezillmerter Tarif ist, bei dem die Kosten des Versicherungsmantels über die Laufzeit verteilt und nicht wie üblich gleich zu Beginn abgezogen werden“, warnt Wolfgang Staudinger, der mit Fynup eine Software anbietet, die nicht nur einen Vergleich verschiedener ETFs und Fonds ermöglicht, sondern auch eine Gegenüberstellung verschiedener Produkthüllen erlaubt. Weitere Infos unter www.fynup.com.

Das Eine-Million-Euro-Portfolio

Die ohnehin geringe Auswahl an güns­tigen Tarifen für fondsgebundene Lebensversicherungen wird dann noch einmal dadurch eingeengt, dass kaum eine Versicherung ein Ansparen in ETFs ermöglicht: Derzeit bieten lediglich HDI, Helvetia, Nürnberger und Uniqa einen Zugang zu ETF- oder Indexfonds. Aber auch hier ist das Angebot an ETFs im Vergleich zu Online-Brokern sehr dünn, weshalb man bei der Gestaltung seines „Eine-Million-Euro-Portfolios“ gewisse Kompromisse eingehen muss.

Prinzipiell könnte man bereits mit einem einzigen ETF, der den MSCI Global-All-Country-World-Aktienindex abbildet, im großen und ganzen den gesamten Aktienweltmarkt abde­cken: Dieser Index beinhaltet die Aktien von rund 2.500 Unternehmen aus 46 Ländern weltweit und umfasst neben Werten aus den Industrieländern auch Anteile von Unternehmen aus den Schwellenländern und Unternehmen mit vergleichsweise geringerer Börsenkapitalisierung, sogenannten „Small Caps“. Doch entsprechende ETFs werden nur von Online-Brokern angeboten. Wer eine Versicherungslösung anstrebt, muss sich hier mit der Kombination eines MSCI World und entsprechenden ETFs für die Schwellenländer und kleinere Unternehmen selbst behelfen (siehe Grafiken oben).
Josef Zechner weist im Hinblick auf die Portfoliogestaltung auf eine Möglichkeit hin, die Erträge an den Aktienmärkten durch sogenanntes Faktor- bzw. Smart-Beta-Investing zu steigern: „Die Forschung hat gezeigt, dass es an den Aktienmärkten langfris­tig eine Reihe von Ertragstreibern gibt, die man Faktoren nennt. So brachten etwa Value-Aktien, die im Vergleich zum Buchwert unterbewertet sind, langfris­tig im Durchschnitt einen höheren Ertrag als hoch bewertete Unternehmen. Daher nützen wir bei Spängler Iquam diese Faktoren ganz gezielt und regelbasiert.“ Auch Gerd Kommer ist vom Potenzial dieser Faktor-Strategie überzeugt und weist auf entsprechende ETFs hin, die mehrere Faktoren systematisch ausnützen.

Reich werden mit Immobilien

Wie bei vielen anderen Investment-themen hat „Investment-Punk“ Gerald Hörhan auch an dieser Stelle einen etwas anderen Zugang und sieht neben Unternehmertum und der Schaffung digitaler Vermögenswerte vor allem Immobilien als einen Weg zum Reichtum, den er selbst bereits geschafft hat: „Immobilien haben ein paar Vorteile gegenüber anderen Investments. Die Erträge aus Immobilien kann man leicht hebeln, in dem man sich bei der Bank Geld holt und bis zu 80 Prozent des Kaufpreises mit Krediten finanziert, zumindest so lange die Zinsen so niedrig sind. Gleichzeitig kann man die Steuern auf die Mieterträge durch Abschreibungen deutlich reduzieren.“

Außerdem geht er davon aus, dass die Grundstücks- und Wohnungspreise durch den anhaltenden Zuzug in zent­rale, städtische Lagen langfristig steigen werden, weil dort der Platz nicht vermehrbar ist. Ein möglicher Einstieg ins Immobiliengeschäft wäre laut Hörhan: „Eine Ein-Zimmer-Wohnung in zentraler Lage, die man bereits mit Eigenkapital in Höhe von 25.000 bis 30.000 Euro kaufen kann. Mit den laufenden Mieteinnahmen sollte man dann den Kredit tilgen. Das ist zwar bei den heutigen Wohnungspreisen nicht mehr so leicht möglich wie früher. Aber es geht immer noch, gerade bei Ein-Zimmer-Wohnungen.“  

So rechnen sich Immobilien

Doch wie schnell kann man mit Immobilien zum Millionär werden? GEWINN hat nachgerechnet und kommt zum Schluss, dass man – basierend auf der konservativen Annahme stagnierender Wohungspreise – bei Immobilien möglicherweise mehr Geld in die Hand nehmen muss, um die erste Million zu erreichen. So ergeben unsere Modellrechnungen, dass man rund 2.200 Euro pro Monat sparen muss, um mit Vorsorgewohnungen in 30 Jahren nach Abzug aller Kosten und Steuern ein siebenstelliges Nettovermögen aufzubauen.

In diesem Modell gehen wir davon aus, dass man bei null Euro startet und sich das notwendige Eigenkapital für den Kaufpreis und die Nebenkosten einer durchschnittlichen Vorsorgewohnung in Wien in Höhe von 45.000 Euro anspart. Gekauft wird dann eine Kleinwohnung mit rund 36 m2 im Wert von 150.000 Euro. Die restlichen 80 Prozent des Kaufpreises werden mit einem Kredit finanziert. Derzeit gibt es bei Banken und Bausparkassen laut Infina-Geschäftsführer Harald Draxl Kredite mit 20-jähriger Fixzinsbindungen im Bereich von 2,10 bis 2,25 Prozent p. a. nominal. Effektiv scheinen bei einer Kreditlaufzeit von 30 Jahren 2,60 Prozent p. a. realistisch, weshalb wir diesen Zins der Kalkulation zugrunde legen.

Für die Berechnung wird anfänglich ein Nettomietzins von rund elf Euro pro Quadratmeter herangezogen. Im Unterschied zum Wert der Wohnung, wird für die Miete ein Anstieg im Einklang mit der Inflationsrate im Schnitt von 1,5 Prozent angenommen. Aus den Mieteinnahmen werden die laufenden Kredit-, Instandhaltungs- ,und Leerstandskosten und Steuern finanziert. Ein eventueller Mietüberschuss wird gemeinsam mit den weiterhin anfallenden Sparbeträgen für den Kauf ­weiterer ähnlicher Wohnungen verwendet. Nach 30 Jahren ist man laut diesem Modell bei sechs Wohnungen angelangt, die nach Abzug der ausstehenden Schulden rund eine Million Euro wert sein sollten. Wie bereits gesagt, unter der Annahme, dass die Wohnungspreise nicht steigen! Sollte man wie Gerald Hörhan von langfristig steigenden Preisen ausgehen, kann der Weg zur Million unter Umständen kürzer ausfallen. 

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