Attersee-Villa um 28 Millionen verkauft

Eine der teuersten Villen des Landes, das schlossartige Anwesen des verstorbenen Investors Gerhard Andlinger wurde von der Industriellenfamilie Turnauer gekauft.

Aufnahme aus dem Sommer: Die Villa in Burgau ist von 24.500 Quadratmeter Park umgeben. (Foto: Thomas Leitner)

Fast im hintersten Winkel des Attersees, umgeben von steilen Berghängen, thront auf einer Halbinsel in Burgau eines der prächtigs­ten Anwesen Österreichs. Ein in Gelb und Weiß gehaltenes Märchenschlösschen mit zwei Türmen. Vom Seeufer und dem Privatstrand trennt es nur ein perfekt gepflegter sattgrüner Rasen. Und eventuell störende Nachbarn sind weit weg. Das Anwesen wird von einem 24.500 Quadratmeter großen Park umgeben, auf dem auch noch ein paar Nebengebäude verstreut sind.

Das heutige Aussehen der Villa geht auf den kanadischen Kaufhaustycoon Robert Campeau zurück, der die Immobilie 1980 kaufte. Um die Jahrtausendwende erstand der austroamerikanische Milliardär Gerhard Andlinger die Residenz. Der Gönner der Salzburger Festspiele verstarb Ende 2017 in New York. Danach gab es immer wieder Gerüchte um einen Verkauf.

Wie GEWINN-Recherchen zeigen, fixierten Andlingers Erben tatsächlich bereits Ende 2018 den Vertrag für den Verkauf. Für 28 Millionen Euro erstand Alexand­ra Turnauer aus der gleich­namigen österreichischen Industriedynas­tie (Constantia Industries) das Anwesen.

Den Turnauers ist die Gegend bereits aus einer früheren Transaktion gut bekannt. Schon im Sommer 2017 hatte Andlinger das ebenfalls in seinem Besitz stehende Nachbargrundstück – ein fast drei Hektar großer ehemaliger Campingplatz – für 18 Millionen Euro verkauft. Käufer war eine niederösterreichische Immobiliengesellschaft, an der auch die Familie Turnauer beteiligt ist.

Texhages-Zentrale weicht Mietwohnungen

Der graue Gewerbebau in der Wiener Engerthstraße im 20. Bezirk versprüht den Charme eines grauen Gewerbebaus. Doch die Lage des Eckhauses erfüllt einige der Punkte, die Immobilienentwickler auf ihrer Wunschliste stehen haben. Die U-Bahn-Station liegt genau gegenüber, ebenso der S-Bahnhof. Direkter Nachbar ist das Einkaufs- und Kinozentrum Millennium City, das zum Komplex um den Büroturm Millennium-Tower gehört. Das Gebäude, das zuletzt einen Ein-Euro-Shop beheimatete, war einst der Firmensitz von Texhages. Der traditionsreiche Textilhändler schlitterte 2017 endgültig in die Pleite. Die Immobilie in der Engerthstraße blieb aber bis März 2019 im Besitz der früheren Texhages-Eigentümer. Wie nun im Grundbuch ersichtlich ist, verkauften sie dann das Haus, das auf 2.000 Quadratmeter Grund steht, für 13,5 Millionen Euro an die BIP Immobilien, die im Eigentum der Familie Breiteneder ist.

Auf Anfrage heißt es bei BIP, dass man das Projekt aber mittlerweile an Value One verkauft habe. Der Entwickler des Viertel Zwei im Wiener Prater will dort 124 Mietwohnungen errichten. Im Erdgeschoß soll ein Lebensmittelhändler einziehen.

Grawe investiert am Wiener Gürtel

Die Grazer Wechselseitige Versicherung, kurz Grawe, zählt nicht nur zu den größten Immobilienbesitzern in ihrer Heimatstadt, sondern erweitert ihr Portfolio immer wieder auch in Wien. Erst im September investierte sie 9,5 Millionen Euro in ein großes Zinshaus am Mariahilfer Gürtel, nur wenige Meter neben dem Westbahnhof. Mieter ist dort unter anderem das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch. Verkäufer des Gebäudes im 15. Bezirk war die EHI Immobilien GmbH aus Oberösterreich, die im Besitz von Miteigentümern der Habau, eines der größten Baukonzerne des Landes, steht.

Bierbrauerschule zieht aus Villa aus

Der Unterricht in der Berufsschule für Brau- und Getränketechnik wurde viele Jahre in einer herrschaftlichen Villa im noblen Döblinger Cottage-Viertel abgehalten. Dort waren auch die Lebensmittel-Versuchsanstalt und das Österreichische Getränke­institut untergebracht. Seit Herbst findet der Unterricht am neuen Standort in Klos­terneuburg statt. Im Zuge der Übersiedlung trennte sich der Eigentümer, der Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, von dem renovierungsbedürftigen Gebäude. Dieses war in den 1920er-Jahren als Villa der Familie Tugendhat errichtet worden und steht unter Denkmalschutz. Ein Wiener Rechtsanwalt kaufte das Baujuwel in begehrter Lage samt 3.000 Quadratmeter großem Grund­stück für 8,1 Millionen Euro.

Wohnungen für Sacher-Personal in Salz­burg

Das berühmte Hotel Sacher betreibt neben dem Stammhaus in Wien auch ein Fünf-Sterne-Hotel am Ufer der Salzach in der Stadt Salzburg. Im August erstand das Hotel unter der Führung von Elisabeth Gürtler und ihrer Tochter Alexandra um 4,35 Millionen Euro ein Wohngebäude in der Jahnstraße nahe dem Hauptbahnhof. Laut Elisabeth Gürtler ist aber kein weiterer Standort in der Mozartstadt geplant. Die Immobilie habe man angeschafft, um dort Wohnungen für das Hotelpersonal zu schaffen, denn diese seien in Salzburg äußerst schwer zu finden.

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