Das Blockchain-Haus

Das Wiener Start-up Black Manta gehört zu den Ersten in Europa, die Beteiligungen an Immobilien über die Blockchain ermöglichen. Mit einem Projekt in Berlin will man auch Kleinanleger ansprechen.

Dieses Wohnungsprojekt in Berlin wird erstmals „tokenisiert“. Wer einen Token kauft, ist am mög­lichen Verkaufsgewinn der Wohnungen beteiligt (Foto: Tigris Immobilien)

Peter Augustin wäre bei seinen Immobilienprojekten eigentlich nicht auf das Geld von Kleinanlegern angewiesen. 2006 verkaufte er den von ihm gegründeten Internet-Provider Inode gemeinsam mit Partnern für 95 Millionen Euro an UPC. 2008 begann der Wiener mit seiner Tigris Immobilien in Berlin Häuser zu kaufen. Eine goldrichtige Entscheidung. Damals, in der Finanzkrise, waren die Preise im Keller und sind seitdem explodiert.
Mittlerweile hat Augustin 13 Projekte in der deutschen Hauptstadt realisiert. Nun steht die Sanierung eines Altbaus mit angeschlossenem Wohnungsneubau an. „Das Haus entsteht direkt am alten Mauerstreifen in Friedrichshain-Kreuzberg nahe der Spree“, sagt der technologiebegeisterte Investor.

Token als digitaler Hausanteil

Es ist weniger die Lage an der Spree, die das Projekt außergewöhnlich macht, als die Finanzierung. Mithilfe des Wiener Start-ups Black Manta gehört es zu den ersten in der EU, die über die Blockchain finanziert werden. Anleger können ab 500 Euro spesenfrei einsteigen und erhalten dafür einen Security-Token. Dieser Token verbrieft Substanzgenussrechte an der Immobiliengesellschaft, die auf der Blockchain gespeichert werden. Die Blockchain-Technologie gilt als unhackbar und damit als besonders sicher. Das muss sie auch sein, denn erstmals läuft die Beteiligung an Immobilien voll digital und papierlos. Wie beim Kauf von Krypto-Währungen benötigt man ein sogenanntes Wallet, eine digitale Geldbörse, wo man seine Tokens ablegt. Ein gewisses Interesse an neuen Technologien schadet also nicht, wenn man zu den Pionieren auf der Anlegerseite zählen möchte.

Gewinnbeteiligung statt fixer Zinsen

Technologieinteresse allein lockt aber noch keine Investoren. „20 Prozent des Gewinns werden an die Token-Inhaber ausgeschüttet“, sagt Black-Manta-Gründer Alexander Rapatz. Bis 2023 sollen alle Wohnungen fertig gebaut und verkauft sein. Erst danach wird der Gewinn ausgeschüttet. Eine laufende Verzinsung gibt es nicht. Am Ende wird eine Rendite von acht Prozent p. a. in Aussicht gestellt. Dabei handelt es sich aber um keinen fixen Zinssatz. Je nach Höhe des Projektgewinns kann die Rendite höher oder niedriger ausfallen. Wie beim Immobilien-Crowd­investing – zu dem es einige Parallelen und Unterschiede gibt – droht auch bei Security-Tokens im allerschlimms­ten Fall das Risiko eines Totalverlusts. „Man kann sich bei Immobilien die Finger verbrennen“, meint Investor Augus­tin, „allerdings fällt der Wert nie auf Null. Im konkreten Fall gibt es schon einen bestehenden Altbau und ein Grundstück.“

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