Vorschau aktuelle Ausgabe

 

 

Freibad für zu Hause

Urlaub zu Hause, Zugangsbeschränkungen im öffentlichen Bad? Die Antwort der Österreicher: Sie kaufen kräftig Pools für den eigenen Garten. Was es bei der Auswahl zu beachten gilt.

(Foto: Leidenfrost Pool GmbH./Löwenzahndesign.ch)

Die geplante Reise ist Corona-bedingt ins Wasser gefallen. Der Urlaub findet heuer auf „Balkonien“ oder den „Dahamas“ statt. Auf das kühle Nass verzichten heißt es deswegen noch lange nicht. Aufstellbecken aus dem Baumarkt oder Internet um wenige hundert Euro sind derzeit der Hit, ebenso wie die deutlich teureren fix verbauten Pools. Auch Thomas Widhalm vom niederösterreichischen Familienbetrieb Wallnerpool bestätigt das gestiegene Interesse: „Bei uns ist gerade Hochsaison. Wir haben zirka 20 Prozent mehr Nachfrage und auch die Bereitschaft zu schnelleren Kaufentscheidungen ist gestiegen. Großer Vorteil unserer Einbau-Pools gegenüber Aufstellbecken ist die Langlebigkeit.“

Modelle in allen Größen

Der Weg zur privaten Pool-Landschaft beginnt mit der Wahl des passenden Modells. „Die meisten Leute entscheiden sich für ein Becken, das etwa acht mal vier Meter groß ist“, sagt Widhalm und betont, dass das Größenverhältnis von Pool und Garten harmonisch aufeinander abgestimmt werden sollte. „Es macht auch Spaß, in einem Sechs-mal- drei-Meter-Pool zu schwimmen.“ Hinsichtlich Material setzt das Unternehmen auf Polyester-Einstückbecken, die ohne Schweißnähte gefertigt werden. Nach Maß angefertigte Edelstahl-Pools, die preislich in einem höheren Segment angesiedelt sind, runden das Portfolio ab (siehe Tabelle Seite 99).
Für wohltemperiertes Wasser bietet sich ein sonniger Platz im Garten als Pool-Standort an. Auch ein Einbau in die (Dach-)Terrasse ist möglich. Der Reinlichkeit wegen sollten Bäume oder Sträucher nicht unmittelbar neben dem Schwimmbecken gepflanzt werden.

„Wir präferieren die rechteckige Form“, sagt Hans Poinstingl, Geschäftsführer des heimischen Herstellers Leidenfrost Pools, und begründet: „Das ist zeitlos elegant und man kann jede Abdeckung verwenden.“ Leidenfrost-Pools sind Fertigbecken aus Faserverbundkunststoff, die im Waldviertel produziert werden. „Wir geben auf unsere Beckenkörper 30 Jahre Garantie auf Dichtheit und gegen Osmose“, so Poinstingl. Los geht es ab einer Pool-Länge von zirka fünf Metern. Neben dem Pool-Maß gilt es, auch hinsichtlich des  Stufensystems eine Entscheidung zu treffen. „Sehr gefragt sind Becken mit Flachwasserzone. Entweder um auf der Ebene zu relaxen oder zum Spielen für die Kinder“, so Poinstingl und empfiehlt hinsichtlich Schwimmbe­ckenumrandung eine Breite von rund 60 Zentimetern. „Ist die Pool-Umrandung schön und ordentlich gemacht, merkt man kaum, ob ein Kunststoff-, Edelstahl- oder Betonbecken darunter ist.“

Kosten für Becken und Bauarbeiten

30.000 bis 40.000 Euro kostet bei Leidenfrost ein Pool im Standardmaß, technische Grundausstattung, Abdeckung, Montage und Inbetriebnahme inklusive. Dazu kommen noch Kosten in der Höhe von 15.000 bis 20.000 Euro für Baumeisterarbeiten. „Zunächst hebt man die Baugrube nach den Größenangaben des Herstellers aus und errichtet eine Rollierung. Darauf werden Fundamentplatte und Isolierung gesetzt. Anschließend wird das fertig gelieferte Becken eingehoben und mit Beton hinterfüllt. Zu guter Letzt errichtet man einen Aufbau für die Pool-Umrandung und setzt – nachdem alles getrocknet ist – die Steine darauf“, veranschaulicht Poinstingl. Zuletzt sollte man auch die Garten(neu-)gestaltung in Angriff nehmen.

Chlor oder Salzwasser?

Ultimatives Schwimmvergnügen setzt klares sauberes Pool-Wasser voraus. Um Verunreinigungen entgegenzuwirken, muss das Wasser umgewälzt werden. Zwei verschiedene Systeme – Skimmer oder Überlaufrinne – stehen dafür zur Auswahl. Beim Skimmer wird das Wasser über eine Öffnung im Pool abgesaugt, mit einer Überlaufrinne fängt man das aus dem Becken überschwappende Wasser auf. Auch optisch unterscheiden sich die beiden Varianten: Beim Überlauf liegt der Wasserspiegel höher als beim Skimmer. Dazu Poinstingl: „Skimmer sind hinsichtlich Anschaffung und Pool-Pflege wesentlich günstiger als Überlaufrinnen. Wir haben Skimmer entwickelt, die dank einer Wasserkante von nur drei Zentimetern quasi Überlaufbeckencharakter haben.“ Sowohl Skimmer als auch Überlaufrinne haben die Aufgabe, das schmutzige Wasser zur Filteranlage zu transportieren. Von dort wird das saubere Wasser via Einlaufdüsen zurück in den Pool geleitet. Eine Filterpumpe übernimmt die Zirkulation.

„Chlor ist nach wie vor die gängigste Variante zur Wasserdesinfektion“, sagt Widhalm von Wallnerpool. „Wir machen aber bereits fast 40 Prozent Salzwasserpools, weil es für die Haut angenehm und leicht zu Warten ist. Dabei werden zu Beginn der Badesaison etwa 20 bis 50 Kilo Meersalz ins Wasser gegeben und bei einem elektro-chemischen Prozess das Chlor herausgespalten und so das Be­cken desinfiziert.“

Detaillierte Informationen zum Pool-Boom seit der Corona-Krise – wieviel Sie dieser Badespaß kostet und was Sie bedenken sollten finden Sie in der aktuellen Juli/August-Ausgabe des GEWINN – jetzt neu in Ihrer Trafik!

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.