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Geld aus Schutt

Wer ein altes Haus abreißt, kann einen Teil des vermeintlichen Schutts zu Geld machen. Alte Holzbalken und antike Ziegel sind bei Händlern gefragt. Doch über Preise spricht man in der Branche nur ungern.

(Foto: gabort71 – Thinkstock.com, Peter Watzal)

Von dem über 100 Jahre alten Bauernhaus von Johann Huber (Name von der Redaktion geändert) in Oberösterreich ist heute nichts mehr zu sehen. Nach dem Neubau seines modernen Einfamilienhauses nebenan musste er das alte Gebäude abreißen. Vorschrift der Behörde.
„Ein Geschäft war der Abriss zwar nicht“, sagt Herr Huber, „aber allein das Holz von Dachstuhl und Dachboden und alte Schiffböden haben wir um über 3.000 Euro verkauft. Zwischen 100 und 150 Euro pro Kubikmeter haben wir bekommen. Für besonders schöne Stücke sind auch bis zu 300 Euro möglich. Je größer die Hölzer, desto gefragter. Preiserhöhend wirkte auch, wenn das Holz sichtbar von Hand gehackt wurde.“
Selbst die alte Eingangstüre war binnen kürzester Zeit um 150 Euro weg. „Die hat jemand für sein Jagdhaus in den Bergen gekauft. Das sollte urig aussehen.“ Die alten Holzfenster waren zum Leidwesen von Herrn Huber schon 15 Jahre zuvor gegen Kunststofffenster ausgetauscht worden. „Schade, für alte Kastenfenster hätte es Interessenten gegeben.“ Auch die Lehmziegel fanden Abnehmer: „Die haben wir um zehn Cent pro Stück aber fast verschenkt. Wir waren froh, dass wir sie los waren. Hätten wir sie geputzt und auf Paletten gestapelt, wären uns 80 Cent angeboten worden.“
Da Herr Huber den Abriss so schnell wie möglich über die Bühne bringen wollte, führte er keine langen Preisverhandlungen. „Eines ist sicher: Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre mehr zu holen gewesen.“

Wer alte Baumaterialien kauft und verkauft und welche Preise zu erzielen sind lesen Sie in der aktuellen März-Ausgabe des GEWINN – jetzt neu in Ihrer Trafik!

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