Handwerkerrechnung: Staat zahlt mit

Wer Haus oder Wohnung saniert, sollte ab Juni die Rechnungen aufheben. Bis zu 600 Euro kann man sich über den Handwerkerbonus zurückholen.

20 Prozent der Arbeitskosten deckt der Handwerkerbonus, aber keine Materialkosten (Foto: AndreyPopov - Thinkstock.com)

Lange war unsicher, ob der Handwerkerbonus in die Verlängerung geht. Nun ist es fix. 20 Millionen Euro hat die Bundesregierung für heuer reserviert. Ziel ist, dass mehr Aufträge an offizielle Handwerksbetriebe mit Rechnung vergeben werden anstatt an Pfuscher ohne Rechnung. 

Der Handwerkerbonus ist ein staatlicher Zuschuss zu allen Handwer­kerkosten für die Sanierung von Haus oder Wohnung – egal ob Tischler, Ins­tallateur oder Fliesenleger. Nicht gefördert wird der Neubau von Häusern ebenso wie Arbeiten rund um das Haus (Garten, Garage). Der Bonus gilt ausschließlich für private Wohnimmobilien und nicht für Firmengebäude. Die Förderung beträgt 20 Prozent oder maximal 600 Euro der Arbeits- und Fahrtkosten – diese müssen auf der Rechnung extra ausgewiesen werden – exklusive Umsatzsteuer. Materialkosten werden nicht gefördert. 

Pro Antragsteller kann nur ein Förderantrag für ein Wohnobjekt gestellt werden. „Es ist aber erlaubt, mehrere Rechnungen zu sammeln und gemeinsam einzureichen. Auch kann z. B. jedes in einer Wohnung gemeldete Fami­lienmitglied extra um den Handwer­kerbonus ansuchen“, erklärt Martin Weber von der s Bausparkasse. 

Gilt erst ab Juni

Voraussetzung, um den Bonus zu kassieren, ist eine bezahlte Handwerkerleistung, die nach dem 31. Mai 2016 ausgeführt wurde. „Entscheidend ist, wann die Leistung erbracht wurde und nicht nur das Rechnungsdatum“, warnt Reinhard Kainz von der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer. Wer also einen großen Handwerkerauftrag im Mai ausführen hat lassen und im Juni bezahlte, hat keinen Anspruch auf den Bonus. 

Fallen Rechnungs- und Leistungsdatum schon in den Juni, kann die Rechnung ab 1. Juli bei jeder Bausparkasse eingereicht werden. Diese kümmern sich im Auftrag des Finanzminis­teriums exklusiv um die Abwicklung. Die Einreichung erfolgt am einfachsten online, die Formulare können aber auch in den meisten Bankfilialen abgegeben werden. 

Je früher man den Bonus beantragt, desto höher die Chance auf Auszahlung. Sind die 20 Millionen Euro aufgebraucht, endet auch der Handwerkerbonus. Im Vorjahr war das Geld Anfang August weg, jedoch startete die Aktion damals schon zu Jahresbeginn. Bei der s Bausparkasse ist man zuversichtlich, dass das Geld bis Jahresende reicht. Bei geringem Wirtschaftswachstum ist eine Fortsetzung des Handwerkerbonus für 2017 geplant. Wie lange das Geld reicht, wird auch von der Bekanntheit der Aktion abhängen. Im Vorjahr scheint sich der Bonus in vielen Bundesländern nicht herumgesprochen zu haben. Zwei Drittel des Geldes flossen nach Nieder- und Oberösterreich und die Steiermark. 

Wer Aussicht auf andere Förderungen hat, sollte diese mit dem Handwerkerbonus vergleichen und berechnen, wo es mehr Geld gibt. Der Handwerkerbonus ist nämlich nicht mit anderen Förderungen kombinierbar, wie z. B. dem Sanierungsscheck des Bundes (siehe Kasten). 

Weitere Infos auf www.handwerkerbonus.gv.at.

Sanierungsscheck: Schnell sein

Wer eine größere Sanierung seines Hauses plant, fährt mit dem Sanierungsscheck des Bundes besser als mit dem Handwerkerbonus. Die Förderung beträgt bis zu 30 Prozent der Kosten bzw. maximal 8.000 Euro für eine weitreichende thermische Sanierung. Achtung: Der umfangreiche Antrag muss vor der Durchführung der Sanierung gestellt werden. Man benötigt unter anderem einen Kostenvoranschlag eines Gewerbebetriebs. Nach der Prüfung des Antrags ist das Geld reserviert. Man hat dann Zeit bis zum 31. 12. 2017, die Maßnahmen umzusetzen. 

Mit dem Antrag sollte man nicht zu lange warten. Im Vorjahr waren die Mittel im August aufgebraucht. Heuer wurde das Budget noch dazu von 80 auf 43,5 Millionen Euro gekürzt. Mit Stand Mitte Mai waren noch 25,2 Millionen Euro verfügbar. 

Förderrechner und Anträge auf www.sanierungsscheck.at 

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