Kärnten verkauft Seehotel

Das Land Kärnten ist das ehemalige ÖGB-Feriendorf am Ossiacher See für 4,7 Millionen Euro los. Der Käufer, ein Wiener Immobilienunternehmer, verpflichtet sich, dort 23 Millionen Euro zu investieren.

Das Feriendorf aus den 1970ern soll großteils abgerissen werden und einem neuen Hotel weichen. (Foto: Ferdinand Neumüller)

Im Jahr 2007 hatte das Land Kärnten unter dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider dem Gewerkschaftsbund ÖGB Ferienheime und Seen um 43 Millionen Euro abgekauft. Wegen mutmaßlicher Kickbackzahlungen an Haider ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Unter den damals gekauften Immobilien befand sich auch ein Feriendorf in Alt-Ossiach am Südufer des Ossiacher Sees. Für das in den 1970er-Jahren erbaute Feriendorf samt fast 30.000 Quadratmeter Grund mit Seezugang zahlte die Seeliegenschaftengesellschaft SIG des Landes 5,5 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte von (gescheiterten) Versuchen, die Immobilie wieder zu verkaufen. „Die SIG hat den Liegenschaftskomplex Ossiacher See europaweit zum Verkauf ausgeschrieben. Die Kriterien für die Zuschlagserteilung waren der Preis, eine möglichst langfristige touristische Nutzung der Immobilie, die Art und Höhe der touristischen Investitionen sowie eine Nachbesserungsklausel für den Fall eines Weiterverkaufs“, sagt SIG-Geschäftsführer Reinhard Zechner. Den Zuschlag erhielt laut Kaufvertrag vom Juni 2019 die GPH Real Estate aus Wien, die unter anderem im Zinshausbereich aktiv ist. Der Kaufpreis für die Anlage betrug nur 4,7 Millionen Euro, allerdings verpflichtet sich die GPH Real Estate zu Investitionen in Höhe von 23,4 Millionen Euro in die touristischen Einrichtungen.

„Durch die beachtlich hohe Investition wird die Attraktivität der doch sehr in die Jahre gekommenen Hotelanlage erheblich gesteigert. Wir gehen davon aus, dass dieser Betrieb damit wieder zu einem Leitbetrieb am Ossiacher See wird. Nicht nur vor dem Hintergrund einer ohne Verkauf absehbaren Schließung des Hotelbetriebes konnte für den Tourismus in Kärnten eine gute Lösung gefunden werden“, zeigt man sich bei der SIG zuversichtlich. Laut GPH-Real-Estate-Eigentümer Pinchas Gadilov sind Hotelsuiten und eine Apartmentanlage für Kurzzeitvermietung geplant. Derzeit läuft ein Architekturwettbewerb: „Ein Großteil der Anlage wird aus wirtschaftlichen Gründen abgetragen und völlig neu und modern gebaut.“

Kerblers Hotelpläne für Maria Wörth

Auch am benachbarten Wörthersee wälzt ein Wiener Immobilienunternehmer große Pläne: Günter Kerbler. Der Conwert-Gründer ist seit Jahrzehnten einer der umtriebigsten heimischen Zinshauskäufer, hat eben das höchste Holzhochhaus in der Wiener Seestadt Aspern fertiggestellt und investiert in New Yorker Immobilien. Nun kommt zur langen Liste auch ein Hotelprojekt in Maria Wörth. Wie erst jetzt im Grundbuch ersichtlich ist, hat die Wörthersee Hotelbetriebs GmbH – die Kerbler Holding hält 60 Prozent, 40 Prozent eine deutsche Holding – schon 2018 mehrere benachbarte Liegenschaften mit Blick auf die berühmte Wallfahrtskirche für rund zehn Millionen Euro gekauft, darunter das geschlossene Hotel Wörth. Derzeit arbeite man in enger Abstimmung mit Gemeinde und Anrainern an einem Raumplanungskonzept für die zukünftige Nutzung der Fläche. Ziel sei die ganzjährige Belebung des Ortes. „Auf einer geplanten Nutzfläche von 10.000 Quad­ratmetern könnte ein neues modernes Zentrum im Segment Schmerztherapie entstehen, mit direkt ­anschließendem Wellness-­Hotel und Serviced Apartments“, so Kerblers Sprecherin.

Gegenüber von Kerblers Grundstück arbeitet ein weiterer prominenter Inves­tor an einem Großprojekt. Hannes Androsch will neben seinem Maria Wörther Kurhotel Vivamayr eine Privatklinik errichten.

3SI übertrifft 100-Millionen-Euro-Ziel

Die 3SI Immogroup gehört zu den großen privaten Zinshausinvestoren in Wien und kann sich derzeit nicht über zu wenig Nachschub an interessanten Immobilien beklagen. „Wir werden das für heuer geplante Investitionsvolumen von ursprünglich 100 Millionen Euro weit übertreffen“, zeigt sich Firmenchef Michael Schmidt mit dem voraussichtlich bes­ten Jahr der Firmengeschichte zufrieden. Mittlerweile ist 3SI nicht nur im Altbaubereich eine Größe, sondern mischt auch in der Entwicklung von Neubauprojekten mit. Im August gelang der Ankauf einer Liegenschaft im 15. Bezirk an der Linken Wienzeile. Das 1.600 Quadratmeter große Areal der Messtechnikfirma Bürkert wurde laut Grundbuch um 8,5 Millionen Euro erstanden. Das Unternehmen bleibt vorerst bis zumindest Herbst nächsten Jahres in dem Glasbau mit dem großen Firmenschriftzug auf dem Dach. Dann soll die Büronutzung enden und einem Neubau weichen: „Geplant ist eine Mischung aus Hotel und Serviced Apartments, die wir selbst betreiben wollen“, so Schmidt.

30-Millionen-Verkauf der Immofinanz

Die Immofinanz hat in den letzten Jahren ihr Portofolio in Österreich und Osteuropa massiv umgebaut und viele Liegenschaften, die nicht mehr zur Strategie passen, verkauft. Nun trennte sich das Unternehmen von einem 20.300 Quadratmeter großen Bürogebäude in der Geiselbergstraße im Elften Wiener Bezirk. Das zu großen Teilen an ein Schulungsunternehmen vermietete Gebäude neben der Südosttangente ging laut Kaufvertrag für 30 Millionen Euro an die Wiener Alexandros Immobilien. Dahinter steht der Unternehmer Nikolai Smolenski, in Österreich lebender Sohn des ehemaligen russischen Bankbesitzers und Oligarchen Alexandros Smolenski.

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