„Keine Großstadt baut so viele Wohnungen“

Der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig über Generaldirektoren in Gemeindebauten, warum er die Einkommen seiner Mieter nicht laufend überprüfen will und nicht alle Mieten in Wien stark steigen.

(Foto: Pepo Schuster, austrofocus.at)

TOP-GEWINN: Eigentlich wollten wir mit Ihnen über das neue Mietrecht reden. Die angekündigte Einigung zwischen SPÖ und ÖVP platzte Anfang August aber in letzter Minute. Glauben Sie noch an die große Reform?

Ludwig: Das Mietrecht ist ein Bundesgesetz. Da kann ich als Wiener Wohnbaustadtrat nur im Vorfeld mitgestalten. Ich habe aber den Eindruck, dass es mittlerweile eine Reihe von Punkten gibt, wo man sich stark annähert. Alle handelnden Personen wissen, dass es wichtig wäre, ein möglichst einheitliches und transparentes Mietrecht zu haben. Ich hoffe doch, dass es bald zu einer Einigung kommt.

TOP-GEWINN: Auf einheitlich und transparent können sich alle verständigen. Was sollte konkret in einem neuen Mietrecht nicht fehlen?

Ludwig:
Das derzeit geltende Mietrechtsgesetz ist sehr zersplittert. Es gibt z. B. starke Unterschiede in der Bemessung der Miete je nach Baujahr des Hauses. Das ist schwer nachvollziehbar. Es gibt auch Überlegungen, Zuschläge zum Richtwert zu deckeln. Ein großer Preistreiber ist z. B. der Lagezuschlag. Die Hauseigentümer tragen nur bedingt etwas dazu bei. Bei den Neuvermietungen von privaten Wohnungen sind die Mieten in den letzten Jahren überproportional stark gestiegen. Das kann man zum Teil mit Qualitätssteigerungen erklären, aber nicht ausschließlich. Man muss aber relativieren: Die Steigerungen spielen sich im Bereich der Neuvermietungen ab. Wir haben rund eine Million Mieteinheiten in Wien. Pro Jahr gibt es 50.000 Neuvermietungen und davon 28.000 im privaten Wohnungsbereich. Die starken Steigerungen betreffen also ein relativ schmales Segment. Man kann nicht sagen, dass die Mieten in Wien generell stark steigen. Das stimmt nicht.

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