Kroatien: Warten auf den Preisanstieg

Kroatien war heuer das beliebteste Urlaubsland der Österreicher. Auf die Preise für Ferienimmobilien wirkt sich das noch nicht aus.

Villen in Dalmatien: So nahe am Wasser darf man in Kroatien nur noch mit alter Baugenehmigung bauen (Foto: Dr. Koch Real)

Putsch in der Türkei, Terrorgefahr in Tunesien und Ägypten – die weltpolitische Lage spielt dem Kroatien-Tourimus derzeit in die Hände. Für den Wiener Luxusmakler Eggert Koch ist es nur eine Frage der Zeit, bis der boomende Tourismus auch den Ferienimmobilienmarkt anheizt: „Dadurch wird sich die touristische Infrastruktur verbessern, die Gastronomie, die Zahl der Direktflüge. Gleichzeitig gibt es nirgends in Österreich-Nähe noch so viele unverbaute Liegenschaften am Meer zu einem Drittel der Preise von Mallorca. Die Rechtssicherheit ist dank EU-Mitgliedschaft und funktionierendem Grundbuch hoch“, schwärmt Koch. 

In Punta Skala, einem der größten Tourismusressorts des Landes, merkt die österreichische Hotelgruppe Falkensteiner bereits erste Auswirkungen. Falkensteiner betreibt dort nicht nur Hotels, sondern verkauft auch Apartments an Anleger und Eigennutzer. „Mit über 20 Wohnungen haben wir heuer bereits so viele Wohnungen wie noch nie verkauft“, sagt der zuständige Falkensteiner-Manager Robert Hermandinger. Die zwischen 50 und 135 Quadratmeter großen Apartments mit Meerblick kosten zwischen 150.000 und 520.000 Euro netto.

Keine Einschränkungen für EU-Bürger

Doch von einem allgemeinen Anspringen des kroatischen Immobilienmarkts wollen Marktkenner noch nicht sprechen: „Das Land entwickelt sich bisher konträr zu den meisten anderen europäischen Immobilienmärkten, die sich nach der Finanzkrise schnell wieder erholt haben. Die kroatische Wirtschaft ist immer noch in der Krise, und das schlägt auf den Immobilienmarkt durch“, beobachtet Norbert Obermayr, Geschäftsführer der Real Treuhand. Die Maklertochter der Raiffeisenbank OÖ betreibt mehrere Niederlassungen in Dalmatien. Patricija Orlic ist für die Real Treuhand vor Ort: „Nach den Boomjahren 2006, 2007 sind die Preise gefallen. Seitdem hat sich der Markt stabilisiert. Nur absolute Topimmobilien haben das Niveau von 2006 gehalten. Dazu zählen Objekte nur wenige Meter vom Meerufer entfernt, für die es heute keine Baugenehmigungen mehr gibt.“ Neue Projekte müssen 70 Meter vom Ufer entfernt gebaut werden.

Der EU-Beitritt im Jahr 2013 hatte hingegen keine Auswirkungen auf die Preise. Für EU-Bürger gibt es beim Kauf von Wohnungen und Häusern jedenfalls keine Einschränkungen.

Dubrovnik am teuersten

Von Österreich mit dem Auto am schnellsten zu erreichen ist Istrien. Auch das Angebot an Ferienimmobilien ist in Istrien am größten. Das ist laut Maklerin Orlic der Grund, warum die Preise in Istrien günstiger als im weiter südlich gelegenen Dalmatien sind. So liegen die Durchschnittspreise für Wohnungen in Istrien bei 1.600 Euro pro Quadratmeter. In den dalmatinischen Bezirken zahlt man zwischen 1.750 Euro (Zadar) und 2.100 Euro (Split). Die teuerste Stadt Kroatiens ist allerdings Dubrovnik mit Wohnungspreisen von 2.300 Euro pro Quad­ratmeter.

Für eine kleine, neuwertige Wohnung mit Meerblick und österreichischem Standard, rät Orlic, mit mindes­tens 150.000 Euro Budget zu kalkulieren. Je näher am Meer, desto teurer. „Wer in die allererste Reihe will, sollte mit Quadratmeterpreisen von 3.000 bis 4.000 Euro aufwärts für Wohnungen rechnen. Häuser in diesen Lagen fangen bei rund 700.000 Euro an“, so Orlic. Dazu kommen noch fünf Prozent Grunderwerbsteuer und drei Prozent Maklerhonorar. Eine laufende Grundsteuer gibt es in Kroatien nicht. Eine Einführung wird aber diskutiert

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.