Neubau oder Sanierung - Fördermittel abholen

Bund und Länder halten für Häuslbauer und Sanierer immer noch ordentliche Fördergelder bereit.

Foto: Benjamin Klack / pixelio.de

Wer im Neubau eine möglichst hohe Förderung erhalten will, sollte nicht zu viel verdienen, Kinder haben und nicht zu groß, dafür aber ernergiesparend bauen. Gefördert werden in der Regel nur noch Niedrigenergiehäuser, für Passivhäuser gibt es z. B. in Niederösterreich Sonderförderungen. Beantragt werden muss die Unterstützung meist noch vor Baubeginn oder Fertigstellung. Gefördert wird entweder in Form von güns­tigen Darlehen bzw. Zuschüssen zur Darlehensrate oder als nicht rückzahlbarer Direktzuschuss. Wie hoch die Förderung dann tatsächlich ausfällt, ist aber von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Die Unterschiede beginnen bei den Einkommensgrenzen. So darf in der Steiermark eine vierköpfige Familie ein Jahresnettoeinkommen von 60.000 Euro nicht überschreiten. In Wien ist die Grenze mit 95.550 Euro am großzügigsten. Wer die Grenzen knapp überschreitet, muss allerdings nicht um die ganze Förderung umfallen. So verringert sich in der Steiermark bei einer Überschreitung um jeweils 900 Euro die Förderung um jeweils 20 Prozent. In Niederösterreich wird die Förderung  um 20 Prozent gekürzt, wenn die Überschreitung bis zu zehn Prozent ausmacht. Wer die Grenze knapp überschreitet, sollte sich die Richtlinien zur Berechnung genau anschauen. So muss z. B. in Niederösterreich als Durchrechnungszeitraum nicht automatisch das Vorjahr genommen werden. Es können auch die Einkommensteuerbescheide der letzten drei Jahre vorgelegt werden. Herangezogen wird dann der Durchschnitt. Das ist besonders für Selbständige mit stark schwankenden Einkünften interessant. 

Auch bei der geförderten Wohnfläche unterscheiden sich die Bundesländer. Während es etwa in der Steiermark oder in Oberösterreich bei Neubauten keine Flächenbegrenzung gibt, muss sich eine Kärntner Familie mit 130 Quadratmetern zufriedengeben. Wer größer baut, erhält weniger Förderung. Es kann im jeweiligen Grenzgebiet also durchaus von Vorteil sein, sein Bauprojekt in die Nachbargemeinde zu verlegen, wenn man dadurch in den Genuss von höheren Förderungen kommt.

Sanierungsscheck kommt wieder

Neben der Neubauförderung unterstützen die Länder auch Sanierer von älteren Einfamilienhäusern. Oft ist die Förderung an ein gewisses Gebäudealter gebunden, z. B. mindestens 30 Jahre in der Steiermark. Gefördert werden vor allem ökologische Maßnahmen wie Fassadendämmungen, nicht aber das neue Bad oder die neuen Innentüren. Die Förderhöhen – wieder neun verschiedene Systeme – richten sich nach Vorhaben und Objekttyp. Große Sanierungen wie etwa die gesamte Außenhülle eines Hauses inklusive Heizsystem werden anders gefördert als Einzelmaßnahmen wie etwa der Tausch alter, undichter Fens­ter.

Kompatibel mit den Landesförderungen ist der Sanierungsscheck des Bundes. Diesen wird es auch 2016 wieder geben. Wie er ausgestaltet sein wird, steht aber frühestens Ende Februar fest. Es ist allerdings anzunehmen, dass die Vergaberichtlinien ähnlich wie in den letzten Jahren sein werden. Bisher wurden mit dem „Sanierungsscheck für Private“ z. B. Wärmedämmung an der Außenfassade und am Dach, neue Fenster und Außentüren sowie Solaranlagen, Holzheizungen, Wärmepumpen gefördert. Möglich war die Einreichung einer umfassenden Sanierung ebenso wie von Teilsanierungen und Einzelbaumaßnahmen, wobei die Förderungshöhe variierte. Ein Energieausweis war in jedem Fall notwendig. Die Förderung, die als einmaliger, nicht rückzahlbarer Kostenzuschuss vergeben wurde, betrug im Vorjahr bis zu 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten. Maximal waren das 6.000 Euro für eine umfassende Sanierung und maximal 2.000 Euro für die Umstellung des Wärmeerzeugungs­-sys­tems. 

 

Hilfreiche Förderrechner: 

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