Opec-Fonds kauft Ringstraßenpalais und weitere Grundbuchneuigkeiten

Die Familie des früheren Strabag-Vorstands Nematollah Farrokhnia trennt sich für 59 Millionen Euro vom Palais Colloredo-Mansfeld gegenüber dem Wiener Stadtpark.

35,5 Millionen Euro kostete dieses Haus auf der gefragten Wiener Mariahilfer Straße (Foto: Michael Hetzmannseder)

Nematollah Farrokhnia galt lange als die rechte Hand von Hans Peter Haselsteiner. Sein Sohn Nemat mischt seit einigen Jahren mit zahlreichen großen Käufen auf dem Wiener Immobilienmarkt mit. Palais rund um die Ringstraße scheinen es den Farrokhnias besonders angetan zu haben. So kauften sie das frühere Erste-Bank-Gebäude am Schot­ten­ring 18 und bauten es zu Luxuswohnungen um. Anfang 2017 erstanden sie das Palais Colloredo-Mansfeld am Parkring – dem teuersten Abschnitt der Ringstraße – von der russischen VTB Bank für 45 Millionen Euro. Die Russen, die in Wien ihre Europa-Zentrale einquartiert hatten, zogen 2018 aus. Seit damals steht das Palais leer.

Wie nun im Grundbuch ersichtlich ist, trennten sich die Farrokhnias schon Ende Oktober 2019 wieder von dem Gebäude. Das hatte eine ordentliche Wertsteigerung hingelegt und wechselte nun für 59,4 Millionen Euro den Besitzer. Der Käufer saß praktischerweise gleich im Nachbarhaus. Dort residiert der „Opec Fonds für Internationale Entwicklung“. Die Institution der Opec-Staaten beschäftigt sich unter anderem mit der Finanzierung von Infrastrukturprojekten in Entwicklungsländern.

Buwog kauft 2,7 Hektar Grund an Alter Donau

Baugründe an der Wiener Alten Donau sind begehrt und werden kaum verkauft. Große Teile der umliegenden Gründe gehören dem Stift Klosterneuburg. Und das verpachtet nur. Doch gegenüber dem Strandbad Gänsehäufel liegt ein 8.800 Quadratmeter großes ehemaliges Freizeitareal, von der Alten Donau nur durch einen Gehweg getrennt. Die verwilderte Tennisanlage ist seit fast zehn Jahren geschlossen. Dahinter erstreckt sich – zwischen einer Kleingartensiedlung und einem Werk des Pharmakonzerns Takeda (ehemals Baxter) – ein 18.000 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück, das mit der riesigen Halle eines früheren Adeg-Großmarkts bebaut ist. Beide, die Tennisanlage und der Großmarkt, standen bis zum Dezember 2019 im Eigentum des Rewe-Konzerns. Dieser verkaufte die Flächen allerdings für 26,7 Millionen Euro an die Buwog.

Die Tochter der deutschen Vonovia steckt nun in den Anfängen für die zukünftige Gestaltung des Areals. Auf Anfrage heißt es, dass man dort jedenfalls einen Mix aus geförderten und freifinanzierten Wohnungen errichten möchte.

ORF verkauft in Argentinierstraße

Der ORF konzentriert seine Wiener Radiostudios in den nächsten Jahren in der Zent­rale auf dem Küniglberg. Große Teile des altehrwürdigen „Funkhaus“ in der Argentinierstraße im Vierten Bezirk werden dann nicht mehr gebraucht und wurden daher bereits verkauft. Im November 2019 trennte sich der ORF auch von einem Wohn- und Bürogebäude gegenüber des „Funkhaus“. Für 13,35 Millionen Euro kaufte eine Tochter von Winegg Realitäten die Immobilie. Winegg zählt zu den größten Zinshausinvestoren in Wien. Sollte der neue Eigentümer das Haus in der Argentinierstraße schon in den nächsten Jahren mit Gewinn weiterverkaufen, hat sich der Rundfunk vertraglich abgesichert. Ihm steht dann eine Nachbesserung des Kaufpreises zu.

Industrieller kauft auf Mariahilfer Straße ein

Michael Tojner, René Benko, Ingrid Flick, der verstorbene Billa-Gründer Karl Wlaschek – sie alle haben auf der Mariahilfer Straße investiert. Ein Haus an der wichtigsten Wiener Einkaufsmeile gilt trotz zunehmender Konkurrenz des Online-Handels immer noch als beliebte und sichere Wertanlage für große Vermögen. Der exklusive Kreis der Hausbesitzer hat im November des Vorjahres wieder Zuwachs bekommen. Da verkauften elf Erben einer weit verzweigten niederländischen Familie ein 6.000 Quadratmeter großes Mariahilfer-Straßen-Haus im Sechsten Bezirk für 35,5 Millionen Euro. Käufer war die MHS Entwicklungs GmbH. Die Firma steht im Eigentum eines Mitglieds der niederösterreichischen Industriellenfamilie Haas. Diese hatte ihre Maschinenfabrik – ein Weltmarktführer für Waffelmaschinen – 2017 an den Schweizer Bühler- Konzern verkauft.

Grazer Hornig Areal weicht Smart City

Der traditionsreiche Grazer Kaffee- und Teehändler Hornig existiert seit 1912, seit 1960 werden die Geschäfte vom Standort in der Waagner-Biro-Straße gelenkt. Das über 17.000 Quadratmeter große Firmenareal hinter dem Hauptbahnhof liegt allerdings auch in einem wichtigen Stadtentwicklungsgebiet, der Smart City. Das industriell geprägte Viertel wandelt sich rasant zu einer Wohngegend. Das führte bei Hornig zu dem Entschluss, die Firmenzentrale zu verkaufen.  „Wir freuen uns, dass Graz so einen Aufschwung erlebt. Daher wird zusätzliche Wohnfläche dringend gebraucht. Wir haben uns deshalb entschieden, zusätzlichen Platz zu schaffen“, erklärt Geschäftsführer Johannes Hornig. Neuer Eigentümer wurde für 11,1 Millionen die Österreichische Wohnbaugenossenschaft mit Sitz in Graz. Hornig bleibt allerdings noch bis Ende 2021 in der Waagner-Biro-Straße. Bis dahin will man in ein neues Firmengelände im Süden von Graz übersiedeln.

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