Undichte Fenster: Muss der Vermieter zahlen?

Die Sanierung oder der Tausch alter Fenster ist ein ewiger Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern. Doch wer ist dafür überhaupt zuständig?

Für die Außenflügel eines Fensters ist der Vermieter, für Innenflügel der Mieter zuständig (Foto: Umweltberatung)

Fenster gehören zur Außenhaut und damit zu den allgemeinen Teilen eines Hauses. Für die Instandhaltung ist der Vermieter zuständig. Etwas kniffliger wird die Sache bei alten Kastenfenstern mit Innen- und ­Außenflügeln. 

Hier vertritt der Oberste Gerichtshof die Meinung, dass die Außenflügel Sache des Vermieters und die Innenflügel Sache des Mieters sind. Die Richter sehen die beiden Flügel nicht als bauphysikalische Einheit. 

Die Kosten der (Außen-)Fenstersanierung können aber immer noch den Mieter treffen. Das Mietrecht sieht im Vollanwendungsbereich – das betrifft vor 1945 erbaute Altbauwohnungen  – ein Schlupfloch für den Vermieter vor. Übersteigen die Ausgaben für eine umfassende Sanierung die Rücklagen des Vermieters, kann er eine zeitlich begrenzte Erhöhung der Mieten beantragen. Schlichtungsstelle oder Bezirksgericht müssen dann die Erlaubnis erteilen. 

Freilich kann der Mieter die Fens­ter auch auf eigene Kosten freiwillig tauschen. Dafür ist allerdings die Zustimmung des Vermieters notwendig. Dafür darf der Mieter  bei seinem Auszug anteilig einen Ersatz für seine Investitionen fordern.

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