Die neuesten Fernseher für Zuhause

„OLED“-Technik ist das Maß der Dinge, mit „4K“-Auflösung sind Käufer auf Jahre technologisch abgesichert. Mit einem zusätzlichen Subwoofer oder einer Soundbar klingen Filme, wie sie sollen.

Noch Zukunftsmusik: 8K und 16K (Foto: Samsung)

„Ich möchte einen neuen Fernseher.“ „OLED oder LCD?“ „Einen guten.“ „Also OLED.“ „Ähm . . .“ Ein typischer Kunde-Verkäufer-Dialog, wie er bis ins Neujahr tagtäglich ablaufen wird. Warum sind „OLEDs“ für den Heimgebrauch die bessere Wahl? Nun, OLED steht für „Organic Light-Emitting Diode“ und hat den Vorteil, dass jedes Pixel (bestimmen die Bildauflösung) in unterschiedlichen Farben leuchten kann. Daher kommt die Farbdarstellung dann im menschlichen Auge der Natur sehr nahe. Schwarzes Schwarz ohne Leuchtstreifen, aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln, und präzise Wiedergabe von sich schnell bewegenden Tennis-/Fußbällen, Rennautos etc. machen das Bild derzeit zum schönsten, wie GEWINN im Selbsterfahrungstest feststellte.

Beispielsweise in den sechs Wochen zu Hause mit einem klassischen LCD und dem neuen Sony 65 Zoll AG8 OLED (ab 2.100 Euro), den es auch als 55 Zöller um 1.530 Euro gibt. Zur Umrechnung: ein Zoll entspricht 2,54 Zentimetern, das bedeutet, die Bildschirmdiagonalen der genannten Modelle liegen bei 1,65 Metern bzw. 1,40 Metern.

„Wow“, war der erste Kommentar der Kinder, die von der Qualität des „Upscaling“ bei alten Videos wie Barbapapa begeistert waren (dank technischem „Hochrechnen“ wird die Bildqualität des Uralt-Betthupferls verbessert). Eindeutig daher ihr Wunsch am Ende des Tests: „Nicht mehr hergeben!“

Abgesehen von der Bildqualität gibt es mit dem integrierten Android-TV eine Amazon-App sowie Zugänge zu den wichtigsten Streaming-Portalen. Beeindruckend war auch das Sounderlebnis mit der Nutzung des Bildschirms als Lautsprecher, trotzdem gefiel mir mein Denon-5.1-Soundsystem klanglich besser, vielleicht auch eine Frage der Gewöhnung.

Weitere neue Modelle

Um ein „Einbrennen“ des Bildschirms zu verhindern, werden (nächtens) Serviceprogramme gestartet, die den Bildschirm wieder zurücksetzen. Komplett ausschalten wird mit Warnhinweisen quittiert. Der Bildschirm wird deutlich wärmer als bei LCD und die Lebensdauer ist bei OLED-Panels kürzer, was aber bei normalem Heimbetrieb keine Rolle spielt. Samsung etwa bietet eine Zehn-Jahres-Garantie gegen Einbrennen, z. B. beim GQ55Q um rund 900 Euro (Dolby Digital Plus und HDR+, dem Industriestandard zur besseren Farb- und Dynamikwiedergabe mit einer Milliarde Farbtönen, sind integriert).

Bei Bildgrößen bis 65 Zoll, der oberen Größe im klassischen Heimgebrauch, ist die Bildfeinheit in der 4K-Auflösung (viermal schärfer als HD) bereits so detailliert, dass selbst mit einer Lupe kaum mehr einzelne Pixel erkennbar sind. Zur Bildoptimierung setzen die Hersteller auf Technik pur, allein das Einstellungsmenü des neuen Philips OLED+984 (ab ca. 5.600 Euro) ist derartig umfangreich, dass es bereits WebSeiten gibt, wo sich User tatsächlich die Zeit nehmen und sich über die optimale Einstellung austauschen. Den kleineren Bruder, den Philips 55OLED934, gibt’s um rund 2.100 Euro.

LG Electronics’ Kaufargument heißt „ThinQ artifical intelligence“, um dem Kunden ein noch einfacheres Benutzererlebnis zu bieten. So wird z.B. automatisch vorgeschlagen, den Film, der nicht zu Ende geschaut wurde, weiter anzusehen.

Wer jetzt meint, die Preise der neuen sind heftig: Neben Samsung knackt Grundigs GOB 9999 in der Größe von 55 Zoll die Preisschranke von 1.000 Euro und ist um 999 Euro erhältlich. Er unterstützt HDR 10 und besitzt Empfänger für Sat, Kabel und terres­t­rischen Empfang.

Streaming...

Wer auf das hochauflösende 4K-Videomaterial zurückgreifen will, kann das online über Streaming-Angebote tun. Das setzt aber eine passende Datenleitung mit mindestens 15 Mbit/s bzw. den passenden Datentarif voraus, da eine Stunde 4K-Streaming mindestens sieben Gigabyte Daten verbraucht – ein Volumen, das nicht immer möglich oder verfügbar ist.

Der Amazon-Fire-TV-Stick in der 4K-Version kostet 59 Euro, die Apple-TV-Box gibt’s ab 99 Euro. Beim dritten großen Player, Sky, wiederum benötigt man für 4K-on-Demand das Abo mit der Premium-HD-Option und den neuen Sky-Plus-Pro-Receiver.

...oder Blu-ray-Player

Ein 4K-Blu-ray-Player kostet heute nicht mehr die Welt, die Einsteigermodelle von Samsung, Sony und Co. liegen bei rund 70 Euro. Der Panasonic DMP-BDT185 z. B. kostet aktuell 73 Euro und bietet einen USB-Anschluss zum Abspielen von eigenen Aufnahmen. Im Test bewährte sich der WLan-fähige Blu-ray-Player X800M2 von Sony (296 Euro), der neben HDR10 auch als einer der ersten Dolby Vision unterstützt (wird als Nachfolger von HDR10 gehandelt, weil es mit zwölf Bit arbeitet und HDR10 mit 67 Milliarden möglichen Farbtönen übertrifft, die individuell auf jedes Bild und jede Szene angepasst werden können, was mit einer passenden Blu-ray ausprobiert werden konnte – wobei die Preisaufschläge zwischen normaler Blu-ray und einer 4K-Version groß sind). Die Blu-ray des Films „Bourne Ultimatum“ kostet rund zehn Euro, die 4K-Version gibt’s ab 18 Euro.

Superdünn! Und der Ton?

Keine Frage, in dem schwierigen Spagat zwischen superdünnen Displays und sattem Sound, der einfach (Boxen-)Volumen braucht, wurden große Fortschritte gemacht. So wird wie erwähnt beim Sony der Bildschirm (also die Glasfläche) als Resonanzkörper benutzt. Trotzdem sollte, wer ein wenig mehr Platz zur Verfügung hat und guten Sound will, an eine externe Soundanlage denken.

Eine Soundbar mit oder ohne externen Subwoofer ist da eine gute Wahl. Neben gutem Sound auch WLan und Multiroom-Fähigkeit und per Amazons Alexa oder Siri von Apple per Stimme steuerbar sind externe Soundbars wie die Sonos Beam Smart um 330 Euro.

Designorientierte Käufer werden aber eher zu den Soundbars der TV-Hersteller greifen, da diese optisch dem TV angepasst sind. Die 200 Watt starke Samsung HW-R450 2.1 Kanal mit dem kabellosen Subwoofer gibt’s schon ab 169 Euro, die Philips Soundbar HTL1190B/12 mit 40 Watt Musikleis­tung, Bluetooth und Virtual Surround Sound gibt’s ab 79 Euro. Wer mehr Platz hat und mehr Soundqualität will, sollte mit einer Dolby-Surround-Anlage liebäugeln. Je nach Art und Anzahl der Lautsprecher werden diese Anlagen mit Ziffern beschrieben. Eine 5.1-Anlage besteht somit aus fünf Lautsprechern (ein Front-, zwei Seiten- und zwei rückwärtige Surround-Lautsprecher) und einem Subwoofer. Das ist eine monofone Bass Box, die meist mit einem Lautsprecher und einem externen Verstärker für die Wiedergabe der tiefen Töne zuständig ist.

Da Töne unter 100 Hertz vom Benutzer nicht lokalisierbar sind, können aktive Subwoofer vom Aufstellungsort der Home-Entertainment-Anlage getrennt und hinter Kästen, Regalen oder dem Sofa „versteckt“ werden. Sie werden überrascht sein, wie durch einen Subwoofer die Tonwiedergabe gewinnt. Der Velodyne DD12+ um satte 4.500 Euro markiert die obere finanzielle Grenze, einen 150-Watt-Subwoofer von Warfdale, z. B. den whd8, gibt’s um knapp 200 Euro, Einsteigermodelle um 100 Euro.

Ganz moderne Lautsprechersysteme, deren Kabelstränge im Neubau oder bei einer Sanierung optisch versteckt werden können, besitzen auch Deckenlautsprecher. Für ein Heimkino kommen dann schon 7.2.4-Systeme zum Einsatz, also insgesamt 13 Lautsprecher. Aufgrund des zentralen Cen­terlautsprechers ist die Anzahl der Lautsprecher immer ungerade. Aber selbst mit einem klassischen 5.1-System bekommt das Bild am OLED ordentlichen Drive.

Wer aus optischen Gründen keine Kabel zu den hinteren Lautsprechern verlegen will, kann mit WLan-Lautsprechern kabellos agieren, solche ­Boxen benötigen nur einen Stromanschluss.

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