GEWINN-Test: Huawei P40 Pro+

Fünffach-Kamera hinten, Dualkamera (jeweils von Leica) vorne, acht plus 512 GB Speicher, der Bildschirm mit 90Hz Bildwiederholrate – Huawei verbaut das Beste vom Besten in seinem Spitzenmodell aus der P40-Serie: dem Pro+.

Um 1.399 Euro würde das Gerät über den Ladentisch gehen, wenn man, und das ist der Hasenfuß, ohne die vom amerikanischen Embargo betroffenen Apps auskommen kann. Auch als Betriebssystem steht nur das frei erhältliche Android in der AOSP-Version (Android Open Source Project) zur Verfügung, das z. B. keine SafetyNet-Zertifikate enthält. Apps mit kritischer Sicherheitsrelevanz wie z. B. Banking-Apps, laufen ohne diese Zertifikate nicht. Im Internet existieren zwar Anleitungen wie der fehlende Google-Play-Store nachinstalliert werden kann, das ist technisch allerdings aufwändig und somit nichts für Laien und rechtlich – positiv formuliert – im Graubereich.
Bleibt die Hoffnung, dass mit den Neuwahlen in den USA der „Bann“ aufgehoben wird und alle Apps aus dem Playstore genutzt werden können. Im Huawei eigenen Ecosystem „AppGallery“ gibt es bereits mehr als 17.000 lokale Apps, es fehlen jedoch die Blockbuster aus der Google-Welt.
Zum Fünffach-Leica-Kamerasystem: Es kann mit „Pixel Binning“ eine höhere Lichtempfindlichkeit erzielen. Benachbarte Pixel werden dabei technisch zusammengefasst, damit sinkt zwar die Auflösung, was aber bei den großzügig bemessenen 40 Megapixel (MP) vernachlässigbar ist. Der Superzoom soll technisch das zehnfach optische Tele unterstützen, dort lenkt eine Prismenlinse das Licht fünfmal um, um den hohen Zoomfaktor zu erzielen. Dazu kommt ein Weitwinkelobjektiv mit einer vergleichbaren Brennweite von 18mm. Die Pixel auf 1/1,54-Zoll-Sensor sind anpassbar für kurze bis lange Belichtungszeit und die neue Sedecimpixel-Fusionstechnologie ermöglicht Ultra-Slow-Motion-Videos mit bis zu ISO 51200. Videos gibt’s mit einer Auflösung bis 4K bei 60 Bildern pro Sekunde, das können andere schon mit 8K, aber das ist kein wirklicher Mangel.
Die fünf Kameras bieten folgende Spezifikationen:
•    Weitwinkelkamera mit 50 MP und einer f/1.9-Blende
•    Ultraweitwinkelkamera mit 40 MP und einer f/1.8-Blende
•    Dreifach-optischer Zoom mit 8 MP und f/2.4-Blende
•    Zehnfach-optischer Zoom mit 8 Megapixel und f/4.4-Blende
•    IR Tiefenkamera mit Time-of-Flight Sensor für die Erfassung von Tiefenschärfe-Informationen (für Autofokus und Bokeh-Effekt)
Die Selfiekamera vorne bietet satte 32 MP Auflösung und zahlreiche softwaregesteuerte Funktionen zur automatischen Behübschung des eigenen Bildes. Die Bildqualität des Pro+ spielt in der aktuellen Oberliga der Smartphones mit, die weniger umfangreich ausgestatteten Brüder der P40 Serie bieten aber eine ähnliche Qualität zu einem deutlich günstigeren Preis.

Display

Das zweite Highlight des Smartphones neben dem Kamerasystem ist der fast randlose Bildschirm mit 6,6 Zoll in der Diagonale und der ungewöhnlichen Auflösung von 2.640x1.200 Pixeln. Das sorgt für eine erfreulich hohe Pixeldichte von 441ppi. Das OLED-Display lässt sich jetzt im Sommer auf bis zu saftige 814 cd/m² (Candela/m2) aufdrehen und strahlt dann mit der Sonne um die Wette. Der RGB Farbraum wird zu 144 Prozent abgedeckt, der Kontrast von 155:1 und die von 60 auf 90 Hz gesteigerte Bildwiederholfrequenz sorgen für echte, tolle Bilderlebnisse.

Akku

Mit 4.200 mAh liegt die Akkukapazität des Huawei P40 Pro+ im Durchschnitt aktueller Flaggschiff-Handys. Im 60 Hz Modus bei normalen Betriebsbedingungen ist eine Laufzeit von mehr als 10,3 Stunden und zu unserer Überraschung lag die Laufzeit auch im 90Hz Modus über zehn Stunden. Da unser Testgerät nigelnagelneu in die Redaktion kam, kann der Akku nach mehreren Ladezyklen gegebenenfalls noch etwas zulegen, in manchen Fachtests wurden Laufzeiten über elf Stunden erreicht. Die Ladeleistung beträgt 40 Watt, und das sowohl kabellos als auch am Ladekabel. Nach einer halben Stunde Aufladung ist der Akku wieder bei 70 Prozent Leistung, auf 100 Prozent gönnt sich das P40 Pro+ aber dann noch eine weitere Dreiviertelstunde.

Technik

Für eine sehr gute und stabile Performance sorgt der hauseigene Prozessor HiSilicon Kirin 990, den man aus der Mate30 Serie kennt. Acht Kerne und eine Taktrate bis 2,86 GHz sind in keiner Situation überfordert. Ein dedizierter Bereich ist wieder für die Unterstützung von AI, der künstlichen Intelligenz vorgesehen. Bluetooth ist in der Version 5.1 implementiert, NFC, das schnelle WiFi 6 (WLAN-ax) und ein USB-C 3.1-Anschluss zeigen den aktuellen Stand der Technik. Wie auch bei anderen wasserfesten und staubdichten Smartphones gibt es keinen Kopfhöreranschluss, aber auch fürs Home-Office reichen per Bluetooth anbindbare Ohrstöpsel.
Entsperrt kann das Smartphone wahlweise über eine dreidimensionale Gesichtserkennung oder über den optischen In-Display-Fingerabdrucksensor werden, der unter dem Bildschirm sitzt. Hat man sich erst mal die Position des Fingerprintsensors gemerkt, geht das Entsperren flott von sich. Ich habe dazu den Mittelfinger der linken Hand registriert, um das doch relativ gewichtige Smartphone (226 Gramm) in der rechten Hand zu halten.
Das Pro+ unterstützt auch 5G, ist also zukunftssicher und mit den abgerundeten Ecken und der schmalen Einfassung wirkt das Gehäuse sehr schlank und elegant. Die Rückseite besteht aus einer gebrannten und polierten Nanotechnologie-Keramik, die es wahlweise in weißer und schwarzer Keramik gibt. Als Fernbedienungsersatz für den heimischen Fernseher sitzt beim P40 Pro+ ein Infrarot-Sensor. Bleibt ein Kritikpunkt, der eingesetzte Lautsprecher ist ein einsamer Monolautsprecher, der auch im Bassbereich gut performt.

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