Herstellerübergreifend smart

Haben sich in Ihrem smarten Heim/Büro viele Lösungen zum Steuern von Beleuchtung, Heizkörper, Fenster, Türen etc. angesammelt, weil diese nicht miteinander können? GEWINN zeigt, wie Sie alles aus einer Hand steuern.

Foto: EQ3

Die Aufgabenstellung wäre doch ganz einfach: Wenn mein Smartphone (mit mir) ins Büro kommt bzw. abends nach Hause, soll mein Smart-Home/Office-System das erkennen und darauf reagieren. Beim Ankommen soll die Alarmanlage ausgeschaltet, die Beleuchtung/Beschattung eingeschaltet, die Heizung oder Klimatisierung rauf- bzw. runtergedreht, der Computer runter- und die Heimmusikanlage raufgefahren werden. Schon beim Verlassen des Büros beendet der Rasenmähroboter zu Hause seine Arbeit und/oder die Bewässerung hört auf, den Rasen zu sprengen, damit er dann trocken betreten werden kann.

Für den Innenraum soll das smarte Beleuchtungssystem (von Philips oder Osram) gemeinsam mit der Heizkörpersteuerung (von HomeMatic oder Tado) anspringen. Die Umweltsensoren (z. B. von Netatmo) sollen sich die Dachflächenfenster (von Velux mit deren hauseigener proprietärer Steuerung) für einen beschränkten Zeitraum zum Lüften öffnen und, falls es dazwischen zu regnen beginnt, die Fenster wieder schließen. Und die Klimaanlage („nur“ per WLan steuerbar) sollte beim Nachhausekommen oder Verlassen des Büros ein- bzw. ausgeschaltet werden.

Moment, wie viele Systeme sind dazu notwendig? Brauch ich jetzt wirklich fünf verschiedene Systeme mit fünf verschiedenen Steuerungs-Apps?

Gemeinsame Nutzung von eigentlich getrennten Systemen

Wer sich schon länger mit Smart Home/Office beschäftigt, stößt bald an die Grenzen der geschlossenen Anbietersysteme. Die Folge: mehrere Steuersysteme laufen – mehr als suboptimal – parallel. Doch nun sprengen – im Schatten von IFTTT – Integrationslösungen wie Conrad Connect besagte Systemgrenzen und bieten auch für Laien einfach umzusetzende Lösungen zur gemeinsamen Nutzung eigentlich getrennter Systeme.

Besagte IFTTT („If this then that“; www.ifttt.com) ist der Urahn der einfachen Automatisierung von Abläufen, hat sich seit der Gründung 2010 kontinuierlich weiterentwickelt, gibt’s aber nur in Englisch. Durch einfaches Zusammenklicken eines „Triggers“ und eines „Ereignisses“ können die Lieblingstools auch aus dem Smart-Bereich verbunden werden, mehr als 300 Services stehen kostenlos zur Verfügung. Die Registrierung erfolgt einfach via Facebook. Ein beliebter Service ist etwa der Wetterservice: Wenn es regnen wird, sende ein E-Mail zur Erinnerung, einen Regenschirm mitzunehmen, oder wenn es gefriert, stelle den Wecker früher.

Smarte Nachrüstung

Die smarte Nachrüstung von Heizkörperthermostaten ist schnell erledigt. Es gibt zahlreiche Adapter für die diversen Herstellerventile, sodass auch ältere Heizkörper smart gemacht werden können. Bei der Steuerung der Therme oder des Heizkessels wird das Angebot aber schon deutlich dünner, kaum ein Hersteller bietet offene Systemschnittstellen und meist gar keine Nachrüstlösungen für ältere Anlagen an. Auch die Steuerung eines Garagentors oder der Klingelanlage ist meist so alt wie das Haus selbst und die Alarmanlage stellt wiederum ein eigenes geschlossenes System dar. Hier können Nachrüstlösungen wie Schnittstellenadapter das Steuersignal abgreifen und ins smarte Home integrieren. Läutet es dann an der Haustür, wird das Videobild auf das eigene Handy weitergeleitet und aus derselben App kann das nachgerüstete Türschloss z. B. von Nuki für die Putzfrau aus der Ferne aufgesperrt werden.

IOT Plattform Conrad Connect

In vielen Smart-Home-Foren werden Lösungen gesucht, etwa dass das elekt­rische Garagentor automatisch geöffnet wird, sobald sich das Auto nähert. Mit einer IoT-(Internet-of-Things-)Lösung von der Integrationsplattform von Conrad Connect (conradconnect.com) etwa kann das einfach und preiswert realisiert werden. Conrad Connect orientiert sich am IFTTT, aber ohne dessen Einschränkung auf einzelne Verknüpfungen. Mehr als 400 Geräte von über 70 Herstellern werden aktuell unterstützt, wöchentlich kommen Anbieter von smarten Geräten dazu. Und das Beste ist das Preismodell: kostenlos für drei „Projekte“ und ein Dashboard, also die Bildschirmanzeige aller gewählten Funktionen.

Wer sein Projekt zum Nachstellen für andere veröffentlicht, erhält automatisch ein weiteres Projekt gratis dazu. Mit dem „Private Projekte Premium Service“ erhält man um 1,49 Euro pro Monat zehn weitere private Projekte. Mit dem Dashboard Premium Service (ebenfalls für 1,49 Euro pro Monat) nutzt man bis zu vier weitere persönliche Dashboards mit jeweils 30 „Widgets“, alles immer für 30 Tage und monatlich kündbar. Wobei ein Widget eine integrierbare Funktion wie z. B. ein Wetterdienst ist.

Die Server dieses Cloudservice ­stehen in Westeuropa, aktuell sind keine Datenschutzbedenken bei diesem Anbieter bekannt. Um knapp 36 Euro pro Jahr für ein normal großes Eigenheim/Projekt hat man somit Zugriff auf die sichere weltweite Steuerung, das liegt in der Größenordnung von Clouddiensten anderer Hersteller.

Sprachsteuerung muss sein

Frauen sind zwar sprachgewandter, weil es aber halt unseren spielerischen Antrieb so sehr anspricht, wollen vor allem Männer die smarten Funktionen mit der Sprache steuern. Damit müssen Alexa, Siri und Co. auch für Steuerungsfunktionen herhalten, für die aktuell noch kein „Skill“ zur Verfügung steht. Hier dienen die Skills (also die Sprachsteuerungsmöglichkeiten) von Conrad Connect als Ersatz und es können Geräte sprachgesteuert werden, die das von Haus aus eigentlich nicht könnten.

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