Hightech für Outdoor-Spaß

Endlich Sonne! Die Wildnis ruft! Fehlt nur noch das passende Tech-Outfit samt Hightech-Accessoires. Funktionskleidung aus recycelten Materialien und die Vermessung des eigenen Ich beim Laufen, Radfahren, Klettern und Schwimmen sind die Trends 2018. Ein Streifzug durch die Outdoor-Trends.

Foto: Suunto/Markus Berger

Bevor es zum Vergnügen geht, zum Praktischen: Weil es draußen meist schmutzig zugeht, hat Kärcher einen mobilen Reiniger entwickelt, der im Kofferraum Platz findet. Akkubetrieben und mit einem vier Liter fassenden Wasser-/Reinigungsmitteltank können Schuhwerk, Mountainbikes oder auch der vierbeinige Begleiter maximal 15 Minuten schonend gereinigt werden. Den OC3 mit der Adventure Box (diverse Bürsten und Aufsätze) gibt’s um 179 Euro.

Die neuen Boot-Bananas ab rund 15 Euro pro Paar helfen gegen Stinkerschuhe. In der Optik einer Banane in den Schuh gesteckt, entziehen die Bananen dem Kletter- oder Laufschuh Feuchtigkeit und verbreiten angenehmen Geruch, wahlweise mit  Lavendelblüten und Zitronen-, Patschuli- und Teebaumöl – und wann die Banane getrocknet werden muss, zeigt ein Reifeindikator an.

Tracken und Wärmen kann die neue Digitsole, eine Schuheinlage mit Bewegungstracker (ab 79,90 Euro), die es wahlweise auch mit einer Fußheizung gibt (ab 159,90 Euro). Statt einer Uhr oder einem externen Sensor befinden sich die Sensoren in der Sohle und können neben der quantitativ aufgezeichneten Aktivität (z. B. beim Joggen) anschließend eine qualitative Analyse der Fußbewegung durchführen. Die smarte Sohle misst neben der Länge, Frequenz und Kontaktzeit der Schritte auch die 3D-Position des Fußes und gibt damit auf dem verbundenen Smartphone via App Aufschluss über Auftrittsbereich, Fußstabilität und Schrittstil. Die von Podologen und Biomechanikern entwi­ckelte Fußsohle besitzt rund sieben Tage Akkulaufzeit und ist nach IP56 gegen Staub und starkes Strahlwasser geschützt.

Nicht einmal vor dem Allerheiligs­ten der grünen Wiese, dem Fußball, macht das Internet der Dinge halt. Der Telstar 18 ist der offizielle Ball der FIFA WM 2018 und besitzt neben einer innovativen thermisch geklebten und damit nahtlosen Oberfläche auch einen integrierten NFC-Chip. NFC-Chips gab es bei Adidas bereits in Laufschuhen und in Funktionskleidung. Mitdem Chip im Ball können Fans via Smartphone personalisierte Angebote abrufen und mit dem Ball interagieren. Ein Auslesen von Telemetriedaten oder eine Steuerung des Balles durch Zuschauer-Smartphones wäre zwar von vielen gewünscht, ist aber nicht mög-lich. Den Telstar 18 mit NFC-Chip gibt’s ab 149,90, Euro, Testbälle ab 16,90 Euro.

Wer trotz neuer Einfachheit beim Outdoor-Abenteuer Strom abseits von Steckdosen braucht, sollte einen Blick auf das Solarladegerät Leaf Plus von Sunnybag aus Graz werfen. Auf den Rucksack geschnallt, lädt das knapp 100 Euro teure Leaf+ während der Wanderung seine Akkus mit rund sechs Watt Leistung auf. Mit 200 Gramm Gewicht ist das Ladepanel leicht genug, um auch bei schwierigen Touren mitgenommen zu werden. Wegen seiner innovativen „Triple-Junction-Ladepanele“ hat das Leaf+ den ISPO Award 17/18 – das Gütesiegel der Sportartikelindustrie – gewonnen.

Statt bekannter Ohrstöpsel integ­riert Runphones seine Bluetooth-Kopfhörer in ein elastisches, schweißabsorbierendes Stirnband. Dadurch liegen die Kopfhörer druckfrei an den Ohren und am Körper und stören auch nach Stunden nicht. Das Stirnband gibt es in drei Größen um 99,95 Euro. Die Runphones sind halbdurchlässig, damit auch Außengeräusche durchdringen. Per Bluetooth 4.0 an Smartphone oder Player angekoppelt reicht der 46 Gramm leichte, kabellose Kopfhörer für bis zu 13 Stunden Musikgenuss beim Joggen, Walken oder auch Yoga. Damit auch in Seitenlage die Kopfhörer nicht stören, sind sie im 7,5 Zentimeter breiten Stirnband (waschbar aus Elasthan) verschiebbar.

Sicherheit für Kletterer, Surfer und Läufer

Dass selbst das Klettern/Bouldern nicht mehr ohne App geht, zeigt „Die Kletterei“ mit der Vertical Life App, in der z. B. Routenvorschläge für – ich liebe den Begriff – „Klettermenschen“ gemacht werden. Ob Indoor oder Outdoor, die beliebten Kletterwände schießen wie Schwammerl aus dem Boden und werben via Netz um neue Kunden. Einsteigerkurse speziell für Zielgruppen wie Kinder oder Frauen sollen sicheres Klettern und Spaß verbinden.

Das 80 Gramm leichte Smart 2.0 (ab 39,90 Euro) ist die neu überarbeitete Version des bewährten Sicherungsgerätes für Kletterer von Mammut und bietet jetzt eine deutlich verbesserte Bremswirkung auch für Vorstieg und Top-Rope-Klettern. Im Falle eines Sturzes bremst es schneller, und das neu entwickelte Brems-Insert blockiert das Kletterseil dabei vollständig. Sicherheit für Kinder und Einsteiger bietet das Smart 2.0 Addon Smarter (ab 19,90 Euro). Es erhöht die Sicherheit bei fehlerhafter Haltung der Bremshand, was im Schock bei einem Sturz schnell passieren kann. Der Smarter wird zusätzlich am Smart 2.0 befestigt und leitet im Falle eines Sturzes die Blockierung des Seils auch dann ein, wenn das Bremsseil oberhalb des Smart 2.0 gehalten wird.

Die aufblasbare Sicherheitsschwimmweste von Patagonia wird unter dem Surfanzug getragen und soll Surfern in Gefahr das Leben retten. Rund 1.250 US-Dollar kostet die PSI, die im Gefahrenfall in Sekunden von zwei 25-g-CO2-Patronen aufgeblasen wird und den Surfer-Mund oben an der Wasseroberfläche hält.

Wie eine – weitere – Uhr getragen, soll ein Alarmband seine weibliche Trägerin beim Joggen oder Laufen schützen. Bis zu 120 Dezibel laut ist die Sirene, die einen allfälligen Angreifer in die Flucht schlagen oder Hilfe herbeiholen soll. Während herkömmliche Hilfsmittel wie Pfefferspray oder Alarmsirenen in diversen Taschen verschwinden und im Bedarfsfall nicht schnell genug bei der Hand sind, sind Alarmbänder auch bei Aufregung einfach zu handhaben. Ab 12,95 Euro gibt es diese batteriebetriebenen Alarmgeräte, die neben dem Sirenenton meist auch noch LED-Blitze zur Abschreckung aussenden.

Recycling-Materialien

Während sich der Umweltgedanke beim Adidas-WM-Ball auf die Verpa­ckung reduziert, beginnen immer mehr Hersteller bei der Funktionsbekleidung auf Recycling-Materialien zurückzugreifen. Von der Wollhaube bis zur Windjacke gibt es erste Angebote für umweltbewusste Outdoorfans, z. B. von Patagonia im Fachhandel oder per Internet. Dabei haben recycelte Windbreaker die gleichen Schutzeigenschaften wie Jacken aus neuem Material. 

Puls, Herzfrequenz und Kalorie

Längst sind es nicht mehr die reinen Pulsmesser, die von Hobby- bis Profisportlern für effektive Trainingseinheiten genutzt werden. Jede bessere Smartwatch besitzt Sensoren, um Puls und Herzfrequenz aufzuzeichnen. Dabei treffen die Neueinsteiger wie die Apple Watch auf die Profis der Sportszene von Garmin, Polar und Co.

Die neue Apple Watch Edition 3 im Keramikgehäuse enthält erstmals eine eigene SIM-Karte und ist deshalb nicht mehr auf die Kopplung mit einem iPhone angewiesen. Die verbaute E-SIM kann bei den meisten Mobilfunkprovidern mit einer Haupt-SIM tariflich gekoppelt werden, für die Funktion der Uhr ist sie zwingend erforderlich. Damit ist beim Sport kein zusätzliches Smartphone mehr mitzunehmen, die Watch alleine reicht, um mit der eigenen Fitness-App oder Drittanbieterprogrammen die sportlichen Aktivitäten zu tracken. Der neue Herzfrequenzmonitor ist ein zusätzliches Gadget zur laufenden Vermessung des Ich. Nach dem Sport kann die Qualität des Schlafes mit Sleep+ getrackt werden und dank Siri kann man mit der Watch jederzeit auch telefonieren, ohne mit verschwitzten oder schmutzigen Fingern die Smartwatch bedienen zu müssen.
Wer gerne mit Musik sportelt, kann auch das mit der Watch 3 tun. Erstmals ist Streaming (bei passendem Tarif) über die Uhr möglich, z. B. mit den neuen Airpods oder Bluetooth-Kopfhörern von Drittanbietern. Die Alleskönner-Watch gibt es in 38- oder 42-mm-Lünetten-Durchmesser und mit Sportarmband um 1.399 bzw. 1.499 Euro.

Ebenfalls auf gestreamte Musik setzt Garmin mit der neuen Forerunner 645 Music ab 409 Euro. Die neue Laufuhr von Garmin punktet mit integrierter Musikfunktion (z. B. Deezer Premium+ synchronisiert die Lieblingsmusik, die dann ohne Datenverbindung offline abgespielt werden kann) und umfangreicher Performance-Analyse für effizienteres Training. Der neue smarte Laufcoach dient als Steuerungszentrale für (semi-)professionelles Training, und bei passenden Akzeptanzstellen könnte man mit Garmin Pay auch zukünftig bargeldlos bezahlen.

Wie der Name schon sagt, wendet sich die neue Garmin Tactix Charlie (ab 799 Euro) als Highend-GPS-Uhr im robusten „Stealth Design“ an Outdoor-Profis. Routenfähige TopoActive-Europa-Karten werden in Farbe dargestellt, die Herzfrequenzmessung erfolgt am Handgelenk, selbstverständlich gibt’s diverse Trainingsanalysen. Und für Jäger ist die Tactix mit Nacht­sichtgeräten (NSG) kompatibel (das Display kann auch mit einem NSG abgelesen werden). Ein eigener Modus für Fallschirmspringer trackt Sprünge in einem 3D-Koordinatensystem. 

Am anderen Ende der Preisskala rangiert die Ventus G1001 um 79 Euro. Ohne GPS-Funktion reicht eine Akkuladung für bis zu einem Jahr Betrieb, mit GPS rund 8,5 Stunden. Individuelle (mit persönlichen Daten) und bequem am PC konfigurierbare Trainingsprofile können für die Sportarten Laufen, Radfahren, (Berg-)Wandern oder Segeln konfiguriert werden (z. B. Distanz, Zeit, Schrittzahl, Runde, Herzfrequenz, Rundenzeit, Höhe, Kalorienverbrauch usw. – maximal sind 31 Anzeigeparameter wählbar). 48.170 Wegpunkte sind in bis zu 120 Logs (Startzeit/Datum, Geschwindigkeit, Entfernung, Wegdaten) aufzeichenbar. Wegen der besseren Genauigkeit bei der Messung baut Ventus immer noch auf den klassischen Brustgurt zur Herzfrequenzmessung, zusätzlich sind Navifunktionen und ein elekt­ronischer Kompass mit an Bord.

Sportuhren für spezielle Zwecke

Die Polar M430 (ab 164 Euro) ist als Unisexmodell bei weiblichen und männlichen Hobbyläufern sehr beliebt. Als eine der wenigen Sportuhren funktioniert bei der M430 die Pulsmessung unter Wasser sehr gut, was sie für Schwimmer prädestiniert, die dabei auch gleich ihren Kalorienverbrauch annäherungsweise berechnen wollen. Schwimmstile und Bahnrunden werden aber leider nicht erkannt und getrackt.

Für Golfer ist das Approach X10 GPS-Golfarmband von Garmin in zwei Größen ab 179,99 Euro erhältlich. 41.000 Golfplätze sind vorinstalliert und es werden die Golfplatzinformationen mit Distanzen zum vorderen, hinteren und mittleren Bereich des Grüns sowie zu Hindernissen und Doglegs angezeigt. Wahlweise kann das Grün mit manueller Positionierung der Fahne ausgewählt werden, um die Form und das Layout des Grüns darzustellen.

Beim Krafttraining hilft die Fitbit Ionic (ab 228 Euro), da sie auf einen störenden Brustgurt verzichtet und trotzdem bei spezieller Haltung der Hände wie beim Hanteltraining zuverlässig den Puls misst. Dank der optischen Sensoren gilt die Ionic für Kraftsportler als erste Wahl.

Datenschutz & Fitnesstracker

Auch bei den Sportuhren wird das Thema des Datenschutzes immer wichtiger. Massenweiser Datenklau hat auch die Anbieter vorsichtiger gemacht. Mit der kommenden Datenschutzgrundverordnung werden die Nutzungsbedingungen für Cloud-Anwendungen neu vereinbart. Je mehr persönliche Daten da ins Netz gelangen, desto sensibler sollte der Umgang damit sein. Die beliebte App Strava zeigt z. B. den Weg jedes Läufers auf frei verfügbaren Karten im Netz an. Nicht nur die Prater-Hauptallee wird dort als beliebte Laufstrecke ausgewiesen, die Laufstrecken von Soldaten rund um Kasernen oder vermeintlich geheime Militärstützpunkte werden damit international zum öffentlichen Gut im Netz.

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