Smartphone-Herbst

Wenn die Blätter fallen, kommen die Handyhersteller mit diesen neuen Modellen.

Der neue Prozessor Bionic A13 im iPhone 11 ist um 20 Prozent schneller geworden, damit lassen sich auch anspruchsvolle Spiele ruckelfrei spielen (Foto: Apple)

Klar, dass wieder einmal am ersten Tag des Verkaufs des neuen iPhone 11 die Fans vor den Apple-Shops Schlange standen. Dieses Shop-Happening hat bereits so was wie Tradition bei den Apfelanhängern. Aber was können die neuen Modelle, die von 799 Euro für die 64-GB-Version über 1.319 Euro für die ProVersion mit 256 GB bis hin zum Pro Max mit 512 GB um 1.649 Euro kosten?

Fachtests bestätigen etwas längere Akkulaufzeiten und die neue Kamera soll deutliche Verbesserungen mitbringen. Mit der Doppelkamera (Ultraweitwinkel und Weitwinkel) beim iPhone und der Triple-Kamera bei den Pro- Versionen (plus Teleobjektiv) lassen sich sogar 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, der neue Nachtmodus schließt die bisherige qualitative Lücke zu den Spitzen-Smartphones aus der Android-Riege.
Der neue A13-Bionic-Prozessor macht das iPhone gefühlt schneller, offiziell um 20 Prozent gegenüber dem A12. Die Glasrückseite ist nochmals härter und bruchsicherer geworden, IP68-Fähigkeit hilft gegen Wasserschäden. Dual-SIM mit moderner eSIM (fest verbaute SIM-Karte) ermöglicht, zwei Provider zu nutzen. Das zeitgleich verfügbare Update auf iOS 13 hat noch einige Macken, die Kamera-App stürzt ab oder Exchange-Konten funktionieren nicht. Wer das Update wagt, sollte sich vorher im Internet schlau machen, ob die Macken behoben sind.

Fazit: Das iPhone 11 ist eine gute Weiterentwicklung, das Einsteigermodell mit 799 Euro von der Preis-Leistungs-Seite her das fairste Angebot.

Fairphone 3

Magenta (die ehemalige T-Mobile) hat u. a. die dritte Auflage des niederländischen Anbieters Fairphone im Angebot. Der Preis ist erfreulicherweise von über 500 Euro für das Modell 2 auf 450 Euro für das neue 3er gesunken, bei Magenta z. B. 336 Euro im Tarif Mobile S um 24,99 Euro.
Einerseits ist das 5,65 Zoll große Fairphone nachhaltig produziert, der notwendige Goldanteil, z. B. für Kontakte etc., stammt aus Fairtrade-Produktion, der Kobalt aus nachhaltig bewirtschafteten Minen. Andererseits ist das Fair­phone modular aufgebaut, ein nach Jahren fälliger neuer Akku kostet 30 Euro und kann einfach selbst ausgetauscht werden. Aktuell verbaut wird der Acht-Kerne-Prozessor Snapdragon 632, der Speicher von 4/64 GB ist erweiterbar.

Fazit: Wer mit gutem Gewissen telefonieren will, das transparente Fairphone ist der ideale Begleiter.

Sony Xperia 5

Ob noch Highend oder schon gehobene Mittelklasse, beim neuen wasser- und staubdichten Xperia 5 um Liste 799 Euro hat Sony fast alles richtig gemacht. Optisch gleicht das 6,1 Zoll große 5er dem Flaggschiff Xperia 1, die Auflösung beträgt aber nur Full-HD+. Sony eigen ist das Bildschirmformat 21:9, was das Smartphone schmaler macht und gut in der Hand liegen lässt. Der Fingerabdrucksensor ist auf der rechten Schmalseite positioniert. Der Snapdragon 855 und die 6/128 GB Arbeitsspeicher passen gut zusammen, Weitwinkel-, Superweitwinkel- und eine Telekamera mit 26, 16 und 52 Millimeter Brennweite lösen mit zwölf Megapixel auf.

Fazit: Warum Sony stückzahlmäßig nur ein Nischenplayer ist, liegt definitiv nicht an der Hardware der Smartphones.

Samsung Note 10

Ohne Faltfunktion wie das „Fold“ sind das neue Samsung Note 10 und das 10+ die unbestrittenen Flaggschiffe des Marktführers. Zum besseren Verständnis: Das Note ist das Smartphone mit dem Stift, die S-Serie das technisch ähnliche Modell ohne Stift. 2020 wird der Parallellauf zugunsten der neuen Fold-Serie wahrscheinlich aufhören, beide  Modellreihen zusammengeführt.

Das 10+ ist größer als das 10er ohne Pluszeichen, 6,8 zu 6,3 Zoll – nein, das ist kein Schreibfehler, das neue Note 10 ist kleiner als das alte und damit deutlich handlicher geworden. Das 10er beherrscht das neue WiFi 6, aber kein 5G. Das ist eine richtige Entscheidung, denn bis 5G flächendeckend vorhanden ist, werden die meisten schon wieder ein neues Smartphone gekauft haben. Wer eine der Farbversionen, etwa das schillernde Pink, erwirbt, wird viel Selbstbewusstsein brauchen. Wie auch immer, in der Version mit 256 GB kos­tet das Note 10 nur 949 Euro und ist damit von Beginn an günstiger als das alte 9er, wobei die Geräte historisch einem deutlichen Preisverfall unterliegen. Das 10+ kostet 1.099 Euro.

Mit an Bord sind eine Zwölf-MP-Kamera, ein Zwölf-MP-Tele mit Zweifach-Zoom und ein 16-MP-Ultra-Weitwinkel. Super, 92 Prozent der Frontfläche werden vom Display ausgenutzt, die Frontkamera sitzt in einem kleinen Displayloch. Mit 401ppi löst das im 19:9-Seitenverhältnis ausgeführte Full-HD-Display mit 2.280x1.080 Pixel auf. DeX, das das Note 10 als PC-Ersatz verwenden lässt, oder Knox für erhöhte Datensicherheit für berufliche Nutzung erweitern den Einsatzbereich.

Fazit: Ein durch und durch gelungenes Smartphone. Mit dem Kauf noch etwas zuwarten, bis der Preis sinkt. Wer rund 300 Euro weniger ausgeben will und auf den Pen verzichten kann, der kann auf das Galaxy S ausweichen.

Huawei Mate (Pro) und 20X 5G

Tapfer und unverdrossen hat Huawei im September in München sein neues Line-up vorgestellt: einen neuen Fernseher, eine Smartwatch und eben das neue Mate 30 bzw. Mate 30 Pro. Kein Google drauf und auch keine (einfache) Möglichkeit, Google (den Shop, Maps etc.) nachzuinstallieren, der gesperrte Bootloader verhindert es. Und deshalb werden trotz Europa-Premiere das Mate bzw. das Pro wahrscheinlich gar nicht nach Österreich kommen. Das Mate 30 wird wahrscheinlich rund 800 Euro kosten, das Pro liegt mit einem Preis von 1.099 Euro über dem magischen Tausender, ohne Google wäre da die Schmerzgrenze überschritten.

Wer eines der ersten 5G-fähigen Smartphones nutzen möchte, um in den wenigen Pilotinstallationen der Anbieter schneller zu surfen, sollte das Mate 20X in Betracht ziehen. Auffällig ist das 7,2-Zoll OLED-Display, das nahe am iPad Mini mit 7,9 Zoll liegt. Mit 233 Gramm ist es nicht nur optisch, sondern auch gewichtig groß. Das schreit nach Ohrhörern, die allerdings nur von einer USB-C Schnittstelle versorgt werden. Liebe Huawei, bitte, bitte wieder eine Klinke in einer nächsten Version. Wäre das 20X IP68 wasser- und staubdicht, wäre die fehlende Klinke ja begründbar, so aber nicht.

Für den optionalen Stift M-Pen (wie bei Samsung) sind rund 40 Euro zu löhnen. In der Zusammenarbeit mit Leica gibt’s einen 40-MP-Sensor mit Ultra- und Standardweitwinkel und dreifachem Zoom für Porträt- und Detailaufnahmen, das Format „RAW“ wird unterstützt, was ambitionierte Fotografen nutzen werden. Die neuen 5G-Antennen und das neue Modem brauchen Platz, der Akku verkleinert sich deshalb im Vergleich zum normalen 20X auf 4.300 mAh und die Laufzeit reduziert sich von mehr als elf auf knapp acht Stunden. Wer die üppige Speicherausstattung von 256 GB erweitern will, muss dies mit der hauseigenen proprietären Nano-Memory-Card tun.

Fazit: Mit 999 Euro Liste ist das 20X 5G bereit für die Zukunft der Mobiltelefonie, wenn dann 2020 die ersten 5G-Versorgungsbereiche zur Verfügung stehen. Alternativ ist das bereits länger auf dem Markt stehende 20X ohne 5G zu einem Straßenpreis von nur noch rund 550 Euro erhältlich.

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.