3D-Tuning für den Ultraschall

Das Wiener Med-Tech-Start-up Piur Imaging rüstet herkömmlichen 2D-Ultraschall mit einem 3D-Tool auf. Dies deckt Ablagerungen in Blut­gefäßen auf. Im Abo um 390 Euro pro Monat.

 

Das schwarze Add-on am Schallkopf hievt „normalen“ Ultraschall in die dritte Dimension (Foto: Piur Imaging)

Hosenbein rauf und los geht’s! Frederik Bender schmiert einen Klecks Kontaktgel auf sein Wadl, fährt mit dem Ultraschallgerät drüber und schon hat er am Bildschirm ein 3D-Bild seiner Vene. Ein Fachmann wird sich jetzt fragen: Wie soll das gehen, Ultraschall liefert ja nur zweidimensionale Bilder? Möglich macht es das kleine, schwarze Hardware-Add-on vom Wiener Med-Tech-Start-up Piur Imaging. Es sitzt an der „Handgurke“ (Schallkopf) des Ultraschalls und misst seine Bewegungen sowie Neigungswinkel. „Die daraus gewonnen Daten verschneiden wir mittels künstlicher Intelligenz mit dem Ultraschallbild“, so Piur-Imaging-Gründer und Geschäftsführer Bender und verweist auf die soeben damit visualisierte Vene. Daraus entsteht aus aufgenommenen 2D-Daten ein 3D-Bild. Wäre die Vene mit Ablagerungen versehen, würde das ein Arzt – auch wenn sein Blick nicht geübt ist – sofort erkennen.

Abgrenzung zu „3D-Babybildern“

Der Laie wird jetzt sagen: 3D-Ultraschall gibt es schon! Denken wir doch an die putzigen Aufnahmen von Babys im Mamabauch. „Das dient lediglich zur Visualisierung für den Patienten“, betont Bender. Mit Diagnostik habe das nichts zu tun, denn dieses Verfahren funktioniert nur auf wenigen Zentimetern Fleisch und Blut. Eine ganze Vene wäre damit nicht vermessbar.

Aber nicht nur Halsschlagadern lassen sich auf Plaque checken und damit Schlaganfälle vermeiden. Neben der Gefäßdiagnostik eignet sich das mit allen gängigen Ultraschallgeräten kompatible und über einen handelsüblichen Laptop betreibbare Tool von Piur Imaging auch für Dialysepatienten. Schnell lässt sich prüfen, ob die künstlich gesetzte Verbindung zwischen Arterie und Vene („Shunt“) noch richtig sitzt. Oder für die Durchleuchtung der Schilddrüse.

Die Übertragung der 3D-Messwerte erfolgt drahtlos und wird entweder live oder im Nachhinein mit dem Ult­raschallbild zum fertigen 3D-Bild. Die getrennte Aufzeichnung beider Bilder ermöglicht dem Arzt, die zeitlich unabhängige Analyse des Bildmaterials. Ein gesamtes Bein ist in ein paar Minuten „digitalisiert“.

Keine Strahlung, kein Kontrastmittel

Doch getrieben war die Firmengründung der Medizintechnikunternehmner Frederik Bender und Robert Bauer, gemeinsam mit Charles McCollum, Leiter der Abteilung für Gefäßchirurgie an der Universität Manchester, aufgrund einer Beobachtung: Im klinischen Alltag werden ihrer Ansicht nach zu viele radiologische Schnittbildverfahren wie CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie) durchgeführt. „Diese Bilder sind zwar präzise, aber sehr teuer. 

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