Microtrends

Robotic, Smart Data, Healthstyle, Artificial ­Co­workers, Transhumanism, Collaborative City, Advertising as a service etc. – GEWINN sprach mit Zukunftsforscher Rene Massatti von TRENDONE da­r­über, wie die unmittelbare Zukunft aussehen wird.

(Foto: Tatiana Shepeleva - Fotolia.com; Bearbeitung: GEWINN)

GEWINN: Ihr neuestes „Trendbook 2018 – Das Zukunftslexikon der wichtigsten Trendbegriffe“ hat es in sich. Dabei gehen Sie nicht weit in die Zukunft, setzen auf bereits bestehende Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen auf und denken diese weiter, wodurch man als Leser ein viel besseres Bild von künftigen Geschäftsfeldern bekommt.

Massatti: Die Megatrends sind spürbar, der Wandel ist in vollem Gang. Die kleinsten Veränderungen, wir nennen sie Microtrends, können ein Zeichen für eine bedeutende Entwicklung in der Zukunft sein. Das haben wir dargestellt.

GEWINN: Bleiben wir im „smarten“ Bereich, den Assistenzsystemen. 

Massatti: Das Überthema dazu bezeichnen wir als „Smart Agents“. Ob auf physischer oder nicht physischer Ebene, die Menschen erwarten sich Erleichterung von sämtlichen Alltagsarbeiten. Diese Erwartungshaltung ist bereits Realität, nehmen Sie nur Siri von Apple, Google Now etc. her. Die Software ist die Hilfe, das Mittel zum Zweck, alles erledigen zu lassen.

GEWINN: Wie in einem Unternehmen ein CEO, der alle möglichen Arbeiten an die Assistentin delegiert.

Massatti: Diese Technik ist heute für viele Menschen Status quo, eine Selbstverständlichkeit, auch wenn man sie vor fünf Jahren noch nicht einmal gekannt hat.

GEWINN: Aber das läuft doch nicht fehlerfrei.

Massatti: Auch die Maschine ist nicht perfekt, aber sie lernt sehr gut. Zeit ist Geld und Geduld hat keiner mehr. Man kann heute nicht mehr in Generationen denken, sondern in Software-Zyklen. Und selbst das ist den meisten zu lang. Sie erwarten sich Antworten in raschen Download-Zeiten.

GEWINN: Man verlässt sich künftig also noch mehr auf digitale Assistenz . . .

Massatti: Auf digitale Partner und kuratierten Content, dem man vertraut. Dabei verschwimmen die Grenzen von Wirtschaft und Technik. Nehmen Sie nur das selbstfahrende Auto. Das wird technisch viel früher möglich sein, als wir jetzt noch alle glauben.

GEWINN: Dem steht in vielen europäischen Ländern noch die Gesetzgebung verhindernd gegenüber.

Massatti: Die Frage lautet: Wer übernimmt die Verantwortung, wenn etwas passiert? Die Versicherung? Der Autohändler? Der Eigentümer? Der Software-Programmierer? Der Autokonzern?

GEWINN: Glauben Sie, dass die Politik hier vorausschauend agieren oder nur reagieren wird?

Massatti: Kein Konzern, kein Start-up, niemand wartet auf die Politik, jeder entwickelt und wirft die Lösung auf den Markt. Dass eine Regulierung durch die Politik später kommen kann, nimmt man in Kauf. Technologie – Hard- und Software – wird derart rasant entwickelt, sie stellt unser komplettes Ökosystem um.  Konzernentscheidung geht vor Politikentscheidung. Das entspricht auch der Geisteshaltung der jungen Generation, die Technologie viel schneller in ihr Leben integriert als die bisherigen Generationen. 

GEWINN: Die Digitalisierung all unserer Lebens- und Arbeitsbereiche wird also noch viel schneller als bis dato angenommen vonstattengehen?

Massatti: Die Beziehung Mensch–Maschine ist eines der großen Themen weltweit. Menschen sagen der Ma­schine Bescheid und umgekehrt – ­darüber muss man sich Gedanken ­­

machen. 

GEWINN: Viele sehen die Entwicklung der künstlichen Intelligenz nicht nur positiv, besonders wenn es um den eigenen Arbeits­platz geht.

Massatti: Bereits vor 22 Jahren errechnete der ehemalige McKinsey-Manager Herbert A. Henzler gemeinsam mit Lothar Späth eine Arbeitslosenquote für Deutschland von 38 Prozent, falls man unverzüglich alle realisierbaren Automatisierungspotenziale in Deutschland ausschöpfen würde. 

 

Das gesamte Interview mit Zukunftsforscher Rene Massatti lesen Sie im Heft GEWINN 10/2015.

Trendbook 2018

Das Trendbook 2018 zeigt Entwicklungen auf, die bereits jetzt bzw. in naher Zukunft verfügbar sind. Hier nur ein kleiner Auszug:

  • Skype dolmetscht Anrufe in Echtzeit
  • Spazierstock mit GPS und Herz­monitor
  • Virtuelle Brille in der Umkleidekabine zur Simulation von Urlaubsorten für die Auswahl der passenden Kleidung
  • Cloudbasierte Arztnachsorge für ­Patienten
  • Tailored Touchpoints: Women’s Aid hat digitale Billboards kreiert, die das Gesicht einer misshandelten Frau zeigen. Je mehr Passanten ihr Beachtung schenken, desto schneller ­heilen die Wunden.
  • Künstliche Intelligenz übernimmt das Sekretariat des menschlichen Besitzers 

 

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