Wasseraufbereitung direkt auf der Baustelle

Seit Kurzem gibt es eine bessere Lösung, als das Brauchwasser von Baustellen teuer mit Tankwagen abzutransportieren. Erfunden wurde sie in Linz.

Sparen Wasser auf Baustellen: Firmengründer Gerhard Mayerhofer (links) und technischer Leiter Erich Mayrhofer (Foto: Zoe Fotografie))

Wasser ist bekanntlich ein wertvolles Gut, vor allem in trockenen Weltgegenden. Dort ist es besonders heikel, dass Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch in der Industrie benötigt wird. Denn viele Industriezweige arbeiten heute mit Hochdruckwasser. Hauptsächlich die Bauwirtschaft, aber auch der Automobilbau oder Werften, die beispielsweise Schiffsrümpfe gründlich reinigen müssen, bevor sie neu lackiert werden können. Sie alle verbrauchen Unmengen an Wasser. 

Schmutzwasser vor Ort aufbereitet

Das junge Unternehmen Reprotex hat für dieses Problem eine Lösung entwickelt, die Wasser spart. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern praktisch 100 Prozent. „Mit unserem patentierten Konzept wird das Schmutzwasser vor Ort an der Baustelle aufbereitet und dadurch wiederverwendbar. Es wird also permanent dasselbe Wasser im Kreis verwendet“, erklärt Erich Mayrhofer, technischer Leiter bei Reprotex und übrigens mit dem gleichnamigen Firmengründer und Mehrheitseigentümer nicht verwandt. Fünf Jahre dauerte es, bis man es geschafft hatte, mechanische und chemische Filt­rationskomponenten in mobile Einheiten verschiedener Größen zu pa­cken und der erste Prototyp 2012 fertig war. Die Entwicklungskosten betrugen insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro. Förderungen hat Reprotex keine in Anspruch genommen, sondern die Produktentwicklung aus Eigenmitteln finanziert. Lediglich das Angebot, sich an einen aws-Business-Angel zu wenden, hat man wahrgenommen. 
Kleine und große Anlagen verfügbar„Unsere essenzielle Innovation ist die Mobilität unseres Systems“, erklärt Mayrhofer weiter. Das Reprotex-Sys­tem der mobilen Filtereinheiten exis­tiert im Wesentlichen in zwei Varianten: In einem Standard-Container mit einer Leistung von 200 Liter pro Minute für Einsätze auf Baustellen, bei der Straßen- und Tunnelsanierung und in Werften sowie auf einem Lkw-Anhänger mit einer Leistung von 25 Liter pro Minute für kleinere Aufgaben wie zum Beispiel Fassadensanierung. Auch darüber hinaus gehende Lösungen können zusammengestellt werden.

Das Europa-Patent, das Reprotex seit 2011 auf sein Produkt hält, gilt für die Zusammensetzung des ganzen Produktes, nicht für dessen einzelne Komponenten, „die gab es schon“, meint Mayrhofer. Und Reprotex produziert die Anlagen nicht selbst, sondern lässt sie nach eigenen Vorgaben von Profis bauen. 

Umweltgedanke und Kostenvorteil

Der Umweltgedanke der Ressourcenschonung durch die Einsparung kostbaren Wassers ist aber nicht das einzige Argument, das die Kunden überzeugt. Mehr noch finden sie eine realisierbare Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent interessant. Diese ergibt sich, weil es durch das neue Reprotex-System überflüssig wird, dass Schmutzwasser teuer mit Tankwagen abtransportiert werden muss, während laufend frisches Wasser ebenfalls mit Tankwagen herangebracht wird. Zusätzlich entfallen eventuelle Deponierungskosten für das Schmutzwasser.

Mit diesen Kostenvorteilen ist Reprotex auch für Kunden in nicht wasserarmen Ländern interessant, etwa im Heimatland Österreich. Mayrhofer: „Als junges Unternehmen bearbeiten wir natürlich zuerst die nahegelegene D-A-CH-Region. Wichtige Märkte sehen wir für unser weltweit konkurrenzloses Produkt aber vor allem dort, wo Wasser teuer ist, also beispielweise in den Arabischen Emiraten oder in Asien.

Um dort Fuß zu fassen, geht man Vertriebspartnerschaften ein. In Europa werden die Anlagen meist vermietet, weil viele Kunden vor Investitionen bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage zurückschrecken. Ab 2015 sollen aus zufriedenen Anlagenmietern aber zunehmend Käufer werden. „Wir planen bis zu sechs weitere Anlagen und suchen noch Investoren“, sagt Mayrhofer, der für 2014 mit einem Umsatz in Höhe von einer Million Euro rechnet.

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