Test: BMW X1 xDrive20d – kompakt angegossen

Einen Monat nach dem Test des Hyundai Tucson 2.0 CRDi unternahm ich mit dem gleich großen BMX X1 dieselbe 1.300 Kilometer-Testfahrt und war gespannt auf die Unterschiede.

Es gibt Anzüge, die passen einem wie angegossen, auch wenn sie von der Stange sind. Und es gibt Autos, die demselben Prinzip folgen. So geht es mir mit Anzügen von Boss und den SUVs von BMW. In den X1 xDrive20d passe ich wie angegossen, sogar die Sportsitze (Sonderausstattung: 420 Euro Aufpreis excl. NoVA und USt) sind mir nach fünf Stunden Fahrt noch mehr als nur sympathisch. Gut, ich bin 1,86 Meter groß und BMW steht nicht gerade im Ruf, für kleine Männer zu fertigen. Aber auch meine einen Kopf kleinere bessere Hälfte zollte diesem Wagen Respekt in Form eines „den könnte ich mir auch vorstellen zu fahren“. Mit 4,439x1,821x1,598 Metern trägt der X1 nicht auf und spielt in der Liga der kompakten SUV mit.

Nun ist der X1 gleich lang wie der vor einem Monat von mir getestete Hyundai Tucson. Abgesehen von den Sportsitzen als erwähnte Sonderausstattung – wie unterscheiden sich die beiden Fahrzeuge? Vom Wendekreis beispielsweise nicht, beide sind bei etwas über elf Metern. Beide haben in der getesteten Variante eine praktische und gute Rückfahrkamera, beide haben Navis an Bord, das Ladevolumen ist ungefähr gleich (BMW fasst am Papier mit von mir nicht gemessenen 505 bis 1.550 Liter rund 30 bis 70 Liter mehr, also nicht spürbar) – und auch in der PS-Anzahl ist der X1 dem Tucson mit 190 nur um fünf Pferdestärken voran. Dennoch zieht der X1 mit dem 8-Gang Steptronic Getriebe deutlicher weg, liefert mit rund 220 km/h Spitze etwas weniger als 20 km/h im Endeffekt mehr.

Der BMW TwinPower Turbo ist somit stärker. Man merkt die Philosophie des schneidigeren Fahrens. Lenkung, Fahrwerk, einfach alles ist straffer, deutscher als bei den Asiaten – mei, wenn ma’s mag oder braucht. Straffer und schneller bedeutet bei BMW ab einem gewissen Tempo aber auch deutlich höherer Verbrauch. Am deutlichsten kommt das bei Fahrzeugen wie den BMW Grand Coupe oder dem (wenn er in weiß auf den Straßen kreuzt) „Boba Fett“-Vehikel X6 zum Tragen. Dort kann man bei Geschwindigkeiten ab 180 aufwärts fast zusehen, wie schnell der Reichweitenzähler die noch schaffbare Distanz rasant nach unten revidiert (dafür spürt man auch bei Geschwindigkeiten weit jenseits der 200er Grenze kaum einen Mucks von der Straße). Beim X1 ist das ansatzweise auch der Fall. Überraschend war dennoch, dass ich bei vergleichbarer Fahrweise mit dem X1 unter jenen Verbrauchswerten lag wie beim Tucson. Erst bei Tempo 160-170 aufwärts verlief es umgekehrt. Insgesamt waren es bei gemäßigter Fahrweise rund 6,6 Liter. Den CO2-Ausstoß gibt BMW je nach Bereifung mit 128 bis 133 g/km an.

Über die Ausstattung will ich hier nicht viel verlieren, sondern stelle sie gleich zum Download bereit. Auch hier gibt es zahlreiche Assistenzsysteme, die zum Einsatz kommen. Auf jeden Fall empfehlenswert ist der Aufpreis für ein Head-Up-Display, besonders wenn man sehr zügig unterwegs ist. Dabei werden – nur für den Fahrer ersichtlich – nur die wichtigsten Anzeigen wie die Geschwindigkeitsanzeige, die Naviangaben etc. direkt vor einem in die Windschutzscheibe projiziert, sodass man den Blick gar nicht mehr von der Straße abwenden muss. Man bekommt alles eingeblendet. Das Sonderausstattungspaket hört auf den Namen „Business Paket Plus“ und kostet 2.600 Euro exkl. NoVA und Ust (samt weiteren inkludierten Schmankerln). Auch hier die Ausstattungsliste für das gefahrene Modell zum Download.

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