Auf der Suche nach gutem Fisch

Herbst, der Winter naht, dazu Corona – und in wärmere Gefilde auszuweichen, um mediterraner Kost zu frönen, mit viel Fisch, Muscheln und Meeresfrüchten, ist derzeit ja bekanntlich alles andere als einfach. Das schlägt sich aufs Gemüt! Suchen wir also in der Alpenrepublik nach gutem Fisch!

Ganz neu ist die Umar Fischbar auf dem Wiener Nasch­markt. Es ist ein kleines Lokal, gleich neben dem altbekannten Umar-Fischres­taurant. Lange Zeit versorgte dort das Indien Pavillion eine treue Fangemeinde mit indischer Kost.
Jetzt ist daraus eine Fischbar geworden, Erkan Umar, der Fischhändler und Fischrestaurantbetreiber vom Nasch­markt, hat den Laden vor einiger Zeit übernommen und im Oktober eröffnet. Umar hat für sein neues Projekt auch einen talentierten Koch engagieren können. Stefan Doubek kochte unter anderem vier Jahre lang bei Starkoch Kons­tantin Filippou. In der Fischbar versorgt er die Gäste mit jeder Menge an Aus­tern, kleinen, sehr originellen und eigenständigen Gerichten. Bouchot-Muscheln mit Roggenbrot-Croûtons auf Paprika-Creme oder gegrillte Kaisergranaten mit Piment d’Espelette (aus den Früchten der Gorria gewonnenes Gewürz).
Im August dieses Jahres wurde auch in der Südsteiermark ein interessantes Fischrestaurant gestartet. Der Fischwirt im Urmeer an der südsteirischen Weinstraße, wo früher das Traditionswirtshaus Tscheppe war. Betreiber ist die Grazer Gastronomie-Familie Grossauer, die das Restaurant eröffnete, nicht zuletzt, um einige ihrer Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen. Auch so kann man der Corona-Krise trotzen.
Der Name des Lokals Fischwirt im Urmeer lässt erahnen, dass sich in dieser Region vor sehr langer Zeit ein Urmeer befunden haben muss, davon zeugen jedenfalls heute noch Korallen- bzw. Muschelkalkböden. Zu den wichtigsten Flossentieren, die hier verarbeitet werden, gehören ein Bio-Branzino aus Piran, Bachforellen, ein gebackener Karpfen und ein in Weinrebenholz geräucherter Quellwassersaibling. Mit 80 Sitzplätzen ist das Lokal gar nicht so klein und die Lage direkt an der Weinstraße ist nicht zuletzt wegen der grandiosen Aussicht mit Blick bis nach Slowenien bemerkenswert.
Zurück nach Wien, wo es einige klassische und allseits bekannte Fischlokale gibt – wie etwa das Kornat im Ersten Bezirk, das Lubin im Dritten, das Konoba im Achten und das Takan’s im 18. Bezirk. Man kennt sie und sie sind allesamt von anständiger Qualität (siehe Info unterhalb).
Vergleichsweise weniger bekannt ist das kleine und etwas unscheinbare Fischlokal Kaj im Zweiten Bezirk in der etwas finsteren Fugbachgasse. Dort versorgten fast 30 Jahre lang Zlata und Miro Sapic die Gäste mit einer authentischen, kroatischen Fischküche, die kaum im Fokus kulinarischer Berichterstattung stand, obwohl hier grandios gekocht wurde. Seit heuer wird das Kaj von Mato Leho und Rivo Killer betrieben, wobei die Küchenlinie weitgehend beibehalten wurde. Scampi, Calamari, Branzino, Drachenkopf und Steinbutt sind weiterhin die Hauptdarsteller einer einfachen, aber durchaus überzeugenden Fischküche nach kroatischer Art, in einem kleinen, sehr heimeligen Lokal, das auf wunderbare Weise ein Lebensgefühl vermittelt, das wir aus jenen Ländern kennen, in die wir hoffentlich 2021 wieder reisen können.

>> Zum Download: Fischlokale – 2020 eröffnet

>> Zum Download: Die Kontaktadressen der Fischgenuss-Klassiker

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