Kochen lernen im Internet

In Zeiten, in denen keine Restaurants und Gasthäuser offen haben, ist es logisch, dass die Menschen wesentlich mehr zu Hause kochen. Deshalb haben auch Rezepte und Kochschulen im Internet Hochsaison.

Im „Kochsalon“ von Martina Hohenlohe kochen renommierte Haubenköche und zeigen dabei auch ihre persönlichen Tricks (Foto: Philipp Lipiarski/www.goodlifecrew.at)

Das Angebot ist riesig und deshalb auch einigermaßen unübersichtlich. Man muss sich schon gründlich durch Goog­le, Youtube und Facebook durcharbeiten, um wirklich Brauchbares zu finden. Deshalb hier eine kleine (und subjektive) Auswahl.
Wer sich der italienischen Küche nähern will, der ist bei Gennaro Contaldo gut aufgehoben. Man muss ihn nur auf Youtube suchen und findet ihn auch ganz leicht. Denn Contaldo ist ein guter Freund von Jamie Oliver, mit dem er nicht nur einige Restaurants besitzt, sondern unzählige BBC-Fernsehserien produziert hat.
Der 75-jährige Süditaliener ist ein Meister einer konsequent authentischen Cucina Italiana, der Mann hat aber auch einen hohen Unterhaltungswert. Wenn Contaldo etwa für die „echten und wahren“ Spaghetti Carbonara („Vergessen Sie Obers, das gehört da nicht hinein“) eine in kleine Stücke geschnittene „Guanciale“ (Schweinebäckchen) in die Hände nimmt, gerät er dabei vor laufender Kamera derart in Verzückung, dass man ihm fast schon eine erotische Beziehung zu den fetten Fleischstücken unterstellen könnte.
Contaldo ist Italiener durch und durch. Er hat alle klassischen Rezepte tief verinnerlicht und zeigt wie kein anderer, dass die italienische Küche nicht nur von der Verarbeitung spezieller Ingredienzien lebt, sondern auch von Timing und Fingerspitzengefühl. Egal welches Rezept man sich auf Youtube ansieht, ob Carbonara, Risotto, eine simple Thuna-Pasta oder Spaghetti Arabiatta, es läuft einem schon nach wenigen Minuten das Wasser im Munde zusammen. Keiner kann italienische Hausmannskost derart praxisnah und unterhaltsam vermitteln, wie der Mann von der Amalfi-Küste.
Während hinter Contaldo die BBC und Jamie Oliver stehen und für eine weltweite Verbreitung sorgen, sind die „Kochgenossen“ eine rein österreichische Produktion. Der Wiener Fotograf Michael Langoth und seine Freunde haben diese Kulinarikplattform vor Jahren gegründet und versorgen interessierte Hobbyköche nicht nur mit großartigen Kochbüchern, sondern auch mit Rezepten und detaillierten Kochanleitungen auf ihrer Homepage (https://www.kochgenossen.com) und auf Facebook (www.facebook.com/kochgenossen).
Unter dem Motto „Feinschmecker aller Länder vereinigt euch“ verstehen sich die Kochgenossen als „Arbeitsgruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, traditionell gewachsene, handwerkliche Kochkulturen in aller Welt zu dokumentieren und die daraus gewonnenen Informationen zu verbreiten“.
Besonders die filmisch stimmig verarbeiteten Kochanleitungen auf Facebook sind hoch professionell gemacht und zeigen auf anschauliche Weise, welche Zutaten Schritt für Schritt wie verarbeitet werden müssen, um so ein perfektes Gericht zu zaubern. Beispiel: Spargelrisotto. „Bei keiner anderen
Zubereitung“, so die Kochgenossen, „kommt das Spargelaroma so intensiv zur Geltung.“ Die Kochtechnik des Risottos holt alles aus den Stangen raus, denn dabei geht kein einziges Aromamolekül verloren (https://www.kochgenossen.com/spargelrisotto/).
Ausführliche Kochvideos bietet auch das österreichische Internet-Portal „ichkoche.at“ (www.ichkoche.at/video-rezept-videos). Dabei handelt es sich um Kochanleitungen für jedermann, vom Wiener Schnitzel, Schweinsbraten und Gulasch bis zu „Wie mache ich Maki?“ oder „Wie
bereite ich Miesmuscheln zu?“ Die Auswahl der Videos ist groß und bietet eine solide Basis für alle, die beim Kochen noch nicht ganz so geübt sind.
Ganz anders das Konzept der Kochvideos von Gault-Millau-Österreich-Herausgeberin Martina Hohenlohe. In ihrem „Kochsalon“ (https://www.martinahohenlohe.com) kochen vorwiegend renommierte Haubenköche und zeigen dabei auch ihre persönlichen Tricks. Das macht die Videos besonders nützlich, man schaut den Spitzenköchen praktisch über die Schulter und erfährt Kochtechniken, die man in Kochbüchern meist vergeblich sucht.

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