Luxus am Berg

Es mag ein wenig abgehoben klingen, aber es gibt immer mehr Skihütten in den Alpenregionen, in denen sich die Gäste ganz selbstverständlich an Kaviar, Austern, Trüffel und Champagner delektieren. Gaumenkitzel auf mindestens 2.000 Meter Seehöhe. Inmitten eines Skigebietes.

Im Chez Vrony, hoch über Zermatt in der Schweiz, werden kulinarische Luxusprodukte in rauen Mengen serviert (Foto: ChezVrony)

Etwa im Chez Vrony in den Walliser Alpen, hoch über Zermatt auf 2.100 Meter Seehöhe in der kleinen Berggemeinde Findeln. Es ist heute eine der exklusivsten Skihütten der Welt. In den 1960er-Jahren, damals noch ein einfaches Bergbauernhaus, begann die Wandlung zum Nobeltreff. Heute zählen zu den Gästen der Wirtin Vrony Cotting-Julen jede Menge an gutbetuchter Klientel, von Schauspielern über Pop-stars bis zu Investmentbankern. Serviert werden kulinarische Luxusprodukte in rauen Mengen, von Hummer und Gänseleber bis zu Austern, zu den Hausspezialitäten zählt etwa getrüffelter Flammkuchen, Jahrgangschampagner ist hier eine Selbstverständlichkeit.
Auch in den Südtiroler Alpen eröffneten in den vergangenen Jahren einige Luxushütten in lichten Höhen. Ende 2018 etwa eröffnete Norbert Niederkofler, für viele der beste Koch Südtirols, das Lokal AlpiNN – Food Space & Res­taurant im Gebäude eines Museums für Bergfotografie am Gipfel des Kronplatzes, eines Skigebiets nordöstlich von Brixen. Das futuristische Gebäude mit großer Glasfront wurde in spektakulärer Lage auf 2.275 Meter Seehöhe in die Berglandschaft integriert, was einen atemberaubenden Ausblick garantiert. Das Lokal ist über einen Weg und einen Fahrstuhl von der Bergstation der Kabinenbahn Kronplatz 2000 erreichbar. Außergewöhnlich auch die Küche, für die Niederkofler vor allem Produkte aus der Südtiroler Bergwelt verwendet und sie zu Gerichten veredelt, die man hier  nicht für möglich halten würde.
Moderne Architektur erwartet einem auch in der Piz Boè Alpine Lounge im Südtiroler Skigebiet Alta Badia. Im dazugehörigen Kelina Restaurant wird eine aufwendig hergestellte Gourmet-küche auf buchstäblich hohem Niveau kredenzt. Danach lohnt ein Besuch der Lounge Boè im Erdgeschoß, in der gute Cocktails und hervorragender Champagner serviert werden.
Auch in Österreich sind herausragende Skihütten gang und gäbe. Zu den besten zählt das Alpenhaus in Ischgl, im Silvretta-Skigebiet auf 2.300 Meter Seehöhe. Im Obergeschoß befindet sich die VIP-Lounge, in der Haute Cuisine und Bodenständiges zur Auswahl stehen. Gamsbraten, Wolfsbarsch oder Steaks vom Holzkohlegrill gehören ebenso zur Tagesordnung wie eine Pot-au-feu vom Hummer. Samt Weinauswahl mit den besten und teuersten Weinen der Welt.
Ungleich uriger und im Stil klassischer Holzhüttenromantik geht es in der Hornköpflhütte in der Kitzbüheler Skiregion auf 1.760 Meter Seehöhe zu. Wirt Christoph Müllmann setzt zwar auf eine eher rustikale Küche mit Tiroler Spezialitäten und diversen Pfannengerichten, Champagner fließt aber auch hier in beachtlichen Mengen.
Natürlich darf ein Evergreen dieses Genres nicht fehlen: die Hospiz Alm in Sankt Christoph am Arlberg. Gründer und Inhaber Adi Werner ist wohl der bekannteste Pionier der gehobenen Almhütten-Kulinarik, setzte schon vor über 30 Jahren mit der Hospiz Alm, dem edlen Ableger seines Arlberg Hospiz Hotels, neue Maßstäbe. Zu Luxusprodukten wie Gänseleber und Steinbutt verwöhnte er seine Gäste schon früh mit einer Weinauswahl, die weltweit konkurrenzlos ist. Rund 5.000 Großflaschen lagern in seinem Keller, darunter alles, was in Bordeaux Rang und Namen hat. Der Wert dieser Sammlung wird auf einige Millionen Euro geschätzt.
Für eine „Skihütte“ ist das schon mehr als bemerkenswert.

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