Die Kraft der Pflanzen gegen die Viren

Covid-19 hat uns die Macht der Viren vor Augen geführt. Aber es gibt auch die Kraft der Pflanzen dagegen!

Und zwar jene der natürlichen antiviralen Substanzen der Pflanzen. Am bekanntesten ist der rote Sonnenhut, zudem wirken auch Melisse, Knoblauch, Holunder oder Sternanis natürlich gegen Viren.

Echinacea oder purpurroter Sonnenhut

Echinacea wurde schon von Nordamerikas Ureinwohnern als traditionelle Medizin verwendet und wird als Nahrungsergänzungsmittel zur Prävention beworben. In zahlreichen Studien über die Anwendung bei Erkältungen und anderen Infektionen der oberen Atemwege gibt es positive Hinweise auf die mögliche Wirksamkeit. Generell gilt es bei der kurzfristigen Einnahme als sicher. Hinsichtlich der Langzeit- oder der Anwendung in der Schwangerschaft gibt es keine gesicherten Daten. Gelegentlich werden Beschwerden des Verdauungstrakts wie Übelkeit oder Magenschmerzen, allergische Reaktionen und Hautausschläge beobachtet. Wechselwirkungen zwischen Echinacea und Medikamenten werden derzeit als vernachlässigbar eingestuft. Zum Schutz vor Erkältungen muss man bei Echinacea auf Tropfen oder Kapseln zurückgreifen.

Knoblauch kann sehr viel

Anders ist dies bei Knoblauch, der dank des Allicins nicht nur auf Gefäße positiv wirkt. Er hat auch antientzündliche, antibakterielle und leicht antivirale Eigenschaften. In vielen Kulturen wird sein Potenzial so genützt, dass er Speisen in großen Mengen zugesetzt wird (die sich dadurch verändernden Ausdünstungen des Menschen sind hinlänglich bekannt). Knoblauchpräparate aus der Apotheke werden meist als Kapseln verabreicht. Sie sind nicht nur geschmacklich deutlich neutraler. In einer Studie bei dialysepflichtigen Patienten, die besonders an den Komplikationen von häufigen Infektionen und Entzündungen leiden, konnte eine deutliche Reduktion der Entzündungswerte durch standardisierte Knoblauchextrakte erzielt werden.
Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten treten bei Knoblauch selten im Magen-Darm-Trakt auf. Bei lokaler roher Anwendung auf der Haut kann es zur Blasenbildung kommen. Wechselwirkungen können in hohen Dosen bei ACE-Hemmern oder Kalziumkanalblockern, gerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) sowie bei Proteasehemmern (Indinavir und Saquinavir) auftreten.

Heilende Wirkung von Holunder

Holunderblüten und -beeren sind ein traditionelles Mittel gegen Fieber, Schnupfen und Husten. Er besitzt eine Vielzahl an Wirkstoffen – ätherisches Öl, Flavonoide, Anthocyane sowie Vi­tamin C, B-Vitamine und Folsäure. Extrakte der Holunderbeeren haben einen bis 20-fachen Anteil der wirksamen Flavonoide und Anthocyane und entfalten daher auch eine bessere Wirkung als wässrige Extrakte. Man schreibt ihnen eine entzündungshemmende, antibakterielle und antivirale Wirkung zu. Die schwarzen Beeren darf man jedoch keinesfalls roh genießen, da sie schwach giftig sind, als Tee oder Kompott sollen sie Schleim, der sich in den Nasennebenhöhlen oder den Bronchien festgesetzt hat, lösen. Kleine Studien weisen darauf hin, dass eine Erkältung mithilfe von Holunder schneller abklingt. Eine In-vitro-Studie belegt ein sehr deutliches antiinflammatorisches und antivirales Potenzial des Holunderextraktes auf das Infekte der Atemwege hervorrufende Corona-Virus NL63.

Sternanis stärkt Immunsystem

Die Shikimisäure, eine Vorstufe des Neuraminidasehemmers Oseltamivir, der gegen Influenzaviren eingesetzt wird, ist dafür verantwortlich. Ihre immunmodulierende Wirkung konnte in einer In-vitro-Studie mit Staphylococcus aureus gezeigt werden.

Melisse gegen Herpes

Zitronenmelisse ist meist aus Teemischungen bekannt. Ihre Wirkstoffgruppen sind unter anderem jene der Hydroxyzimtsäurederivate und der Lamiaceen-gerbstoffe (werden vor allem bei Herpeserkrankungen verwendet). Wegen der positiven Wirkung standardisierter Melissenblattextrakte bei Herpes labialis wird Melisse eine antivirale Wirkung zugeschrieben.
Generell: Wie bei nahezu allen Phytotherapeutika gilt, dass die Substanzen selten in Reinform bzw. als Monopräparate angewandt werden. Erwarten Sie sich keine Soforteffekte. Natürliche Wirkstoffe benötigen oft eine gewisse Zeit zum Aufbau eines Wirkspiegels. Wer sie zur Gesundheitsprophylaxe nützen möchte, soll sie regelmäßig als Gewürze in der Küche verwenden. Tinkturen zur Stärkung der Immunabwehr sollten Sie sich jedoch nur von Phytotherapie-Experten mischen lassen.

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