Hausmittel statt Antibiotika?

Verschnupft, verkühlt? Mit Antibiotika kann das schnell bekämpft werden, meinen manche. Ich hingegen meine: Oft sind bewährte Hausmittel der „gesündere“ Weg!

(Foto: bondarillia – Thinkstock.com)

Infekte der oberen Atemwege (Nase,  Nebenhöhlen, Rachen, Lunge) sind der häufigste Grund für Antibiotikaverordnungen. Dabei sind 60 bis 70 Prozent dieser Infektionen viral bedingt! Gleichzeitig nehmen Antibiotikaresistenzen zu. Antibiotika sollten daher im Regelfall so weit als möglich gemieden werden, damit sie, wenn wirklich notwendig, auch helfen.
Wie ist zu erkennen, dass sie wirklich notwendig sind? Als Faustregel kann man sich am Fieber und der Farbe des Schleims aus dem Nasen-RachenRaum und der Lunge orientieren. Ist dieser gläsern milchig trüb, liegt zu meist ein viraler Infekt vor. Ist er gelblich bis grünlich so ist die Ursache des Infekts meist bakteriell. Fieber ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers. Bis 38,5° Celsius bedarf es im Allgemeinen für die ers­ten zwei bis drei Tage keiner Intervention.
Dauert das Fieber länger, steigt es über 38,5° an oder ist der Körper geschwächt, sollte jedenfalls der Hausarzt zugezogen werden. Dauert ein Husten länger als zehn bis 14 Tage, konsultieren Sie einen Arzt, obwohl Hustenepisoden von mehreren Wochen bei bronchialen Infekten nicht ungewöhnlich sind. Eine unkomplizierte Bronchitis heilt meist ohne Behandlung ab.

Brustwickel oder Einreibungen

Sie lindern die Beschwerden recht gut, auch wenn der Wirkmechanismus noch nicht genau bekannt ist. Bei sonst gesunden Menschen sollte daher Fieber bis zu 38,5° außer durch naturheilkundliche Mittel nicht gesenkt werden. Für den Brustwickel nehmen Sie ein Leinentuch und zwei Handtücher, die um den Brustkorb passen. Die Handtücher legen Sie übereinander auf das Bett. Tauchen Sie das Leinentuch in lauwarmes bis kühles Wasser, winden Sie es leicht aus und legen es auf beide Handtücher. Positionieren Sie den Brustkorb auf den Tüchern und wickeln Sie die Handtücher wechselweise um den Brustkorb. Mit der Decke zudecken bis der Wickel kalt wird, Ruhe geben. Danach entfernen und nochmals eine Stunde nachruhen.
Bei Kindern etwas einfacher sind Essigpatscherl. Alte Socken in Essigwasser (1:10 verdünnt) eintauchen, leicht auswinden, anziehen, darüber dicke So­cken, gut zudecken. Die Socken kann man mehrmals ins Essigwasser tauchen, um den Kühlungsprozess zu forcieren.
Bei quälendem Reizhusten ermöglichen Hustenblocker (nur begrenzt bei trockenem Reizhusten einsetzen) erholsame Nachtruhe. Als Unterstützung für die Schleimmobilisation gelten Thymian, Menthol oder Efeu und reichliches Trinken.
Inhalieren mit einer 0,9-prozentigen Kochsalzlösung oder der Besuch einer Dampfsauna in den eigenen vier Wänden hilft, die Atemwege zu befeuchten und große Wärmemengen an die Schleimhaut zu bringen. Zu Beginn einer Erkrankung ist dies besonders effektiv. Wichtig ist reichliches Trinken. Frischer Ingwertee (drei bis fünf Scheiben auf eine große Tasse Wasser) stärkt das Immunsystem und ist gut bei Erkältung mit Schwitzen. „Gesundheitssuppen“ können Sie aus Hafer, etwas Ingwer und Lauch zubereiten. Oder die in China bewährte Suppe aus Chinakohl, Ingwer und Frühlingszwiebeln.

Zuwarten und beobachten

Wenn sich der Zustand nicht bessert oder verschlechtert, kann nach 48 Stunden ein Antibiotikum verordnet werden. Ob weniger Antibiotika mehr Komplikationen zur Folge haben? Die großzügige Verordnung von nicht indizierten Antibiotika löst das Problem der diagnostischen Unsicherheit nicht, wie große epidemiologische Studien zeigen. Für Eltern viel wichtiger ist es, bei Verunsicherung zu wissen, an wen sie sich wenden können. Die Telefonnummer 1450 als Notfallnummer ist eine wertvolle Hilfe.

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